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Rain

30.01.2015

Frauenarzt bekommt einen Neubau

Dr. Paul Keim (links) übernimmt ab Mitte Februar die Frauenarztpraxis von Dr. Johannes Klug in Rain.
Bild: Keim

Rain greift tief in die Tasche, um eine Praxis zu errichten. Warum der Stadtrat trotz der hohen Kosten dieses Projekt befürwortet.

Seit Jahresbeginn ist mit Dr. Paul Keim in Rain ein neuer Frauenarzt tätig. Bis Mitte Februar arbeitet der 50-Jährige mit Dr. Johannes-Michael Klug noch gemeinsam in dessen Praxis der Hauptstraße, dann geht Klug in Ruhestand und Klug übernimmt als alleiniger Chef (DZ berichtete). In den bisherigen Räumlichkeiten wird Klug aber nur noch einige Monate praktizieren, dann ist ein Umzug in ein anderes Gebäude, am unteren Ende der Hauptstraße, vorgesehen.

Dieses muss neu aber komplett errichtet werden, 850000 bis 950000 Euro werden dafür wohl fällig. Das hätten Machbarkeitsstudien mehrerer Architekten ergeben, hieß es in der vergangenen Sitzung des Rainer Stadtrats. Dabei wurden auch die in Abstimmung mit Keim erarbeiteten Grundrisse vorgestellt. Im Erdgeschoss soll die neue Frauenarztpraxis entstehen, im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss ist jeweils eine Wohnung geplant.

„Das ist die beste Lösung, die wir bisher gesehen haben“, sagte Rainer Wilhelm zu den Entwürfen und sah darin „einen guten Weg zum Weitermachen“. Für Wolfgang Janson handle es sich bei der Investitionssumme zwar um einen stolzen Betrag, aber mit der Vermietung werde ja eine Rendite erwirtschaftet. Die Investition würde sich also „nach einigen Jahren oder Jahrzehnten amortisierten“. Janson begrüßte es zudem, dass dadurch ein Gebäude an exponierter Stelle aufgewertet wird.

Hans Hafer meinte ebenfalls, mit diesem Projekt mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können: Ein Arzt werde in der Stadt gehalten, man setze einen städtebaulichen Akzent, es entstehe Wohnraum im Stadtkern, das Gebäude werde refinanziert und auch die heimische Wirtschaft profitiere in Form von Aufträgen. Für Karl Rehm war klar, dass man das Gebäude, das seit mehreren Jahren der Stadt gehört, nicht verfallen lassen könne – zumal es sich durch die direkte Nähe zum Schwabtor an einer markanten Stelle befinde und dadurch ein Blickfang sei. „Wir können das Haus jetzt einer guten Verwendung zuführen, daher ist das eine gute Investition.“

Erhard Sandmeir und Paul Strobl hakten im Zuge der Diskussion nach, ob man dem Frauenarzt auch Alternativen angeboten beziehungsweise andere Möglichkeiten geprüft habe – zum Beispiel im Gesundheitshaus. Dort gebe es im Obergeschoss freie Flächen, ein Aufzug sei ebenfalls vorhanden. „Zu der Zeit, als die Entscheidung von Dr. Keim anstand, war nichts anderes verfügbar“, lautete die Antwort von Bürgermeister Gerhard Martin dazu.

Das bestätigt der Frauenarzt auf DZ-Nachfrage. „Die Idee, die Praxis zu übernehmen, hatte ich ja schon vor einem Jahr. Als ich mich damals beworben habe, war im Gesundheitshaus nichts frei. Später gab es etwas, aber das war zu klein“, so Keim. Es habe allerdings durchaus Kontakt mit dem neuen Mediziner gegeben, berichtet Apotheker Ivo Gropper, der die Räume des Gesundheitshauses von der benachbarten Sparkasse ange- und an die Ärztegemeinschaft weiter vermietet hat. Es sei immer der Plan gewesen, dort verschiedene Fachrichtungen unterzubringen. „Die Ärzte können dann ja die Synergieeffekte nutzen“, sagt Gropper der DZ.

Für ihn sei aber das Wichtigste, dass ein Frauenarzt in Rain bleibt – unabhängig vom Standort. Es sei bis vor einigen Monaten außerdem unklar gewesen, ob beziehungsweise wann im ersten Stock des Gesundheitshaus neue Flächen frei werden, so Gropper. Kürzlich hat er aber dort weitere Räume angemietet. Darin wird demnächst die bisher im Erdgeschoss untergebrachte Onkologiepraxis einziehen, außerdem laufen Verhandlungen mit einem Massage- und Kosmetikstudio.

Keim selbst hat nach eigener Aussage die Räumlichkeiten im Gesundheitshaus nie besichtigt, daher hätten sich auch seine Überlegungen früh auf das Gebäude am Ende der Hauptstraße konzentriert. Eine Lage im Erdgeschoss sei übrigens keine Grundvoraussetzung für seine Praxis gewesen, betont Keim. „Es muss nicht ebenerdig sein, sondern rollstuhlgerecht.“ Je nach Gegebenheit sei dafür aber ein Fahrstuhl nicht immer eine geeignete Lösung.

Dass nun ein komplett neues Haus gebaut wird – dem stimmte der Rainer Stadtrat schließlich einstimmig zu –, freut den Mediziner: „Mit dieser Variante bin ich sehr glücklich und zufrieden.“

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