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Landkreis Donau-Ries

21.07.2020

Frau verkauft kranke Kätzchen im Internet

Eine Frau hat mehrere kranke Katzenbabys verkauft. Diesen zwei Kätzchen geht es nach der tierärztlichen Behandlung schon besser.

Plus Veterinäramt, Tierschutz und Polizei überführten die Frau aus dem Donau-Ries-Kreis. Doch sie ist weiter aktiv.

Ein kleines Kätzchen für 80 Euro. So lautete die Anzeige aus dem Raum Dachau, die Mitgliedern des Bundes für Katzenfreunde München auffiel. Jemand hatte angeblich das Tier gefunden und bot es auf der Internetplattform Ebay an. Als die Katzenfreunde beschlossen, das Tier zu kaufen, kamen sie auf die Spur einer gewerblichen Tierhändlerin aus dem Donau-Ries-Kreis. Anfang Juli stellten Tierschutz, Veterinäramt und Polizei Dachau gemeinsam der Frau eine Falle. Doch sie verkauft weiterhin kranke Kätzchen.

Die Katzenfreunde kontaktierten die Verkäuferin

Als den Katzenfreunden die erste Anzeige aufgefallen war, kontaktierten sie die Verkäuferin. Für die Übergabe schlug diese einen Parkplatz gegen ein Uhr nachts vor. Die Frau erschien jedoch nicht. Erst bei einem erneuten Treffen kam sie zum Treffpunkt. Sie stieg nicht aus, wollte erst das Geld und überreichte dann ein schwer krankes Katzenkind durch das Fenster. Ohne tierärztliche Behandlung hätte das Tier nicht mehr lange überleben können, so das Landratsamt Dachau.

Erneut gab es eine Anzeige auf Ebay

Schon am nächsten Tag entdeckten die Katzenfreunde wieder eine Anzeige auf Ebay, dieses Mal wurden zwei Katzenkinder für je 120 Euro angeboten. Da der erste Übergabeort im Landkreis Dachau lag, wandten sich die Katzenfreunde an den Tierschutzverein Dachau. Der kannte die Verkäuferin bereits. Früher verkaufte sie nach Angaben des Vereins unzählige Hamster, aber auch Hunde und Katzen. Auch das Veterinäramt Dachau und die Polizei Dachau wurden daraufhin alarmiert. Daraufhin machten sie einen Plan, um die Verkäuferin auf frischer Tat zu erwischen: Zwei vorgeschobene Tierinteressenten schrieben der Frau. Am Übergabeort, erneut ein Parkplatz, warteten dann die angeblichen Käufer, aber auch die Polizei in Zivil und zwei Mitglieder des Tierschutzvereins Dachau.

Das kleinste Kätzchen wog nur 400 Gramm

Nach dem Eintreffen der Verkäuferin ging alles schnell. Im Inneren eines Transporters fanden die Ermittler sechs Katzenkinder und übergaben sie dem Tierheim Dachau. Das kleinste Kätzchen wog nur 470 Gramm und wurde viel zu früh von der Mutter getrennt.

Alle Katzen waren extrem verfloht, hatten Durchfall und massiven Wurmbefall. Außerdem testeten Tierärzte alle positiv auf Katzenseuche. Die Tiere waren weder gegen Parasiten behandelt noch geimpft oder gechipt. Eine der Katzen musste in eine Tierklinik gebracht werden. Aufgrund der schweren Erkrankung ist nicht sicher, ob alle Kätzchen überleben werden. Die beschlagnahmten Tiere werden im Tierheim gesund gepflegt und könnten nach einer Freigabe vermittelt werden. Gegen die Frau wurde ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.

Die Tierhändlerin erwies sich als unbelehrbar

Doch die Tierhändlerin erwies sich anscheinend als unbelehrbar. Nun wurden wieder zwei Katzenbabys derselben Händlerin in Dachau beschlagnahmt. Das teilt das Dachauer Landratsamt mit. Die Anzeige zum Verkauf der Tiere war demnach wieder auf der Internetseite von Ebay Kleinanzeigen zu finden. Tierschützer hatten diese weiter beobachtet. Die Katzen wurden laut Mitteilung diesmal nicht wie zuvor auf einem Parkplatz verkauft, sondern direkt nach Hause zum Käufer gebracht. In der Anzeige stehe zwar, dass man die Tiere besichtigen könnte, aber letztlich habe die Anbieterin die Tiere bringen wollen.

Wie das Landratsamt weiter berichtet, sahen die Katzenkinder diesmal bis auf eine Verletzung und Flohbefall äußerlich recht passabel aus. Doch geschulte Augen erkannten sofort den etwas kranken Blick in den Augen der Katzen. Ein späterer Test bestätigte: Giardien und Parvovirose positiv. Parvovirose, auch Katzenseuche genannt, ist laut Landratsamt eine hochansteckende, lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Bei Katzenwelpen führt die Virusinfektion trotz bester Versorgung in der Tierklinik oft zum Tod der Tiere. Auch geimpfte Tiere können daran erkranken. Hier ist der Krankheitsverlauf aber milder als bei ungeimpften Tieren. Parvoviren sind für den Menschen nicht ansteckend, anders sieht es mit den Darmparasiten Giardien aus.

Die Tierschützer und Ermittler sind sich relativ sicher, dass die Frau zwischenzeitlich wieder Katzenkinder verkauft hat. Deshalb raten sie den Käufern dringend, mit dem Tier umgehend einen Tierarzt aufzusuchen. Die Inkubationszeit bei Katzenseuche beträgt etwa zwei Wochen. Je schneller kranke Katzen behandelt werden, desto größer ist die Chance, dass sie überleben.Der generelle Appell an Menschen, die sich eine Katze zulegen wollen, lautet: auf keinen Fall auf diesem Weg ein Lebewesen erstehen und dubiose Verkäufer zum Weitermachen ermuntern.

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24.07.2020

schon traurig wenn das Gesetz keine Möglichkeit bietet solchen Leuten das Handwerk zu legen.
Stattdessen müssen die Behörden zuschauen und die Bevölkerung warnen. Das verstehe wer will.....

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