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Vortrag

12.04.2018

Fest zubeißen mit den Dritten

Oralchirurg Alexander Jung referiert am Donnerstag über das Thema Zahnersatz

In einen saftigen Apfel zu beißen, ist für viele selbstverständlich. Heißt es doch auch, dass der Verzehr eines Apfels pro Tag einen Besuch beim Arzt hinfällig macht. Doch was, wenn die Zähne nicht mehr mitspielen? Über die verschiedenen Möglichkeiten des Zahnersatzes informiert am Donnerstag, 12. April, Oralchirurg Alexander Jung in seinem Vortrag „Durchbeißen bis zu den Dritten – den Zahnersatz ernst nehmen.“

Ein Implantat kann entweder aus Titan oder aus Keramik bestehen. Einen großen Unterschied gibt es laut Jung nicht. „Bereits in den 90er-Jahren gab es Versuche mit Keramik, die waren nicht berauschend. Mittlerweile ist das aber gleichwertig.“ Preislich sei Keramik ein wenig teurer, sagt er. Für den Einsatz eines Einzelimplantats müsse man mit Kosten von etwa 2000 Euro rechnen. Wenn mehr Zähne ersetzt werden müssen, könne man aber nicht einfach die doppelte oder dreifache Summe rechnen. Das hänge auch damit zusammen, ob die Zähne im gleichen Kiefer eingesetzt werden sollen oder nicht.

Jung, der sich in seiner Praxis auf chirurgische Eingriffe spezialisiert, spricht auch das Konzept der sogenannten Sofortversorgung an. Das bedeutet, dass der Patient in einen Dämmerschlaf versetzt wird und innerhalb von knapp drei Stunden mehrere Implantate eingesetzt werden. „Das erspart umständliche Provisorien. Innerhalb von zwei Tagen hat er dadurch eine feste Prothetik“, erläutert Jung. Möglich macht das moderne Computertechnik. Die Anfertigung erfolge durch eine 3D-Schablone. „Das bedeutet für uns mehr Arbeit am Schreibtisch, für den Patienten bessere und schnellere Behandlung“, so der Oralchirurg. Nur, wie lange hält ein solches Implantat? „Prinzipiell kann es ein Leben lang drin bleiben“, erklärt Jung. Das hänge auch von der Pflege ab. Der Experte rät, neben gründlichem Zähneputzen auch professionelle Reinigung durchführen zu lassen. Auch Risikofaktoren spielen eine Rolle, nicht jeder Patient sei für ein Implantat geeignet. „Wer mit Parodontitis zu kämpfen hat oder starker Raucher ist, kommt eher nicht in Frage.“

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Eine Zahnlücke aber nicht wieder zu füllen, berge Gefahren. Die eingeschränkte Kaufunktion, die durch eine Zahnlücke entstehe, sei noch das geringste Problem. Daran könne man sich gewöhnen. Doch das ist eben nicht alles. „Es kann dazu führen, dass sich die benachbarten Zähne, aber auch die der auftreffenden Kauleiste, in die Lücke hineinbewegen.“ Außerdem werde das Kiefergelenk in Mitleidenschaft gezogen, weil es nicht mehr so gestützt wird. Dadurch könne sich eine Arthrose entwickeln.

Alexander Jung referiert heute beim Gesundheitsstammtisch im Café Hummel. Beginn um 19 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro.

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