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Deutsche Bahn

14.02.2014

Fünf Jahre Fugger-Express: Mehr Passagiere, aber auch mehr Mängel

Der Fugger-Express hat in den vergangenen Jahren 20 Prozent mehr Fahrgäste dazu bekommen.
Bild: Michael Hochgemuth

Seit dem Start vor fünf Jahren hat der Fugger-Express 20 Prozent mehr Passagiere dazu bekommen. Und das, obwohl es weiter Mängel wie Verspätungen gibt.

Der Fugger-Express der Deutschen Bahn hat im vergangenen Jahr erneut bei den Fahrgastzahlen zugelegt. Knapp drei Prozent mehr Fahrgäste nutzen die Pendlerzüge, die in Richtung München, Donauwörth und Dinkelscherben unterwegs sind – das macht 13,3 Millionen Reisende (Hin- und Rückfahrten werden als jeweils eine Fahrt gezählt) pro Jahr. Im Vergleich zum Startjahr 2009 ist das ein Plus von 20 Prozent.

Hoffnung auf weiter steigende Zahlen

Der Fugger-Express hatte vor fünf Jahren einen ziemlichen Stolperstart hingelegt, unter anderem, weil es Zulassungsprobleme mit den Triebwagen des Herstellers Alstom gab. „Das Konzept mit den durchgehenden Zügen, bei denen man in Augsburg nicht umsteigen muss, kommt aber an“, sagt Bärbel Fuchs, Leiterin von DB Regio Allgäu-Schwaben. Gut angenommen würden auch die Bahnhöfe in Mering und St. Afra. Von der Untertunnelung des Augsburger Hauptbahnhofs mit unterirdischer Tram-Haltestelle ab 2019 und der Modernisierung erhoffe man weitere Steigerungen.

Unmut durch fehlende Sitzplätze

Allerdings sorgen die steigenden Fahrgastzahlen seit Jahren für Unmut bei München-Pendlern. Grund: zu wenig Sitzplätze. Das Land Bayern reagierte nach Unterschriftenaktionen und bestellte bei der Bahn einen zusätzlichen Doppelstockzug in den Hauptverkehrszeiten. Dadurch können andere Züge im Pendlerverkehr mit vier statt mit drei Zugteilen fahren. Ganz klappt das neue Konzept aber nicht. Jüngst etwa fuhren mehrere Züge nur in verkürzter Form.

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Jörg Lange vom Fahrgastverband Pro Bahn sagt: „Die Situation ist aus unserer Sicht als unbefriedigend zu bezeichnen.“ Bei der DB bedauert man die Probleme. Schon vergangenes Jahr mussten Züge mehrfach wegen Getriebeproblemen in die Werkstatt. Kapazitätsprobleme könne es immer noch geben, so Fuchs. Inzwischen habe man die Wartungsarbeiten aber auf mehrere Betriebswerke aufgeteilt.

Neue Papierhandtücher sollen Toiletten nicht mehr verstopfen

Auch die Pünktlichkeit läuft nicht wie erhofft. 90 Prozent der Züge fuhren 2013 pünktlich. In der Zählweise der Bahn sind Züge allerdings nur dann verspätet, wenn sie mehr als fünf Minuten Verzögerung haben. „Mit dem Wert sind wir nicht zufrieden“, räumt Bahn-Frau Fuchs ein. Grund seien unter anderem Bauarbeiten gewesen. Auch dass Nahverkehrszüge aufgrund von Güterzügen stehen bleiben müssen, kommt immer wieder vor, bestätigt sie. Eine Mehrung von Güterzügen durch Augsburg wird seit Jahren befürchtet. „Wir haben im neuen Fahrplan Zeitpuffer so verlagert, dass wir uns eine bessere Pünktlichkeit erhoffen“, so Fuchs. Der Pünktlichkeitswert im Januar lag bei 93 Prozent.

Umrüstung der Triebwagen

Was die Umrüstung der Triebwagen mit größeren Sitzabständen und Gepäckablagen betrifft, ist die DB einige Monate im Rückstand. Nun hofft man, die 37 Triebwagen bis zum Jahresende umgerüstet zu haben. Wegen Problemen bei der Ausschreibung verzögert sich der Einbau der 800 Ablagen. Bisher sind zehn Triebwagen mit den erweiterten Sitzabständen umgerüstet. Auch hier hatte Pro Bahn mit einer Unterschriftenliste Druck gemacht.

Schnellen Erfolg soll es dafür an anderer Stelle geben. Die störanfälligen Toiletten bekamen einen verstärkten Tür-Mechanismus. Zudem gibt es andere Papierhandtücher. Fahrgäste hatten damit die Toiletten verstopft, indem sie es verbotenerweise in der Schüssel statt im Papierkorb entsorgen. „Jetzt nutzen wir ein Papier, das sich schneller auflöst“, so Fuchs.

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