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Augsburg /Donauwörth

24.07.2016

Fugger-Express: Jeder zehnte Zug kommt zu spät

Mehr Pünktlichkeit und die Schließung von Lücken im Fahrplantakt sind die Hauptforderungen der Politiker und der Initiative Pro Bahn für die Zukunft des Nahverkehrs im Großraum Augsburg.
Bild: Merk

Politiker schicken einen Brief in Richtung Freistaat. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn fordert mehr Züge und Pünktlichkeit. Wie Donauwörth betroffen ist.

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert für Pendler und Reisende in der Region an diversen Stellen Verbesserungen. Rückenwind kommt aus der Politik: Die Spitzen von Stadt und Landkreisen schicken einen Brief an die Bayerische Eisenbahngesellschaft. Gefordert werden mehr Pünktlichkeit, Schließung von Taktlücken und bessere Bedienung am Wochenende.

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Hintergrund ist, dass in vier Jahren die Karten im S-Bahn-ähnlichen Nahverkehr rund um Augsburg neu gemischt werden. Der Fugger-Express (Donauwörth/Dinkelscherben – Augsburg – München), die Paartalbahn (Richtung Friedberg/Aichach/Ingolstadt) sowie die Ammerseebahn (Richtung Weilheim/Schongau) werden neu ausgeschrieben. Zuständig ist die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die als Tochter des Freistaats den Schienennahverkehr organisiert. Derzeit wird der Fugger-Express von der Deutschen Bahn betrieben, Ammersee- und Paartalbahn von der privaten Bayerischen Regiobahn.

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert nun, bei der Neuausschreibung die Weichen rechtzeitig so zu stellen, dass Schwachpunkte beseitigt werden. Mit dem Start des Regio-Schienen-Taktes vor acht Jahren kam es schon zu deutlichen Verbesserungen im Zugangebot. Allerdings lässt die Pünktlichkeit nach wie vor zu wünschen übrig, wie viele Pendler regelmäßig miterleben müssen.

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Gefordert werden vertraglich 96 Prozent Pünktlichkeit (als Verspätung zählen mehr als fünf Minuten Verzögerung). Faktisch lag die Pünktlichkeit zuletzt bei etwa 90 Prozent – jeder zehnte Zug kam also zu spät. Immerhin: Der Wert vom Juni 2016 liegt bei 92,5 Prozent, wobei die Sommermonate witterungsbedingt meist besser abschneiden als der Winter. Der viergleisige Ausbau nach München hat, was die Fahrplanstabilität betrifft, nicht die erhofften Verbesserungen gebracht. Nach wie vor ist zu wenig Platz auf den Gleisen. Bereits auf dem Weg von Dinkelscherben oder Donauwörth nach Augsburg würden Fugger-Express-Züge oft von verspäteten Fernverkehrszügen überholt. Folge: Der Nahverkehrszug muss warten und kommt mit Verspätung in Augsburg an. Verschärft wird die Problematik dadurch, dass in Augsburg Zugteile aus Donauwörth und Dinkelscherben zu einem Zug Richtung München vereinigt werden – hat ein Zugteil Verspätung, muss der andere im Hauptbahnhof warten. Etwa 50 Prozent der Verspätungen, so die Bahn, würden durch andere Züge aus dem Fern- und Güterverkehr verursacht.

„Verspätete Züge bekommen bei dieser Gleissituation noch mehr Verspätung. Es herrscht Stau auf der Schiene“, sagt Jörg Lange, der beim Fahrgastverband Pro Bahn den Fugger-Express betreut. Ein Lösungsansatz ist ein zusätzliches Nahverkehrsgleis, wie es für die Strecke nach Dinkelscherben vorgesehen ist – Richtung Donauwörth dürfte sich vorläufig nichts tun. Allerdings wird es bis zur Fertigstellung noch etliche Jahre dauern.

Pro Bahn hat auch Lücken im Takt ausgemacht. So gibt es morgens in der Hauptverkehrszeit eine 43-minütige Pause für Pendler, die von Gersthofen Richtung Augsburg wollen. Auch auf der „Stammstrecke“ in Augsburg zwischen Oberhausen und Hochzoll gibt es abends 50-minütige Pausen. Gefordert wird auch, dass Züge am Wochenende statt im 60- im 30-Minutentakt fahren. „Wenn man Leute dazu bringen will, zum Einkaufen nach Augsburg mit dem Zug zu fahren, passt dieses Angebot nicht“, so Lange.

Wenn sich die Träger des Augsburger Tarif- und Verkehrsverbundes heute turnusgemäß treffen, werden sie ein Schreiben mit Forderungen an den Freistaat formulieren, sagte AVV-Chef Olaf von Hoerschelmann bei einer Veranstaltung der Augsburger Kreis-CSU zum Nahverkehr in Stadtbergen. Themen seien auch mehr Züge in Hauptverkehrszeiten (nachmittags von München nach Augsburg) sowie die Ausstattung der Fahrzeuge. Die Bahn hatte mit ihren Triebwagen des Herstellers Alstom keinen guten Start hingelegt. Immer wieder kam es zu Problemen. Auch das Fehlen von Gepäckablagen und geringe Sitzabstände wurden kritisiert. Nachdem Pro Bahn 3300 Unterschriften für eine Petition gesammelt hatte, kam es zu Umbauten.

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Die Diskussion ist geschlossen.

28.07.2016

Es wäre sinnvoll die Verspätungen nicht in Prozent der Züge sondern in Prozent der verspäteten Fahrgäste auszuwerten. Schließlich ist ein leerer pünktlicher Zug Sonntags früh kein Ausgleich zu einem verspäteten vollen Zug während des Berufverkehrs. Und dann wären wir nicht bei 90% Pünktlichkeit, sondern bei maximal 80%, was sicherlich der Erfahrung der meisten Fahrgäste näher kommen dürfte.

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