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Kirchliches Leben

10.12.2018

Er ist Autor, Schreiner - und Pastor in Donauwörth

Klaus Deckenbach schreinert nicht nur Möbel.
Bild: Andrea Knaus

Klaus Deckenbach hat viele Leidenschaften. Er ist Pastor bei der FeG in Donauwörth – und fertigt Möbel an. Was dabei alles entstehen kann.

Eines seiner Lieblingsstücke ist der Sekretär, den er zusammen mit seinem Sohn gebaut hat. „Daran haben wir ungefähr drei Wochen gearbeitet und gefeilt“, erzählt Klaus Deckenbach. Der 53-Jährige stand seinem Sohn als Mentor zur Seite, das Möbelstück fertigten sie im Rahmen eines Schulprojektes in der achten Klasse an. Die Kombination aus hellem und dunklem Holz ergibt einen besonderen Kontrast. Die Schwalbenschwanz-Verbindungen bei den einzelnen Schubladen zählen laut Deckenbach zu den aufwendigsten Holzverbindungen und sind sehr stabil. Die Ledereinlage in der Schreibplatte ergänzt die vielen individuellen Details. Inzwischen hat Deckenbach für jedes seiner vier Kinder solche originellen Möbelstücke angefertigt. Der Sekretär, eine Vitrine im Esszimmer, ein Hochbett für die Tochter, selbstgedrechselte Füller – kein Stück gleicht dem anderen, jedes davon ist ein Unikat.

Arbeit mit Holz ist „seine Welt“

Das Arbeiten mit Holz bezeichnet Klaus Deckenbach als „seine Welt“. Vor 20 Jahren hat der gelernte Zimmermann entschieden, auf die Walz zu gehen. Die Erlebnisse aus dieser Zeit hat er in einem Buch niedergeschrieben (wir berichteten). Heute ist Deckenbach Pastor für die Freie evangelische Gemeinde in Donauwörth und Wertingen. Der Höch-städter ist Geistlicher, Buchautor und freiberuflicher Kultur- und Bildungsreferent – und widmet sich nun wieder mehr dem Handwerk. Deckenbach ist ein Allrounder.

Deckenbach: Auch Jesus Christus war Handwerker

Seine Begeisterung für Holz habe ihn nie losgelassen. „Ich habe wieder Gefallen gefunden an der brachliegenden Leidenschaft“, erinnert sich der 53-Jährige. Bei der Auswahl des Holzes zählen für Deckenbach Qualität sowie Individualität. Er verfolge dabei einen anderen Ansatz als ein Schreiner: Gefälle ihm ein Holz, kaufe er es und überlege erst im zweiten Schritt, was er daraus zaubern könne. „In einer Kleinanzeige in der Zeitung habe ich gelesen, dass ein Privatmann einen Zwetschgenbaum verkauft. Den wollte ich haben. Zwetschgenholz ist sehr edel“, erklärt der Hobby-Handwerker. Deckenbach begeistert der Werkstoff Holz an sich noch mehr, als das fertige Endprodukt vor Augen zu sehen. Mittlerweile hat er sich ein kleines Holzlager aufgebaut: Darunter sei beispielsweise der Kirschbaum aus dem eigenen Garten, weitere Arten wie Olive oder Mahagoni habe er ebenfalls im Repertoire. Sogar afrikanisches Holz aus einem italienischen Sägewerk habe er sich im Urlaub mitgenommen.

Während des Studiums der Theologie und Religionswissenschaften war wenig Zeit für das Hobby, danach stand die Familiengründung im Vordergrund. Heute ist das handwerkliche Arbeiten ein befriedigender Ausgleich zu seinem Beruf als Pastor, erzählt Deckenbach. Dabei spürt man die Leidenschaft, die er für das Schreinern hegt. Ihm ist wichtig, dass er dabei immer die „Haltung der Muße“ behält. Deckenbach sieht in der Arbeit mit Holz auch eine Verbindung zu seinem Beruf in der Kirche: „Jesus hat als Handwerker auf der Erde gelebt und gearbeitet.“

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