Newsticker

Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf höchstem Stand seit April
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Frust bei Landwirten und Fischern

Ausweisung von Schutzgebieten

09.03.2009

Frust bei Landwirten und Fischern

Geht es um die Ausweisung von Schutzgebieten, sind Interessenkonflikte zwischen Behörden sowie Grundstücks- und Waldbesitzern programmiert. Selten prallen diese jedoch in derart geballter Form aufeinander wie bei einer Informationsveranstaltung des Amtes für Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen.

Burgheim (mr) - Geht es um die Ausweisung von Schutzgebieten, sind Interessenkonflikte zwischen Behörden sowie Grundstücks- und Waldbesitzern programmiert. Selten prallen diese jedoch in derart geballter Form aufeinander wie bei einer Informationsveranstaltung des Amtes für Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen über die Sicherung einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Landnutzung durch Landwirte und Waldbesitzer im FFH-Gebiet "Donau mit Jurahängen zwischen Neuburg und Leitheim" sowie dem Vogelschutzgebiet "Donau-Auen zwischen Lechmündung und Ingolstadt".

Beim FFH-Gebiet handelt es sich um eine Fläche von 3300 Hektar, (2000 davon sind bewaldet) die jeweils zur Hälfte auf oberbayerischer und schwäbischer Seite liegt. Das 4000 Hektar umfassende Vogelschutzgebiet liegt zwischen der Staustufe Bittenbrunn und der Stadt Donauwörth.

Wegen der großen Wasserflächen hat das Gebiet eine übergeordnete Rolle vor allem für ziehende Wasservögel, wie Martin Lauterbach von der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft betonte.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Luft im Gasthaus "Zur Pfalz" in Burgheim war dünn. Nicht allein wegen des mit mehr als 200 Personen restlos überfüllten Versammlungsraumes. Der Frust, der sich bei Landwirten und Fischern aufgrund der in der Vergangenheit mit den Behörden gemachten Erfahrungen breitgemacht hat, war nicht zu übersehen und schon gar nicht zu überhören.

Als ein sichtlich um Ausgleich bemühter, am Ende aber etwas genervter Forstdirektor Wolfgang Oberprieler ("Sie machen hier einen Generalrundumschlag, das ist kein Dialog, wie das hier abgelaufen ist!"), die Veranstaltung nach dreieinhalb Stunden für beendet erklärte, hätte die Unzufriedenheit auf beiden Seiten nicht größer sein können. Zu groß war die Skepsis der Grundstücksbesitzer gegenüber dem, was sie von den Fachbehörden zu hören bekamen, zu widersprüchlich für sie etliche der von den Fachleuten gemachten Aussagen, als dass es zu einem Konsens hätte kommen können.

"Das, was hier passiert, ist nichts anderes als eine schleichende Enteignung", meinte der Donauwörther BBV-Kreisobmann Karl Wiedemann. Massive Zweifel wurden laut, als Natura-2000-Gebietsleiter Konrad Hornung vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Nördlingen auf die Möglichkeit der Grundstücksbesitzer zur Teilnahme am sogenannten "Runden Tisch" verwies. "Hier können sie all ihre Bedenken und Anregungen einbringen." Die in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen hätten gezeigt, dass man von Fachbehörden übergangen und keinesfalls als gleichberechtigter Partner behandelt werde, gab ihm einer der Anwesenden als Antwort mit auf den Weg. Bemängelt wurde, dass staatliche Flächen von der Maßnahme unberührt bleiben, private und kommunale Grundstücke hingegen rigoros mit eingebunden werden.

Gelächter löste der Hinweis von Elmar Wenisch als Vertreter der höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern aus, dem zufolge jeder Besitzer darauf stolz sein sollte, wenn sein Grundstück durch den FFH-Status als hochwertiges Gebiet ausgewiesen und somit "geadelt" werde.

Diese Bemerkung veranlasste den Rennertshofener Rathauchef Ernst Gebert zu der Frage, ob der Bau des 220 Hektar umfassenden Polders in Riedensheim eventuell ein Opfer des "geadelten Vogelschutzgebietes" werden könnte. Er hoffe, so Gebert, dass bei der Umweltverträglichkeitsprüfung nicht mit zweierlei Maß gemessen werde.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren