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Gewitter im Landkreis Donau-Ries

30.05.2016

Fluten in Kellern und auf Straßen

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Wo sonst eine Straße verläuft, floss durch Rehau am Sonntagabend ein Wildbach. Im Bereich des Monheimer Stadtteils, aber auch andernorts, regnete es so stark, dass der Boden, die Gräben und die Kanalisation die Fluten nicht mehr aufnehmen konnten. Die Feuerwehr war im Einsatz.
Bild: Johann Enderle

In der Region müssen am Sonntagabend und am Montagmorgen zahlreiche Feuerwehren ausrücken. Einige Hausbesitzer werden böse überrascht

Die Gewitter- und Regenfront, die am Sonntagabend die Region erreichte, hat mehreren Dutzend Hausbesitzern eine Menge Arbeit und Ärger beschert. Weil vielerorts der Boden, die Gräben und die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnten, drangen diese auch in einige Wohngebäude ein und richteten in diesen Schaden an. Im Verbreitungsgebiet der DZ waren beinahe flächendeckend die Feuerwehren im Einsatz. Sie mussten nicht nur die dreckige Brühe aus den Kellern pumpen, sondern auch so manche Straße wieder freimachen, die überschwemmt oder mit Schlamm bedeckt war. Trotz aller Widernisse stellte Kreisbrandrat Rudolf Mieling fest: „Wir sind noch glimpflich davongekommen.“

Weil am Sonntagabend gegen 19 Uhr schnell klar war, dass der Stark-regen nicht folgenlos bleiben würde, aktivierte die Integrierte Leitstelle in Augsburg die Kreiseinsatzzentralen (KEZ) in Donauwörth, Rain und Nördlingen. Während es im Ries weitgehend ruhig blieb, kamen in den übrigen Gebieten des Donau-Ries-Kreises bis 22.30 Uhr rund 50 Einsätze zusammen, berichtet Florian Weishäupl, Leiter der KEZ Donauwörth. Die Schwerpunkte lagen in einem Streifen, der sich über die Monheimer Alb und den Raum Rain/Marxheim erstreckte. Am meisten zu tun hatte wohl die Freiwillige Feuerwehr Monheim. Laut Kommandant Tobias Ferber wurde sie zu 15 Einsätzen gerufen. Zehn davon führten zu überfluteten Kellern. Bei einigen der Gebäude handelte es sich um Neubauten in der Siedlung „Krautgarten“. Zum Teil sei man bis zu drei Stunden damit beschäftigt gewesen, das Wasser aus den Kellern zu pumpen. Im Altweiherweg in Monheim blockierte eine etwa 30 Zentimeter dicke Schlammlawine die Fahrbahn. Sie musste Ferber zufolge mit schwerem Gerät – einem Radlader der Stadt – freigeräumt werden. Über Nacht fielen in Monheim fast 50 Liter Regen.

In einigen Monheimer Stadtteilen waren die Ortswehren ebenfalls unterwegs. In Kölburg wurden Gebäude in Mitleidenschaft gezogen und der Maibaum knickte ab. In Rehau herrschte ebenfalls der Ausnahmezustand. Die Feuerwehr musste den Keller des Gaststätte Am Steinbuck, der bis zu den Fenstern vollgelaufen war, freipumpen. Schlammmassen lagen auf den Straßen. Die wurden nach dem Ablaufen des Wassers gereinigt.

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Auch die Rettungswache des Roten Kreuzes betroffen

Am Montagmorgen gab es für die Einsatzkräfte in Weilheim einen unangenehmen Job zu erledigen: Das Rechengebäude der Kläranlage wurde überflutet und musste leergepumpt werden, damit es wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Wehren aus Monheim und Weilheim waren vier Stunden mit dieser Aufgabe beschäftigt.

In Marxheim erwischte es in der Bruck-Siedlung ein Wohngebäude am schlimmsten. Dort stand Kreisbrandmeister Jürgen Haschner zufolge das Wasser einen halben Meter hoch im Keller. In Wemding verzeichnete die Feuerwehr fünf Einsätze. Wie andernorts wurden durch den Wasserdruck Kanaldeckel hochgehoben und mussten wieder eingesetzt werden. In zwei Keller drang laut Kommandant Christian Brunner-Hauck Regenwasser ein.

Heftiger und andauernder Niederschlag hat auch die Feuerwehren im Raum Harburg auf Trab gehalten - und den Keller eines Wohnhauses in Ebermergen meterhoch überflutet. Dabei gab es Sachschaden, denn in der Garage im Untergeschoss stand auch ein Auto. An diesem reichten die Fluten bis zu den Scheiben.

Nach Auskunft von Kreisbrandmeister Reiner Häfele wurden die Freiwilligen Feuerwehren Harburg und Brünsee/Marbach am Sonntagabend alarmiert. Die Harburger Feuerwehr musste freilich das Gelände, auf dem das Gerätehaus steht, nicht einmal verlassen. Überschwemmt war nämlich die Garage der ebenfalls auf dem Areal angesiedelten Rettungswache des Roten Kreuzes. Das Wasser quoll aus dem Kanal in das Gebäude. Ebenfalls zu tun hatten die Einsatzkräfte – wie zuletzt vor gut zwei Wochen – an der Ortsverbindungsstraße zwischen Ebermergen und Brünsee, genauer gesagt an der Abzweigung nach Marbach. Dort verwandelte sich die Straße den Hügel herunter in einen Wildbach.

Gleiches passierte im Zentrum von Ebermergen, wo durch den ergiebigen Niederschlag, der gegen Mitternacht einsetzte, der Morschbach in der Angelgasse über die Ufer trat. In der Dorfmitte flossen nach Angaben der Feuerwehr die Fluten dann auf dem im vorigen Jahr neu gepflasterten Platz nicht in Richtung Reisbach und Wörnitz ab, sondern sammelten sich in der tiefer gelegenen Badgasse. Die wurde auf einer Länge von rund 50 Metern überschwemmt. Das Wasser lief auch zunächst unbemerkt in den Keller eines Anwesens. Gegen 4.15 Uhr schlugen Anwohner Alarm. Die Ebermergener Feuerwehr pumpte das Wasser aus dem Keller ab und machte verstopfte Gullys frei.

Die Wehren aus Harburg, Ebermergen und Brünsee/Marbach waren zusammengerechnet mit über 50 Kräften im Einsatz. Insgesamt dürften im Landkreis mehrere hundert Kräfte aktiv gewesen sein.

In Donauwörth musste im Laufe des Montag die Airbus-Unterführung gesperrt werden, weil diese durch Druckwasser überflutet wurde.

Kaisheimer fühlen mit Kameraden in Württemberg

Betrachte man die katastrophalen Ereignisse in Baden-Württemberg, so seien die Überflutungen im Donau-Ries-Kreis eher als „harmlos“ zu betrachten, merkte Kreisbrandrat Mieling an. Der fühlt vor allem mit den Kameraden in Braunsbach bei Schwäbisch Hall, wo das Hochwasser verheerende Schäden anrichtete. Die Kaisheimer Feuerwehr, der auch Mieling angehört, ist mit der Wehr in dem 900-Einwohner-Ort seit Jahren freundschaftlich verbunden.

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