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Niederschönenfeld

14.04.2019

Fünf Bürgerinitiativen kämpfen für Energiewende

Der Deckel zum Ausbau der Photovoltaik darf nicht fallen: Bei der Unterschrift des symbolischen Deckels für Wirtschaftsminister Peter Altmaier (von links) Anita Dieminger (BI Ellgau), Landrat Peter von der Grün (Neuburg-Schrobenhausen), Bürgermeister Peter Mahl (Niederschönenfeld) und Landrat Stefan Rößle.
Bild: Adalbert Riehl

Plus Auch nach dem Aus für die „Monster“-Stromtrasse treffen sich die Gruppierungen in Niederschönenfeld. Sie sind weiter aktiv.

Fünf Bürgerinitiativen feierten nicht in erster Linie ihr fünfjähriges Bestehen und die Verhinderung der Gleichstromtrasse durch die Landkreise Neuburg-Schrobenhausen und Donau-Ries nach Meitingen, sondern blickten unter dem Motto „Für eine echte Energiewende, regenerativ, regional und dezentral“ nach vorne. Im voll besetzten Bürgerhaus in Niederschönenfeld – darunter aktive und ehemalige Landtagsabgeordnete – wurde in zehn Beiträgen aufgezeigt, wie neue Stromtrassen überflüssig werden sollen und dezentrale Strukturen auszubauen sind.

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Landrat: „Wir sind bei euch“

Martin Stegmair vom Gastgeber Niederschönenfeld führte durch die Informationsveranstaltung. Landrat Peter von der Grün (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) stellte auch namens seines Amtskollegen Stefan Rößle aus dem Donau-Ries-Kreis heraus, jeder, ob Bürger oder Kommune, könne seinen Beitrag zur Energiewende leisten. Von der Grün ermutigte die Akteure: „Weiter so, wir sind bei euch.“ In einer Videobotschaft hielt es Professor Volker Quaschning (Berlin) für unverzichtbar, in 20 Jahren komplett auf Öl, Erdgas und Kohle zu verzichten. Der Deckel für die Förderung der Photovoltaik dürfe nicht fallen: Symbolisch unterzeichneten alle Gäste deshalb zwei Klodeckel, die an Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Kanzlerin Angela Merkel gesendet werden.

Vielzahl von Aktionen

Anita Dieminger von der Bürgerinitiative Ellgau/VG Nordendorf erläuterte mit einer Präsentation das Doppelziel Trassenverhinderung und Energiewende. Gabriele Buck-Baumann von der BI Marxheim untermauerte dies mit Impressionen von der Vielzahl der Aktionen seit 2014. Für die BI Oberhausen-Unterhausen-Sinning hielt Manfred Burzler ein flammendes Plädoyer für die Elektromobilität, für die er keine Alternative sehe. Michaela Hermann von der BI Rennertshofen beleuchtete Entwicklungen der Gesetzgebung und begrüßte den „Friday for future“, mit dem die Politik ebenfalls wachgerüttelt werde.

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Drei Gastreferenten untermauerten, was Kommunen, Betriebe und Bürger zur Energiewende beitragen können. Bürgermeister Erwin Karg aus Fuchstal (Kreis Landsberg) stellte seine „Energie-Gemeinde“ vor: Mit verschiedenen Quellen werde regenerativ wesentlich mehr erzeugt als verbraucht. Maximen des Handelns seien, Investitionen und Gewinne bei Kommune und Bürgern zu belassen und die verschiedenen Energiequellen im Zusammenwirken zu optimieren.

100 Prozent erneuerbare Energie

Firmenchef Franz-Josef Feilmeier von Fenecon in Deggendorf erläuterte, wie durch „Open Energy Management Systems“ die Erzeugung optimiert eingesetzt werden kann. Für die Zukunft könne nur gelten „100 Prozent erneuerbare Energie“. Jeder Bürger könne dazu beitragen. Sein Vater Josef Feil-meier, Energiewende-Pionier und Betreiber eines Lagerhauses, zeigte auf, wie sein Betrieb nahezu autark wirtschafte.

Fazit der Veranstaltung war, dass man mit dezentralen Lösungen den auf 52 Milliarden Euro geschätzten „Monstertrassen“ die Berechtigung entziehen müsse. Die Gewinne würden damit nicht in die Taschen der großen Konzerne fließen, sondern bei den lokalen Akteuren bleiben.

Im Diskussionsteil vermisste eine Rednerin bei den Referaten das Thema „Energiesparen“. Der Beifall zeigte ihr, dass dieser Pfeiler für die Akteure zur Energiewende gehöre.

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