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Fünfstetten

23.02.2019

Flächenfraß und Angst vor Hochwasser

Die Staatsstraße Monheim – Wemding soll im Bereich der Gemeinde Fünfstetten (im Bild) neu ausgebaut werden. Die Fahrbahn soll breiter werden und parallel zur Fahrbahn zudem noch ein Radweg verlaufen. Dafür werden aber einige Flächen benötigt.
Bild: Wolfgang Widemann

Der geplante Ausbau der Staatsstraße zwischen Nußbühl und Wemding beschäftigt vor allem Landwirte - und die Räte in Otting.

Der geplante Ausbau der Staatsstraße zwischen Wemding und Nußbühl bereitet vor allem einer Reihe von Landwirten Kopfzerbrechen. Das wurde bei einem Runden Tisch deutlich, an dem neben den Gemeinderäten aus Fünfstetten und Otting auch Grundstücksbesitzer zugegen waren. Vertreter des Staatlichen Bauamts Augsburg sowie eines Ingenieur- und Naturschutzbüros stellten bei dem Termin in Fünfstetten den Planentwurf vor.

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Wie bereits gemeldet will die Behörde die Staatsstraße auf einer Länge von rund sechs Kilometern ausbauen. Davon liegen knapp vier Kilometer auf Fünfstettener Flur. Die Fahrbahn soll von sechs auf acht Meter verbreitert werden. Hinzu kommen Bankette (jeweils 1,50 Meter) und ein Radweg (2,50 Meter), der entlang der Straße verlaufen soll. Auf der Gemarkung Fünfstetten soll zudem die Kreuzung mit der Gemeindeverbindungsstraße Fünfstetten – Otting verändert werden: Die Verbindung soll künftig versetzt an die Staatsstraße anschließen. So soll die Kreuzung sicherer werden.

Rund 20 Grundstückseigentümer sind betroffen

Für die geplanten Maßnahmen benötigt das Staatliche Bauamt einige Flächen. In der Gemeinde Fünfstetten, genauer gesagt im Bereich des Ortsteils Heidmersbrunn samt Asbacherhof, sind laut Bürgermeister Werner Siebert davon rund 20 Grundstückseigentümer betroffen. Darüber informierte er in einer Sitzung des Gemeinderates.

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Ratsmitglied Michael Hofer, der auch Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) ist, brachte eine alternative Radweg-Route ins Spiel, um den Flächenverbrauch zu verringern. Demnach sollte der Radweg nicht parallel zur Staatsstraße angelegt werden. Er könnte vielmehr von Westen her über Nußbühl in Richtung Heidmersbrunn entlang der Ortsverbindungsstraße und dann weiter über Lommersheim nach Wemding führen. Die Vertreter der Augsburger Behörden sagten zu, diese Variante zu prüfen.

Den Ausführungen von Stefan Greineder (Staatliches Bauamt) zufolge soll die Staatsstraße am Anschluss von Heidmersbrunn eine Linksabbiegespur bekommen. Der Radweg entlang der Fahrbahn diene – so sei es im bisherigen Entwurf vorgesehen – auch als Weg für die Landwirtschaft. Wann die Bagger anrollen, sei noch unklar. Bei dem Gespräch wurde laut Siebert das Jahr 2022 als möglicher Starttermin genannt.

Wie groß müssen die Regenrückhaltebecken sein?

Aufmerksam verfolgt auch der Gemeinderat in Otting die Planungen. Nach Auskunft von Bürgermeister Johann Bernreuther beinhaltet das Konzept auf dem Fünfstettener Abschnitt drei Regenrückhaltebecken, die das Wasser von der Straße über die Gräben aufnehmen sollen. Das Problem aus Ottinger Sicht: Der Abfluss aus allen drei Becken geht in Richtung des Orts, der in den vergangenen Jahren nach Starkregen mehrmals von Hochwasser heimgesucht wurde; darunter auch die verheerende Flut im August 2017.

Man habe gegenüber der Behörde Bedenken geäußert, so Bernreuther. Ziel der Ottinger sei, dass kein Wasser von der Staatsstraße in das Dorf fließt. Zumindest sollte die Wassermenge so weit wie möglich reduziert werden.

Das Staatliche Bauamt will jetzt Berechnungen in Auftrag geben, wie sich der Abfluss bei unterschiedlich starken Niederschlägen bis hin zu einem 100-jährlichen Ereignis verhält.

Wenn das Ergebnis vorliegt, soll in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt festgelegt werden, in welcher Dimension die Rückhaltebecken an der Staatsstraße angelegt werden.

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