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Donauwörth

22.01.2019

Fische in der Wörnitz hatten es 2018 nicht leicht

Die Wörnitz – hier ein Bild bei Donauwörth – ist Lebensraum für viele Tiere. Doch die ökologische Qualität ist laut Wasserwirtschaftsamt Donauwörth zu verbessern. Dies wird nun angegangen. Das freut auch die Fischereigenossenschaft.

Wie sich das heiße und trockene Jahr auf die Zahl der Tiere ausgewirkt hat und wie das Wasserwirtschaftsamt das Gewässer ökologisch aufwerten möchte

Hitze, Dürre, Unwetter, ein Wetterrekord nach dem Anderen. Dies wirkte sich auch auf die Fischbestände an der Wörnitz aus. Bedingt durch hohe Wassertemperaturen über lange Zeiträume kam es zu erhöhtem Stoffwechsel bei den Fischen und sehr niederen Sauerstoffverhältnissen in den Gewässern. Dazu noch der Befischungsdruck durch Kormoran und andere fischfressende Vögel. Die Fische hatten es 2018 nicht leicht. Das machte Hubert Wagner, Vorsitzender der Wörnitz-Fischereigenossenschaft (WFG) , bei der Mitgliederversammlung in Rudelstetten deutlich.

Fischwilderei und Verstöße gegen das Tierschutz-und Fischereigesetz sind auch im vergangenen Jahr durch die amtlich bestellten Fischereiaufseher im Einzugsgebiet der Wörnitz-Fischereigenossenschaft festgestellt worden. Schriftführer Kurt Strauß stellte die Fang- und Besatzauswertung der WFG vor. Dabei konnte er eindrucksvoll darstellen, dass der Satz „Wer ernten will, muss säen“ in der Fischerei so nicht anwendbar ist. Ausschlaggebend für einen guten, dem Gewässer angepassten, nachhaltigen Fischbestand ist nicht der Besatz sondern in erster Linie ein für die jeweilige Fischart geeigneter Lebensraum.

Das Fließgewässer fließt nicht mehr

Die Verbesserung der Gewässerlebensräume ist auch Ziel der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Was diesbezüglich getan wird, erklärte Timo Krohn vom WWA Donauwörth, in seinem Vortrag zum „Umsetzungskonzept Wörnitz“. Wie er ausführt, ist die Wörnitz ursprünglich ein Fließgewässer. Und, wie der Name sagt, sollte ein Fließgewässer fließen und sich durch die Fließkraft der Eigendynamik selbst entwickeln können.

Diese Kraft wurde dem Fluss jedoch über Jahrhunderte hinweg entzogen und in den vielen Mühlen, Trieb- und Kraftwerken genutzt. So entstand aus dem Fließgewässer eine aneinander gereihte Kette von Stauhaltungen.

Rückbau der Wasserkraftnutzung ist nicht absehbar

Da der Rückbau der Wasserkraftnutzung derzeit nicht absehbar ist, wurde ein Gewässerentwicklungskonzept entwickelt. Wie Krohn erklärt ist dies ein Plan, der eine wünschenswerte Gewässerentwicklung unter optimalen Bedingungen beschreibt. Ziel ist ein Leitfaden für alle Tätigkeiten und Projekte, die im Bereich der Wörnitz zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) stattfinden. Dabei handelt es sich ausschließlich um kurz- und mittelfristig realisierbare Maßnahmen zur Aufwertung der Lebensräume. Es geht darum die Wörnitz wieder in einen ökologisch guten Zustand zu versetzen. Kleine Dinge wie am Ufer fixiertes, aber im Wasser schwimmendes Totholz kann dazu beitragen. Gleiches gilt für Büsche am Ufer, die für Schatten und damit für einen langsamere Erwärmung des Wassers sorgen.

Als Aufgaben für das kommende Jahr sprach Wagner zum Schluss noch die Überarbeitung der Genossenschaftssatzung und eine zeitgemäß Anpassung auch an die Datenschutzverordung an. (dz/fene)

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