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Kabarett

20.10.2020

Es knallt und es knistert

Fridolin Müller und Wiebke Eymess landeten so manchen Knaller bei ihrem Auftritt im Thaddäus in Kaisheim. Sie gaben Einblicke in ihr ganz persönliches und das generelle Zusammenleben zwischen Mann und Frau.
Bild: Helmut Bissinger

Viel Wortwitz beim Duo „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“

In Hannover spricht man angeblich nur Hochdeutsch. Fast entschuldigend verpacken dies zwei Komödianten, die es verstehen, mit ihrer dialektfreien Sprache zu kokettieren. Damit treffen sie ganz offensichtlich den Nerv der Schwaben, wie sich beim Auftritt des Duos „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“ auf der Kleinkunstbühne des Thaddäus in Kaisheim zeigte.

Hintergründig, süffisant, ironisch und immer wieder mit einer kleinen versteckten oder ganz offensichtlichen Spitze - das sind die Markenzeichen von Fridolin Müller und Wiebke Eymess, deren sperriger Duo-Name der Bühnenkarriere nicht abträglich scheint. Die beiden haben ihren eigenen Weg zwischen Comedy und Kabarett gefunden, zwischen Texten und Liedern. „Gleich knallt’s“ ist ein Programm, das Mitdenken erfordert. Und es knallt gehörig - bei großen und kleinen Pointen. Im Vorteil ist, wer genau zuhören kann. Nicht selten sprechen sie ihr Publikum ganz direkt an. Bei so mancher Textpassage lassen sich Pärchen beobachten, die sich wohl in der Szene wiederfinden und sich anstoßen. Beziehungsprobleme arbeitet das Duo amüsant auf.

Zu klären gab es zwischen den beiden genug: ob es um das nicht benutzte Werkzeug in der Garage ging, die Gedankengänge der Ehefrau oder gar weltpolitische Themen wie Bienensterben oder Feinstaub. Corona spielte insofern eine Rolle, weil manchmal offensichtlich die Übergänge nicht so klappten, weil das Duo auch eine Zwangspause hatte einlegen müssen. Oder waren diese Holperer Teil des Programms, fast hätte man es meinen können.

Der Umzug aufs Land sorgte bei den beiden für etlichen Gesprächsstoff sowie die Abwägung der Vor- und Nachteile. Schon hierbei knallte es gleich mehrmals. Da standen starke Argumente, die mit feinsinnigem Wortwitz entkräftet wurden. Da gab es bei Fridolin philosophische Gedankengänge, die durch schlichte Logik hinfällig wurden. Das Ganze verbunden mit gegenseitigem Necken und dem ewigen Thema der Geschlechterrollen.

Fridolin und Wiebke griffen immer wieder zu ihren Instrumenten, um zu zeigen, welch brillante Musiker sie sind. Immer wieder wird ihr Programm durch Lieder verschiedenster Ausrichtung unterbrochen oder ergänzt – alles ganz spielerisch. Mini-Piano, Ukulele, Ziehharmonika und Gitarre sind oft im Einsatz. Auch wenn es schwierig ist, das Gegenüber auf nur eine störende Sache zu reduzieren, alte weiße Männer in der Politik die Fäden ziehen und Autos nicht nur „irre Parabeln“, sondern auch manchmal „irreparabel“ sind, den langwierigen und doch kurzweiligen Wortspielen zu lauschen, war ein Vergnügen. Eigentlich sind Fridolin Müller und Wiebke Eymess mehr Comedians als Kabarettisten. Dass die beiden sich lieben, blieb nicht verborgen, auch und gerade, weil vieles augenzwinkernd über die Bühne ging – und schließlich in ein Liebeslied mündete.

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