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Drohendes Fahrverbot

17.03.2013

Fürst zu Schaumburg-Lippe offenbar zu schnell im Donau-Ries

Die Polizei blitzte Alexander zu Schaumburg-Lippe, 54, auf der B 25 bei Großsorheim.
Bild: Tobias Hase, dpa, Archiv

Einer der prominentesten Adeligen Deutschlands hatte es offenbar besonders eilig, durch den Landkreis Donau-Ries zu kommen. Die Polizei blitzte Alexander zu Schaumburg-Lippe.

Einer der prominentesten Adeligen Deutschlands hatte es offenbar besonders eilig, durch den Landkreis Donau-Ries zu kommen und muss deshalb möglicherweise für eine Weile seinen Führerschein abgeben: Die Polizei blitzte Alexander zu Schaumburg-Lippe, 54, auf der B 25 bei Großsorheim. Der Fürst aus Bückeburg bei Hannover war mit 147 statt der maximal erlaubten 100 Stundenkilometer unterwegs.

Den fälligen Strafbefehl möchte der Chef des Hauses Schaumburg-Lippe, der unter anderem durch seine Ehe mit Prinzessin „Lilly“ bundesweit bekannt wurde (2002 geschieden) und seit vielen Jahren in den Boulevard-Medien eine feste Größe ist, allerdings nicht akzeptieren. Über seinen Anwalt legte der Land- und Forstwirt – so die offizielle Berufsbezeichnung des Herrn über mehrere Schlösser und Burgen sowie Tausende von Hektar Wald – Einspruch ein. Der Fall beschäftigte deshalb nun das zuständige Amtsgericht in Nördlingen. Eine Entscheidung fiel noch nicht.

47 Stundenkilometer zu schnell

Es war der Samstag, 28. April, im vorigen Jahr, als der Adelige mit seinem Wagen um 12.14 Uhr auf der Bundesstraße in der Nähe des Harburger Stadtteils eine Radarkontrolle der Verkehrspolizei Donauwörth passierte – und geblitzt wurde, weil er gleich um 47 Sachen zu schnell war. Die Folgen: ein Bußgeldbescheid, der ein Fahrverbot von einem Monat, drei Punkte in Flensburg und eine Geldbuße in Höhe von 320 Euro umfasste.

Fürst zu Schaumburg-Lippe offenbar zu schnell im Donau-Ries

Laut Bußgeldkatalog sind bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung außerhalb einer geschlossenen Ortschaft zwischen 41 und 50 km/h generell neben dem Fahrverbot und den Punkten eigentlich „nur“ 160 Euro üblich. Diese Summe kann die Bußgeldstelle jedoch verdoppeln – beispielsweise, wenn sie annimmt, dass der Temposünder vorsätzlich so schnell fuhr oder wenn nicht zum ersten Mal so etwas passierte.

Anwältin von zu Schaumburg-Lippe bezweifelt Korrektheit der Messung

Durch den Einspruch landete die Angelegenheit in Nördlingen bei Richterin Regina Reitenauer. Die setzte in dieser Woche einen öffentlichen Termin an, um die Sache zu klären. Der Fürst erschien nicht selbst, sondern ließ sich durch eine Anwältin vertreten. Dies ist möglich, wenn der Beschuldigte grundsätzlich einräumt, selbst gefahren zu sein. Gegenüber der Richterin bezweifelte die Rechtsanwältin sowohl die ordnungsgemäße Zustellung des Bescheids als auch die Korrektheit der Messung der Polizei.

Die Anwältin beantragte ein Messgutachten. Ob dieses in Auftrag gegeben wird, klärt jetzt das Gericht. Ebenso befasst es sich mit der Frage, ob der Bußgeldbescheid den Fürsten in Niedersachsen fristgerecht erreichte. Wenn dies nicht der Fall gewesen sein sollte, wäre die Ordnungswidrigkeit verjährt und der Adelige käme straffrei davon. Bis eine Entscheidung vorliegt und der Fall erneut verhandelt wird, können durchaus einige Monate vergehen.

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