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Bäumenheim

19.11.2018

Fendt-Caravan investiert Millionen in neue Produktionshalle

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Bei Fendt-Caravan in Bäumenheim läuft seit Montag die Produktion von Wohnwagen an insgesamt drei Bändern.
Bild: Barbara Wild

Plus Seit Montag ist die neue Produktionslinie bei Fendt-Caravan in Betrieb. Dabei geht es nicht nur darum, den Absatz zu steigern - sondern auch das Wohl der Mitarbeiter.

Normalerweise investieren Unternehmen in die Produktion, um den Absatz zu steigern. Das ist bei Fendt-Caravan in Bäumenheim etwas anders. Zwar wird bei dem Hersteller für Wohnwagen in Bäumenheim seit Montagmittag, 12.30 Uhr, nun an drei statt bisher an zwei Produktionsbändern gearbeitet. Doch die Motivation des Unternehmens für die Millioneninvestition war die zu hohe Arbeitsbelastung der insgesamt 750 Mitarbeiter zu senken.

Sehr gut lief und läuft das Geschäft bei dem Premium-Hersteller für Camping-Anhänger. So gut, dass die Mitarbeiter in ihren regulären Schichten die Aufträge nicht mehr abarbeiten konnten. Also wurde aufgesattelt. „Der Platz, die Menge an Aufträgen zu montieren, war einfach nicht mehr ausreichend“, sagt Betriebsratsvorsitzender Marco Schmidt.

Die Mitarbeiter schoben Überstunden und Überstunden

Also hat die Belegschaft vor allem in den vergangenen drei Jahren Überstunden um Überstunden geschoben. „Viele Kollegen hatten gesundheitliche Probleme“, sagt Schmidt ganz offen. „Die neue Halle mit dem dritten Produktionsband war dringend nötig“, sagt er. „Die Belegschaft atmet jetzt auf, weil die Arbeitszeit auf ein gesundes Maß reduziert werden kann.“

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Und so gab es vor der offiziellen Inbetriebnahme Grund zu feiern. Und es feierte die ganze Belegschaft mit. Vor allem Firmeninhaber Harald Striewski, der den Wohnwagenhersteller im Jahr 1998 übernommen hatte, wurde von den Mitarbeitern mit spontanem und langem Applaus gefeiert. Er war extra aus Fockbek in Schleswig-Hollstein angereist, um den großen Tag bei einer gemeinsamen Feierstunde samt Imbiss zu feiern. Der 82-jährige Unternehmer, der im hohen Norden die Hobby-Wohnwagenwerke führt, war sichtlich gerührt vom Zuspruch der Mitarbeiter und dankte ihnen für ihre Leistung.

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Fendt-Caravan weiht neue Produktionsline ein
Bild: Barbara Wild

78 verschiedene Ausführungen von Fendt-Wohnwagen sind möglich

Dann aber wurde die neue Produktionslinie in Betrieb genommen. Bäumenheims Bürgermeister Martin Paninka und Striewski schnitten das symbolische Band durch. Ab sofort arbeiten nun gut 70 Mitarbeiter arbeiten an Band drei in der neuen Halle. Während der Korpus des Wohnwagens an einer unterirdischen Kette Richtung Hallentor gezogen wird, montieren die Arbeiter die verschiedenen Teile. Türen, Stühle, Sitzbänke und jede Menge Technik steht neben dem Produktionsband bereit, um zur richtigen Zeit am Wohnwagen zu sein. Die neue Halle bietet auch Platz für ein Serienlager und für Camper, die nachträglich umgerüstet werden sollen. In diese werden Sonderwünsche nachgerüstet – auch dafür war bisher wenig Platz.

In der insgesamt 6400 Quadratmeter großen Halle werden alle der insgesamt sechs verschiedenen Grundmodelle von Wohnwagen montiert und je nach Wünschen der Kunden ausgestattet. „Insgesamt können wir 78 verschiedene Ausführungen anbieten“, sagt Geschäftsführer Andreas Dirr. Aktuell produziert Fendt-Caravan pro Jahr knapp 10.000 Wohnwagen mit 750 Mitarbeitern. „Das noch zu steigern war mit den bisherigen Produktionsmöglichkeiten nicht möglich“, so Dirr weiter. Denn die vergangenen Jahre liefen für den Premium–Hersteller bestens. Von anfänglich 6500 Wohnmobilen pro Jahr konnte der Absatz bis 2017 auf eben knapp 10.000 Modelle gesteigert werden. Fachkräfte gingen dem beliebten Arbeitgeber in Bäumenheim bisher nicht aus, denn er bietet vielen Handwerkern eine gute Alternative: Feste Arbeitszeiten und gute Bezahlung ziehen an. „Wir zahlen mit Abstand die höchsten Löhne in der Branche – und machen trotzdem noch Gewinn“, sagt Inhaber Striewski.

Eröffnung drittes Band bei Fendt Caravan in Asbach Bäumenheim.
Bild: Barbara Wild

Zur neuen Produktionshalle gratulierten neben den Bürgermeistern aus Bäumenheim und Mertingen aus Landrat Stefan Rößle. Ihm ist das Unternehmen bestens bekannt – seine Eltern waren dort beschäftigt und auch sein jüngerer Bruder arbeitet dort. „Hätte ich etwas Gescheites gelernt, wäre ich vielleicht auch bei Fendt-Caravan“, witzelte er. Das kam gut an.

„Eine solche Investition in ein regionales Unternehmen ist ein klares Signal für die Zukunft“, sagte Rößle. Fendt-Caravan beweise damit, dass man am Standort Asbach-Bäumenheim festhalte und das sei viel wet gerade in Zeiten, in denen Unternehmen gerne ins Ausland abwandern.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Barbara Wild: Fendt hat die Signale erkannt

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