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Projekt

22.02.2018

Entlüften und zerquetschen

Die drei Industriemechaniker im zweiten Lehrjahr (von links) Jakob Schaller, Benjamin Götz und Johannes Happacher haben in ihrer täglichen Arbeit viel mit Spraydosen zu tun. Im Rahmen von „Jugend forscht“ haben sie eine Maschine entwickelt, die die Dosen sicher und schnell zerquetscht.
Bild: Wolfinger

Drei Industriemechaniker haben eine Maschine entwickelt, mit der Spraydosen schnell und sicher recycelt werden können. Wie das funktioniert

Wie kann man übermäßigen Müll vermeiden, damit die Umwelt schonen und gleichzeitig die Sicherheit in der Arbeit erhöhen? Das waren einige der Fragen, die sich Benjamin Götz aus Buchdorf und Jakob Schaller aus Wallerdorf gestellt haben.

Die beiden sind im zweiten Ausbildungsjahr zum Industriemechaniker bei der Firma MAN in Augsburg und haben gemeinsam mit Johannes Happacher aus Hollenbach den Dosenquetscher erfunden. Doch wie kommt man auf diese Idee? „Bei uns wird sehr viel mit Spraydosen gearbeitet“, erklärt der 19-jährige Benjamin Götz. Wenn die aufgebraucht sind, müssen sie entleert werden, „ansonsten zählen sie als Sondermüll“, sagt Götz. Und da sind die Gebühren deutlich höher.

Also wird bisher mit einem Schraubenzieher ein Loch in die Spraydose gebohrt, um sie leer zu bekommen. „Da ist die Arbeitssicherheit aber nicht wirklich gegeben“, sagt Benjamin Götz und lacht. Und so kamen die drei Arbeitskollegen ins Grübeln. Wie könnte man die Dosen sicherer und effizient entleeren und entsorgen? Die drei haben ein System entwickelt, mit dem die Dose gleichzeitig gelöchert und zerquetscht wird. „Wir haben ein Rohr genommen, in das die Dose reinpasst und haben unten eine Auflagefläche hingebaut, an der ein Nagel nach oben ragt“, schildert Götz den Aufbau.

Die Dose wird von oben zusammengepresst, durch den entstehenden Druck bohrt sich unten der „Stachel“ in die Dose. Drei verschiedene Varianten hatten sie getestet, wie man die obere Platte auf die Dose pressen könnte. „Wir haben es zunächst mit einem Windeisen probiert, aber das ging nur sehr langsam.“ Auch die Möglichkeit mit einem Schlagschrauber wurde geprüft, doch „das war extrem laut“. Schließlich, und das ist jetzt auch die endgültige Lösung, haben sie eine Ratsche eingesetzt.

Das alles ist während ihrer Arbeitszeit entstanden, „so lange hat das auch gar nicht gedauert“, sagt Götz, und die Erfindung ist ein Gewinn für die ganze Firma. „Es spart Zeit, Geld und schützt gleichzeitig die Gesundheit“, zieht Benjamin Götz sein Fazit. (dolli)

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