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Harburg

27.01.2019

Firma Märker will in die Tiefe gehen

So sah der Steinbruch „Bräunlesberg“ zwischen Harburg und Mauren vor einigen Jahren aus. Inzwischen nähert sich die Firma Märker dem derzeit genehmigten Abbauvolumen.
Bild: Märker

Plus Steinbruch „Bräunlesberg“ zwischen Harburg und Mauren ist bald ausgebeutet. Deshalb soll die Genehmigung für den Abbau erweitert werden.

Die Firma Märker muss hohen Aufwand betreiben, um den Rohstoff für die Zement- und Kalkprodukte heranzuschaffen. Im Wald zwischen Harburg und Mauren entstand Mitte der 1990er-Jahre ein neues Abbaugebiet für Kalkstein: der Steinbruch „Bräunlesberg“. Dieser soll auf Jahrzehnte sicherstellen, dass die Fabrik – die wohl eindrucksvollste Industrieanlage im Donau-Ries-Kreis – mit geeignetem Material versorgt werden kann. Dafür wurde auch ein 1,7 Kilometer langes Förderband zum Werksgelände installiert. Doch das maximal genehmigte Ausmaß des Gesteinabbaus in dem 23 Hektar großen Areal ist allmählich erreicht.

Deshalb will das Unternehmen weiter in die Tiefe gehen. Darüber informierten Geschäftsführer Maximilian Graf Pückler-Märker, weitere führende Märker-Mitarbeiter sowie Vertreter der Firma Müller-BBM Projektmanagement nun interessierte Bürger.

Die Erschütterungen sind bis in Mauren zu spüren

Pückler-Märker betonte das „gute nachbarschaftliche Verhältnis“ und sagte, das Besucherzentrum im Märkerwerk – dort fand die Veranstaltung statt – sei ein „Ort der Transparenz und des Austauschs“. Thomas Agricola (Müller-BBM) merkte an, das Projekt befinde sich in einem „sehr frühen Stadium“. Bislang seien keinerlei Antragsunterlagen erstellt worden. Später, wenn ein förmliches Genehmigungsverfahren stattfindet, würden die betroffenen Anlieger, Institutionen und Behörden beteiligt.

Zu den rund 20 Interessierten, die jetzt in Harburg anwesend waren, gehörten neben Bürgermeister Wolfgang Kilian, Drittem Bürgermeister Bernd Horst und Vertretern der Ortsgruppe des Bund Naturschutz vor allem Bewohner aus Mauren und den Reismühlen. Dies hat seinen Grund: Mauren liegt nur gut 500 Meter von der Abbruchkante des Steinbruchs entfernt. In diesem finden zwei- bis fünfmal pro Woche jeweils mittags oder am frühen Nachmittag Sprengungen statt. Die Erschütterungen sind den Bürgern zufolge bis in den Ort zu spüren.

Märker hat vor, den östlichen Teil des Abbaugebiets auf einer Fläche von rund 13 Hektar um zehn Meter zu vertiefen. Die jährliche Abbaumenge bleibe gleich, an der Abbaumethode ändere sich ebenso wenig, versicherte Agricola. Dies bedeute aber auch, dass es weiter Staub und Erschütterungen gebe. Einzige Änderung sei, dass der Steinbruch tiefer werde. Dies geschehe, um den Kalkstein möglichst effizient zu gewinnen, also vorerst keine weiteren Flächen zu benötigen. Die Maßnahme diene dazu, den Standort der Firma und die 270 Arbeitsplätze in Harburg zu sichern.

Wie lange reicht das Gestein für die Produktion?

„Die Grenzwerte sollen weiter eingehalten werden“, beruhigte Agricola. Um dies sicherzustellen, stünden umfangreiche Untersuchungen an. Es würden Gutachten zu Geräuschemissionen, Staub, Erschütterungen und Hydrologie – also mögliche Auswirkungen auf das Grundwasser – erstellt. Dies geschehe alles in enger Abstimmung mit dem Landratsamt.

Aus den Reihen der Besucher kam die Frage, wie lange denn das Gestein aus der Vertiefung für die Produktion reiche. Die Vertreter der Firma wollten sich da nicht genau festlegen. Der Zeitraum hänge unter anderem ab von der Qualität des Gesteins und von der Auftragslage des Unternehmens. „Die nächsten Jahre sind gesichert“, lautete eine Aussage. „Es gibt noch keinen Abbauplan“, ergänzte Thomas Agricola.

An verschiedenen Stationen erläuterten Experten auch mithilfe von Schaubildern, wie die Untersuchungskonzepte aussehen und welche Anforderungen bestehen. Matthias Graf von der Firma HPC informierte über das Grundwasser. Dieses habe bei dem Vorhaben oberste Priorität – sowohl aus ökologischen als auch aus ökonomischen Gesichtspunkten: „Wir können nicht riskieren, dass Grundwasser in die Grube eindringt.“

Seit Jahren werde an etwa einem halben Dutzend Messpegeln im näheren und weiteren Umfeld des Steinbruchs der Stand des Grundwassers untersucht. Die geplante Abbautiefe befinde sich noch drei Meter über dem maximalen Grundwasserpegel.

Geologe: Reisbachquelle ist nicht in Gefahr

Graf sagte, er sehe die nur unweit des Steinbruchs gelegene Reisbachquelle in keiner Weise in Gefahr. Allgemein sei zu beobachten, dass durch den Klimawandel der Grundwasserpegel sinke. Im Übrigen seien die Anforderungen des Umweltschutzes schon jetzt hoch. So seien zum Beispiel die großen Bagger und Lastwagen im Abbaugebiet mit Biodiesel unterwegs.

Nach Auskunft von Maximilian Graf Pückler-Märker ist es das Ziel des Unternehmens, die Genehmigung für die Vertiefung des Steinbruchs im Jahr 2020 zu erhalten.

Der Harburger Stadtrat Axel Wiedenmann, der auf der Oberen Reismühle lebt, lobte das Vorgehen der Firma. Er finde es „grundsätzlich gut“, wenn Märker auf diese Weise frühzeitig an die Öffentlichkeit gehe.

Dazu lesen sie auch Bodenschätze und ihre Kehrseite im Landkreis

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