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Harburg

22.03.2015

Etwas Großartiges geschaffen

Nach rund fünfjährigen Sanierungsarbeiten ist der Saalbau auf der Harburg offiziell eröffnet worden. An dem Festakt nahmen rund 150 Personen teil.  Foto: Wolfgang Widemann

Der Saalbau auf der Harburg erstrahlt in neuem Glanz. Mit den Mieteinnahmen möchte die Stiftung, der die Burg gehört, deren Unterhalt mit sichern

Von Wolfgang Widemann

Draußen verdeckte der Mond teilweise die Sonne. Dies schmälerte den Glanz des komplett renovierten Festsaals auf der Harburg gestern Vormittag in keinster Weise. Der schwäbische Regierungspräsident Karl Michael Scheufele kam angesichts der Pracht des Saalbaus beim Festakt zur Eröffnung zu folgendem Schluss: „Das Ereignis strahlt so stark, dass es die Sonnenfinsternis überblendet.“ Auch die anderen Redner schwärmten über das Projekt in der Burg.

Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, der die Burg gehört, sprach vor rund 150 Gästen von einem „langen Weg der Überlegungen, der Planungen und Entscheidungen“ und verglich ihn mit einer beschwerlichen Bergtour. Das Resultat könne sich sehen lassen. Der Fürst bekannte sich zur Harburg: „Mein Herz schlägt nach wie vor für dieses wunderbare Bauwerk.“

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Der in seinen Grundmauern gut 500 Jahre alte Saalbau in der inneren Burg wurde komplett saniert und kann nun für Veranstaltungen, wie zum Beispiel Hochzeiten, Konzerte und Tagungen genutzt werden. Mit den Mieteinnahmen hofft die Gemeinnützige Fürst zu Oettingen-Wallerstein Kulturstiftung, einen Teil des Unterhalts der wohl über 1000 Jahre alten Festung zu sichern.

Die Grundmiete für den 21 Meter langen, elf Meter breiten und sechs Meter hohen Festsaal im zweiten Stock beträgt zum Beispiel 1500 Euro. Der Saal, der als barockes Juwel gilt, ist das Herzstück des Bauwerks und bietet bis zu 270 Personen Platz. Im ersten Stock befinden sich ebenfalls renovierte Räume, die für Veranstaltungen genutzt werden können: das Kaminzimmer und der Vogelsalon.

Leonhard Dunstheimer und Friedrich Hertle, Mitglieder des Stiftungsvorstands, dankten allen Geldgebern, Planern und Handwerkern, die an dem komplizierten Vorhaben beteiligt waren. Finanziell habe man eine „Punktlandung“ hingelegt, sagte Dunstheimer: Der Kostenrahmen von 2,85 Millionen Euro sei genau eingehalten worden.

Wie berichtet, bereitete beispielsweise der Einbau eines Aufzugs den Verantwortlichen einiges Kopfzerbrechen. Ein Kraftakt war das Verlegen einer Gasleitung in die Burg, um den Saalbau heizen zu können. Im harten Gestein unter der Festung blieben ein paar Diamantbohrkerne der Erdgas Schwaben unwiederbringbar hängen.

Während der fünfjährigen Sanierungszeit seien rund 50 Handwerksbetriebe mit insgesamt etwa 300 Mitarbeitern in dem historischen Bauwerk tätig gewesen, berichtete Architekt Egon Kunz. Sie hätten hervorragende Arbeit geleistet, lobte Dunstheimer.

Während für die Renovierungsarbeiten an sich hohe Zuschüsse geflossen seien, habe die Einrichtung komplett selbst finanziert werden müssen. Hier war die Stiftung komplett auf freiwillige Spenden angewiesen, verfügt sie laut Dunstheimer doch über kein Eigenkapital. Es grenze „fast an ein Wunder“ dass man annähernd 100000 Euro zusammengebracht habe, um 300 Stühle, Bankett- und Konferenztische, einen Beamer, ein variables Podium für Konzerte, einen Tanzboden und eine Cateringausrüstung anzuschaffen.

Eine verbindende Funktion im Donau-Ries-Kreis

Mit der zentralen Lage im Landkreis und den neuen, attraktiven Raummöglichkeiten „könnte die Harburg künftig auch politisch zwischen Nördlingen und Donauwörth eine verbindende Funktion erfüllen“, meinte Dunstheimer.

Regierungspräsident Scheufele sagte: „Hier ist jeder Euro optimal angelegt.“ Landrat Stefan Rößle stellte fest: „Hier ist etwas Großartiges geschaffen worden.“ Die Harburg sei ein national bedeutsames Baudenkmal. Bürgermeister Wolfgang Kilian brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der Saal „ein kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt dieser Stadt wird“.

Den Segen Gottes für das Bauwerk erbaten die Pfarrer Udo Molinari und Xaver Namplampara. Das Bläserquartett Danubio Brass umrahmte die Feier musikalisch. Jagdhornbläser begrüßten die Gäste.

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