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21.08.2020

Frauen, traut euch was zu!

Artikel 3 des Grundgesetzes über Gleichheit vor dem Gesetz.
Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Plus Es sollte schlicht keine Frage mehr sein, ob es Zeit ist für eine Frau in einem wichtigen und repräsentativen Amt. Es sollte nur die Frage sein, ob die Person – Mann oder Frau – es fachlich und charakterlich im Kreuz hat.

Klar kann man sagen: Warum ist es eigentlich eine Besonderheit, wenn ein hohes, politisches Amt von einer Frau ausgeübt wird? Sind wir nicht schon lange in der Situation, in der es selbstverständlich ist, ja eigentlich gar nicht mehr erwähnenswert sein sollte, dass jetzt eine Frau die Geschäfte im Landkreis führt?

Oh ja, es ist erwähnenswert. Nicht nur, weil die Autorin dieser Zeilen selbst eine Frau ist und deshalb einen weiblichen Blick auf diese Frage hat. Jeder, der daran zweifelt, ob Politik noch immer NUR Männersache ist, der kann einfach einen Blick in die politische Karte dieses Landkreises werfen. Gerade mal vier Frauen bekleiden das Amt des Bürgermeisters. Im Kreistag sind gerade mal 16 der 60 Posten mit Frauen besetzt. In Donauwörth und auch in Nördlingen sind zehn von 30 Stadträten weiblich. Je ländlicher die Regionen, desto weniger Frauen sind dabei.

Frauen dürfen nicht zu sehr an sich zweifeln

Dabei geht es nicht darum, dass Frauen überhöht werden oder künstlich in die Politik oder in Posten gehoben werden. Es sollte schlicht keine Frage mehr sein, ob es Zeit ist für eine Frau in einem wichtigen und repräsentativen Amt. Es sollte nur die Frage sein, ob die Person – Mann oder Frau – es fachlich und charakterlich im Kreuz hat.

Das kann aber auch nur dann funktionieren, wenn auch die Frauen nicht an sich selbst zweifeln, ihre eigenen Interessen nicht dauerhaft für Familie und Haushalt zurückstellen, sondern sich nach vorne wagen. Es gehört auch dazu, sich hinzustellen und sich Gehör zu verschaffen, sich einzumischen und zu beweisen. Natürlich wird immer wieder die Frage kommen, wer denn gerade die Kinder versorgt oder heute Abend das Essen kocht. Aber davon darf man sich nicht schrecken lassen. Wer echte Lust auf Politik hat und mitgestalten will, der soll alle Chancen haben. Egal ob Mann oder Frau.

Claudia Marb ist im Donau-Ries Landrätin auf Zeit

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