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Landkreis

11.03.2019

Feuerwehr im Kreis vor großen Veränderungen

Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr – hier ein Einsatz bei einem Schmorbrand in einem Mehrfamilienhaus in Riedlingen. Doch längst ist der Aufgabenbereich der Feuerwehren stark gewachsen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie zudem noch die bürokratischen Anforderungen in Zukunft geleistet werden können. Kreisbrandrat Rudolf Mieling sprach die Probleme bei der Frühjahrsdienstversammlung offen an.
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Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr – hier ein Einsatz bei einem Schmorbrand in einem Mehrfamilienhaus in Riedlingen. Doch längst ist der Aufgabenbereich der Feuerwehren stark gewachsen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie zudem noch die bürokratischen Anforderungen in Zukunft geleistet werden können. Kreisbrandrat Rudolf Mieling sprach die Probleme bei der Frühjahrsdienstversammlung offen an.
Bild: Wolfgang Widemann

Die Feuerwehren im Landkreis haben im vergangenen Jahr 2303 Mal ausrücken müssen. Woher dieser Anstieg kommt und warum Kreisbrandrat Rudolf Mieling Personalmangel befürchtet

Angesichts einer ständig steigenden Bürokratie haben die Feuerwehren aktuell Anforderungen zu meistern, die von ihren eigentlichen Aufgaben ablenken könnten. Dabei steigt die Zahl der Einsätze Jahr für Jahr: Im vergangenen Jahr wurden die „Florians-Jünger“ zu 2303 Einsätzen gerufen, „bedingt auch durch viele Fehlalarme von Brandmeldeanlagen und zahlreicher Klein- und Kleinsteinsätze“, wie Kreisbrandrat Rudolf Mieling bei der Frühjahrs-Dienstversammlung in Huisheim anmerkte.

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Ein Blick auf die Art der Einsätze zeigt, wie vielfältig das Aufgabengebiet geworden ist, welche Ausbildungsvoraussetzungen geleistet werden müssen: 329 Einsätze galten dem Brandschutz, 1148 aber der technischen Hilfeleistung. Dazu kamen 74 ABC-Einsätze und 157 Sicherheitswachten bei Veranstaltungen. Mieling: „Der Fortschritt ist nicht ohne Risiko.“ Eine moderne Industriegesellschaft ohne brennbare, explosionsfähige, wassergefährdende und toxisch wirkende Stoffe sei nicht mehr vorstellbar.

319 Menschen gerettet

Dass bei den Einsätzen mit 38 933 Stunden 319 Menschen gerettet worden seien, ist für die Wehrmänner und -frauen Ansporn und Motivation. 7123 Einsatzkräfte von Feuerwehren verrichten im Donau-Ries ihren Dienst, darunter 482 Frauen. Manchmal, so der Kreisbrandrat, werde vergessen, „dass unser Dienst idealistisch und ehrenamtlich ist“. Und: Die meist teuren Fahrzeuge und Geräte dienten nicht der Freizeitgestaltung der Feuerwehr. Sie seien die Voraussetzung, um im Ernstfall eine schnelle und professionelle Hilfe zu leisten.

Feuerwehr im Kreis vor großen Veränderungen

Dazu ist eine umfangreiche Ausbildung nötig, so der Kreisbrandrat. Deshalb nahmen 187 Donau-Rieser an Lehrgängen staatlicher Feuerwehrschulen teil. Landkreis-Feuerwehrler wendeten zudem insgesamt 180000 Stunden für Übungen und Ausbildungsabende auf. Der Feuerwehrdienst werde in den nächsten zehn bis 20 Jahren umfassend verändert werden, wagte Mieling einen Ausblick in die Zukunft, „weil man keine geeigneten Personen mehr finden wird“. Das dürfe nicht dazu führen, dass Feuerwehren „einfach zusammengelegt“ würden, um Kosten zu sparen. Vielmehr müsse darüber nachgedacht werden, wie die Hilfsfristen sichergestellt werden könnten.

177 Stellungnahmen und 193 Ortstermine

Gut genutzt worden sei von den Feuerwehrlern das Feuerwehrerholungsheim Bayerisch Gmain. Dort können Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren zu Vorzugs-Tarifen (teilweise sogar kostenlos) ihren Urlaub verbringen. Besonders die Führungskräfte der 168 Wehren in 44 Kreiskommunen hätten am Schreibtisch einiges zu leisten. „177 Stellungnahmen sowie 193 Ortstermine für Bauten, Pläne oder Neubeschaffungen galt es zu erledigen.“

Schatzmeister Franz Reicherzer sprach von einer guten Kassenlage, die das ausreichende Finanzpolster leicht ansteigen ließ. „Respekt und Anerkennung“ sprach Kreisbrandrat Mieling allen aus: von den Kreisbrandinspektoren über Fachberater bis hin zu Jugendwarten. Es sei ihm immer eine Ehre, Feuerwehrkameraden für ihren Einsatz auszuzeichnen.

Ehrungen für Mitglieder

Das Ehrenkreuz des Freistaates Bayern für 25 Jahre aktiven Dienst in Silber erhielten Stefan Metz, Markus Schröttle (beide Donauwörth-Auchsesheim), Eric Siebachmeyer (Holheim), Matthias Griesbauer (Lehmingen), Tobias Ferber (Monheim), Uwe Lingner (Fendt Bäumenheim), Werner Biber (Kaisheim-Leitheim) und Harald Häckel (Kaisheim). Hans Stengel (Donauwörth-Berg) wurde das Ehrenkreuz des Landesfeuerwehrverbandes in Silber verliehen.

Mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz des Bezirksfeuerwehrverbandes Schwaben in Silber wurden Volker Großmann (Mertingen), Adalbert Feurer (Weilheim) und Oliver Stutzky (Donaumünster-Erlingshofen) ausgezeichnet, während sich über die Ehrennadel der Feuerwehr im Landkreis Peter Mikschl (Rain), Tobias Ferber, Maximilian Fischer (beide Monheim), Daniel Uhl und Matthias Bosch (beide Nördlingen) freuten. Geehrt wurde außerdem Kreisgeschäftsführer Arthur Lettenbauer vom Bayerischen Roten Kreuz in Nordschwaben. Das Ehrenkreuz der Landkreis-Wehren erhielten Marco Härtle (Oettingen) und Andreas Tegeler (Nördlingen), die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Bayern in Silber Carmen Lechner und Walter Maier. Zum Ehrenkreisbrandmeister wurde Manfred Halpap ernannt, der aus dem Feuerwehrdienst ausschied. Als Nachfolger wurde Mike Kühnel vorgestellt. Er ist neuer Kreisbrandmeister für den Bereich Tapfheim. Auf Nördlingens Stadtbrandinspektor Georg Schabert, der auf persönlichen Wunsch ausgeschieden war, folgt Marco Kurz. Als Nachfolgerin von Simon Srownal, der im Landratsamt bis zu seinem Wechsel zur Stadt Donauwörth für die Feuerwehren zuständig war, fungiert Marion Roßkopf. Huisheims Bürgermeister Harald Müller stellte seine Kommune vor, während CSU-Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler für alle Landtagsabgeordneten die Leistungen der Wehren anerkannte.

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