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Donauwörth

13.09.2019

Fremder drängt junger Frau Kuss auf: Hat er sie mit Hepatitis infiziert?

Am Donauwörther Bahnhof hatte eine Studentin aus Donauwörth eine mehr als unschöne Begegnung. Noch immer leidet sie unter den Folgen: Sie könnte mit Hepatitis B infiziert sein.
Bild: Bastian Sünkel (Archiv)

Ein 47-Jähriger geht wohl für zwei Jahre in Haft. Er hatte eine fremde Frau am Donauwörther Bahnhof gegen ihren Willen geküsst – und mit Hepatitis angesteckt?

Zwei Jahre ins Gefängnis schickt das Schöffengericht des Augsburger Amtsgerichts einen 47-jährigen Mann aus Donauwörth. Er hatte eine ihm völlig fremde 22-jährige Studentin gegen deren Willen auf den Mund geküsst und sie somit sexuell genötigt.

Fremder Mann zwingt junger Frau in Donauwörth unvermittelt einen Kuss auf

Es war im vergangenen Mai um 15.40 Uhr auf Gleis 4 des Donauwörther Bahnhofs. Die Geschädigte, eine 22-jährige Studentin aus Donauwörth, war gerade dabei, sich von ihren Eltern zu verabschieden. Plötzlich habe sich der Angeklagte, den sie nie vorher gesehen habe, zwischen sie und ihre Eltern gedrängt. Er habe sie an beiden Handgelenken gepackt, festgehalten und seinen Mund auf ihren gepresst. Es habe mehrere Sekunden gedauert, bis sich die junge Frau wieder habe befreien können.

Nach dem ersten Schock sei Ekel das bestimmende Gefühl gewesen, schilderte die Geschädigte gegenüber Richterin Ulrike Ebel-Scheufele und ihren Schöffen. Als sie sich anschließend im Zug hingesetzt habe, so die 22-Jährige, habe der Angeklagte sie von außen angegrinst.

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Mit seinen Händen habe er eine obszöne Geste gemacht, möglicherweise, um ihr für die Zukunft weitere Übergriffe anzudeuten. Tage später dann eine Hiobsbotschaft für die Studentin von der Polizei: Es hatte sich bei den Ermittlungen herausgestellt, dass der Angeklagte an Gelbsucht leide – einer schweren Krankheit, die mit Speichel übertragen werden kann.

Noch immer ist die junge Frau unsicher, ob sie mit Hepatitis B infiziert ist

Bis heute, schluchzte die Geschädigte im Gerichtssaal, habe sie trotz dreier Untersuchungen keine Gewissheit, nicht mit Hepatitis B angesteckt worden zu sein. Anders als zuvor, leide sie seit der Tat unter Angstzuständen, etwa wenn sie abends allein unterwegs sein müsse.

Verteidiger Michael Weiss gab für seinen Mandanten eine kurze Erklärung ab. Demgemäß gestehe der 47-Jährige die ihm vorgeworfenen Anklagepunkte. Er habe an diesem Tag zuvor einen Joint geraucht und sei etwas berauscht gewesen. Was er getan und angerichtet habe, bedauere er. Dann versuchte sich der Angeklagte bei seinem Opfer zu entschuldigen. Seit der Tat im Mai befindet sich der Angeklagte nahezu ununterbrochen in Untersuchungshaft.

Der Täter hatte gerade das Gefängnis verlassen - nun muss er wieder in Haft

Problematisch wurde für den Angeklagten, der erst seit etwa drei Jahren in Deutschland lebt, ein Blick ins Bundeszentralregister. Drei Einträge gibt es da, einschlägige Aggressionsdelikte. Zum Zeitpunkt der Tat hatte er gerade eben das Gefängnis verlassen und stand unter offener Bewährung.

Staatsanwältin Stefanie Dylla wies in ihrem Plädoyer auf das rücksichtslose Verhalten des Angeklagten hin. Er habe mit seiner Tat das Leben der Geschädigten stark beeinträchtigt. Dass er sie auf den Mund geküsst habe, obwohl er um seine ansteckende Krankheit gewusst habe, sei verwerflich. Dylla forderte, den Angeklagten wegen sexueller Nötigung, vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten zu verurteilen.

Warum es für den Angeklagten nur wenig Entlastendes gab

Dass es für seinen Mandanten angesichts der Umstände schwierig werden könnte mit einer Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wird, erkannte auch Verteidiger Weiss. Weil sich sein Mandant reuig gezeigt habe und er ein Geständnis abgelegt hatte, hielt er eine Strafe von einem Jahr und vier Monaten für angemessen.

Zwei Jahre Gefängnis lautete sodann das Urteil des Schöffengerichts. Wenig Entlastendem stehe eine lange Liste von Verfehlungen gegenüber, so Richterin Ebel-Scheufele.: die einschlägigen Vorstrafen, die Rückfallgeschwindigkeit, die laufende Bewährung...

Der Angeklagte habe die Geschädigte zu einem Lustobjekt herabgewürdigt, das verlange eine spürbare Strafe. Dann ging es für den Angeklagten zurück ins Gefängnis. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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16.09.2019

@Raimund Kamm
Ich bin mir sicher, dass die meisten Kommentierer weder rassistisch noch idiologisch sind. Es ist eben nicht egal, woher dieser Mann kommt. Der vor 3 Jahren ins Land gekommene Nordafrikaner hat sicherlich keinen Aufenthaltstatus, ist mehrmals kriminell geworden und kostet den treuen Steuerzahler Unsummen von Geld. Dass da normale Bürger es in Ordnung finden, wenn er in sein Heimatland abgeschoben wird, das finde ich keineswegs verwerflich, schon gar nicht rassistisch!

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15.09.2019

"Die Tat ist doch verwerflich, egal ob sie von einem Sachsen, Marokkaner, Russen, Österreicher, Schwaben oder im Ausland geborenen und bis vor drei Jahren im Ausland gelebten Deutschen begangen wurde."
Sehr geehrter Hr. Kamm!
Natürlich ist diese Tat verwerflich, das hat doch jeder hier bestätigt. Dass die Forderung nach Ausweisung etwas mit Rassismus zu tun haben sollte, das ist aus meiner Sicht "links-grüne" Idiologie.
Warum das herumgeeiere und das Verschweigen! Lesen doch bitte nach, was die DZ im Mai geschrieben hat unter "Unliebsame Küsse am Bahnhof"! Dort nannte man die Täterherkunft und sprach von einem Nordafrikaner!
https://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Unliebsame-Kuesse-am-Bahnhof-id54357196.html

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15.09.2019

@Rudolf Gentner
>>Dass die Forderung nach Ausweisung etwas mit Rassismus zu tun haben sollte, das ist aus meiner Sicht "links-grüne" Idiologie. Warum das herumgeeiere und das Verschweigen!<< (Originale Rechtschreibung)
Jeder Täter hat verschiedene Merkmale: Frau oder Mann, klein oder groß, Alter, ungebildet oder gebildet, Nationalität, Beruf, arm oder reich, …
Wenn in diesem Forum Straftäter fast ausschließlich herausgepickt werden, wenn sie Ausländer – möglichst mit nicht ganz weißer Hautfarbe sind, ist das rassistisch.

Raimund Kamm

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14.09.2019

>>Angeklagten, der erst seit etwa drei Jahren in Deutschland lebt,<<

Offensichtlich sind sich hier alle einig, dass der Mann abscheulich und verwerflich gehandelt hat.

Doch dann setzen drei Kommentierer wieder die rassistische Brille auf und schreien „Ausländer raus“. Die Tat ist doch verwerflich, egal ob sie von einem Sachsen, Marokkaner, Russen, Österreicher, Schwaben oder im Ausland geborenen und bis vor drei Jahren im Ausland gelebten Deutschen begangen wurde.

Raimund Kamm

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14.09.2019

Die Forderung nach Ausschaffung resultiert aus mehrfach gewaltkriminellem Verhalten - das hat nichts mit Rassismus zu tun.

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14.09.2019

@Raimund Sie bringen es auf denn punkt es kann einem egal sein

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14.09.2019

Dem herr ist es egal ich lebte lange zeit in sud amerika so wie in asien die menschen dort ist es egal ob sie in haft mussen oder nicht da sie wissen das leben ist nur auf eine bestimmte zeit ihnen ist es egal ist was man erreicht im leben sie leben von einer min auf die andere da sie das leben geniessen wollen

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13.09.2019

>> Problematisch wurde für den Angeklagten, der erst seit etwa drei Jahren in Deutschland lebt, ein Blick ins Bundeszentralregister. Drei Einträge gibt es da, einschlägige Aggressionsdelikte. <<

Dieser Mann gehört nicht zu uns.

Man sollte ihn bis zu seiner endgültigen Ausreise in Haft nehmen und die Bevölkerung vor seinem aggressiven Wesen schützen.

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13.09.2019

Zitat: "Dieser Mann gehört nicht zu uns.
Man sollte ihn bis zu seiner endgültigen Ausreise in Haft nehmen und die Bevölkerung vor seinem aggressiven Wesen schützen".Sie haben vollkommen recht Herr Peter P. Aber leider wird das in unserem Land nicht geschehen. So ist das jetzt in diesem Rechtsstaat.

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14.09.2019

Es steht hier überhaupt nicht, ob es ein Deutscher, EU Bürger oder eben nichts davon ist.

Bei letzterem ist eine Ausweisung aufgrund der Strafen möglich und sinnvoll.

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