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Glaube

21.10.2020

Evangelische Pfarrstellen fallen weg

Der Ausschuss der Kooperationssynode besteht künftig aus (von links): Dekan Gerhard Wolfermann, Pfr. Markus Paulsteiner, Rosemarie Eichert, Dekan Johannes Heidecker, Ines Meierhuber, Pfr. Reinhard Caesperlein, Marlene Bissinger, Dekan Armin Diener, Bernd Lang, Annette Strunk, Pfr. Heiko Seeburg, Hans Bergdolt.
Bild: Matthias Link

Die evangelischen Dekanate Nördlingen, Oettingen und Donauwörth haben sich zur Kooperationssynode getroffen und gewählt. Vor welchen Herausforderungen die Kirche steht

Die evangelische Kooperationssynode der Dekanate Nördlingen, Oettingen und Donauwörth hat sich in der St. Georgskirche zur konstituierenden Sitzung getroffen und Mitglieder für das Präsidium und den Kooperationsausschuss gewählt. Regionalbischof Axel Piper hielt zu Beginn der Synode eine Andacht zum Bibelwort „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“.

Die engere und dekanatsübergreifende Zusammenarbeit ist auch deshalb erforderlich, weil die Kirche vor großen Zukunftsherausforderungen steht. Ab 2023 würden in den drei Dekanaten circa zehn Prozent der Pfarrer-Planstellen wegfallen, wie Dekan Gerhard Wolfermann sagte. Aktuell gebe es insgesamt 28 Pfarrstellen in den drei Dekanaten, die jedoch nicht alle besetzt seien. Zwei oder drei Pfarrstellen davon werden wegfallen. Diese Stellenreduzierung müsse verträglich gestaltet werden.

Um die Gemeindemitglieder der Dekanate trotzdem bestmöglich mit Pfarrern zu betreuen, sei es wichtig, bei der Stellenplanung in der Kooperationssynode gemeinsame Lösungen zu finden. Eine weitere wichtige Aufgabe sei die Gebäudekonzeption. Man müsse schauen, wie man eine möglichst gute Belegung und Auslastung der Gemeinderäume, der Gemeinde- und Pfarrhäuser erreichen könne.

Synoden (griechisch: Gemeinsamer Weg) sind Kirchenparlamente, die es auf verschiedenen Ebenen der Kirche gibt. Die Kooperationssynode der Dekanate Nördlingen, Oettingen und Donauwörth besteht aus den drei Dekanen, allen Pfarrern und den Delegierten aus den Kirchengemeinden. Insgesamt zählt sie 103 Mitglieder, die jedoch nicht alle anwesend waren. Das Präsidium der Kooperationssynode hat die Aufgabe, die Sitzungen der mindestens einmal jährlich tagenden Synode vorzubereiten und diese zu leiten. Neben einem der drei Dekane, die sich im jährlichen Turnus abwechseln, besteht das Präsidium aus drei Ehrenamtlichen.

Gewählt wurden hierfür Marlene Bissinger (Dekanat Nördlingen), Hans Bergdolt (Dekanat Donauwörth) und Reinhold Bittner (Dekanat Oettingen). Marlene Bissinger kommt aus Möttingen, ist verheiratet, hat vier Kinder und leitet den Posaunenchor. Sie gehört seit 1996 dem Dekanatsausschuss in Nörd-lingen an. Hans Bergdolt aus Mönchsdeggingen, verheiratet und zwei Kinder, ist Mitglied der Donauwörther Dekanatssynode und seit 14 Jahren im Kirchenvorstand. Reinhold Bittner ist im Präsidium des Dekanats Oettingen und seit vielen Jahren Kirchenvorstand und Vertrauensmann.

Ebenso wurden die Mitglieder des Kooperationsausschusses gewählt. Im Kooperationsausschuss finde die eigentliche Arbeit statt, „die unser Zusammenwachsen bestimmt“, sagte Wolfermann. Der Ausschuss müsse Interessenskonflikte ausbalancieren, etwa wenn es um die bevorstehenden Stellenkürzungen gehe. Der Kooperationsausschuss besteht aus zwölf Mitgliedern, wovon die drei Dekane bereits als Mitglieder gesetzt sind.

Folgende Mitglieder wurden für den Kooperationsausschuss gewählt: Marlene Bissinger, Pfarrer Heiko Seeburg, Rosemarie Eichert, Bernd Lang (alle Dekanat Nördlingen); Pfarrer Markus Paulsteiner und Ines Meierhuber (beide Dekanat Oettingen); Pfarrer Reinhard Caesperlein, Annette Strunk und Hans Bergdolt (alle Dekanat Donauwörth).

Alle Gremien wurden für sechs Jahre gewählt. Die Kooperationssynode wird sich auch mit dem landeskirchlichen Reformprozess „Profil und Konzentration“ befassen. Wolfermann erklärte, dass es dabei um die Fragen gehe: „Wie kann sich die Kirche profilieren, in einer Zeit, da das Image nicht das beste ist, und wo kann man Kräfte konzentrieren?“ Es sollen Modelle der Zusammenarbeit entwickelt werden, beispielsweise bei der Konfirmanden- und Jugendarbeit. Wichtig ist Wolfermann, dass dies im Dialog mit den Kirchengemeinden und Gemeindemitgliedern geschehe und nicht von oben verordnet werde.

Landesweit rechnet die evangelische Kirche in Bayern damit, dass sich im Vergleich zu heute bis 2035 die Zahl der Pfarrer halbieren werde. Dies liege vor allem daran, sagte Wolfermann, dass es kaum Nachwuchs gebe und dass starke Pfarrer-Jahrgänge bald in den Ruhestand gingen.

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