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Liederabend

24.09.2019

Es ist, wie es ist, sagt die Liebe

Jitka Müller singt von Liebe, Freunden und schönen Momenten.
Bild: D. Graf

Die Liedermacherin Jitka Müller bezaubert das Tapfheimer Publikum im Café Bruno mit eigenen Liedern – wunderbare Texte, samtige Gitarrenklänge

Man hätte eine Stecknadel fallen hören können beim Konzertabend im Café Bruno. Die Liedermacherin Jitka Müller aus Donauwörth bezaubert ihr Publikum derart, dass man nur noch gebannt den wunderbaren Texten, untermalt mit schönen Gitarrenklängen, lauschen möchte. Sie erzählt von Erwin, einem Obdachlosen, der mit seiner Hündin Sarah eine Zeit lang in Donauwörth gelebt hat und dem sie zur Weihnachtszeit fünf Euro in die Hand drückte, obwohl sie doch noch zehn in ihrer Geldbörse hatte. „Ich schämte mich dafür und lief ihm hinterher, um ihm noch die anderen zehn Euro zu geben. Auf dem Weg hielt mich eine Frau an, die dem Mann auch Geld geben wollte.“ Im Laufe der Zeit traf Jitka Müller immer wieder auf Erwin und der ganze Freundeskreis half mit, ihn und seine Sarah zu unterstützen. „Es ist so schön, dass so viele Menschen bereit sind, etwas zu geben.“ Für ihn hat sie das Lied „Urteile nicht“ geschrieben.

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Ihre Augen leuchten, während sie von Liebe, Freunden und schönen Momenten singt und erzählt. Die kräftige, beeindruckende und gefühlvolle Stimme nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise durch die Höhen und Tiefen des Lebens und doch ist „jeder Tag ein Geschenk“ – ein elf Jahre altes Lied. „Es gibt immer etwas, um Danke zu sagen“, schmunzelt die Liedermacherin, „auch wenn der Tag nicht 24 Stunden lang gut ist.“ Anschließend erzählt die Künstlerin von Problemzonen und dass sie, obwohl damals noch etwas beleibter, nicht wusste, dass es die gibt. Man solle doch den Teller aufessen und dann, 30 Kilo später, doch endlich mal weniger verspeisen. „Ihr könnt mich alle mal gernhaben, aus der Nummer bin ich raus“, so Müller und bringt die Zuhörer zum Schmunzeln. In ihrem neuen Lied „Zu spät“ besingt Müller stimmgewaltig Situationen, die man besser früher hätte lösen oder aufklären können. „Ein Satz trägt mich immer wieder auch durch schwierige Zeiten: ‚Es ist, wie es ist, sagt die Liebe.‘“ Während des Abends werden durchweg Taschentücher gezogen und den durchdachten Worten der Liedermacherin zugenickt. Jeder findet sich wieder in ihren Liedern und ist dankbar für die mitreißenden Passagen, in denen Jitka Müller ihr Publikum für sich gewinnt.

Leider war dies ihr letzter Liederabend, gesteht sie den Gästen. Ihr Dank gilt vor allem ihren Nachbarn „für die Geduld“, während der Übezeiten. „Danke an alle für eure Zeit und offenen Herzen“, lächelt Müller und beschließt den Abend mit „Mein Engel“. Spätestens jetzt zieht auch der letzte Gast ein Taschentuch.

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