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Rain

21.06.2020

Gefährlicher Bahnübergang: Brücke soll Lösung sein

Zahlreiche Warnschilder sind rings um den Bahnübergang Rain-Staudheim angebracht. Dennoch passieren immer wieder schwere Unfälle dort. Langfristig soll sich an dieser Stelle baulich etwas verändern, um die Gefahrenstelle zu entschärfen.
Bild: Barbara Würmseher

Plus Da es am Bahnübergang Rain-Staudheim immer wieder zu gefährlichen Unfällen kommt, soll dort baulich etwas verändert werden. Erst muss die Stadt Rain eine Entscheidung treffen.

Wie geht es weiter mit dem unfallträchtigen Bahnübergang zwischen Rain und Staudheim auf der Kreisstraße DON 39, der statistisch gesehen als der gefährlichste im Landkreis gilt? Seit Jahrzehnten kracht es dort immer wieder. Bei Zusammenstößen zwischen Zügen und Autos hat es Tote und Verletzte gegeben. „Es ist keine Frage, ob, sondern wann dort der nächste Unfall passiert“, zitierte Rains Bürgermeister Karl Rehm in der Stadtratssitzung am Dienstag eine Aussage der Verkehrspolizei.

Und diese Befürchtung bleibt bestehen, obwohl seit dem jüngsten Unglück am 21. April weiter für den Straßenverkehr nachgerüstet wurde – mit Tempo-50-Schildern und einer Riffelung der Fahrbahn, die beim Überfahren akustisch warnen soll. „Alles, was an Beschilderungen von unserer Seite möglich ist, wurde dort inzwischen angebracht“, sagte Gerhard Schappin, Tiefbauamtsleiter des Landratsamts.

Sicherheitsvorkehrungen durch die Bundesbahn – wie etwa der komplette Austausch der veralteten Schrankenanlage aus den 60er-Jahren – seien der Bahn aus Kostengründen (2,5 Millionen Euro) oder aus Gründen der Bauzeit (fünf Jahre) nicht möglich und würden laut Schappin deshalb von der Bahn nicht akzeptiert. Weiterhin verneine die Bahn auch ein zusätzliches Notsignal, eine Vollschranke, Anpassungen der Schließzeiten der Schranke oder Geschwindigkeitsbeschränkungen der Züge, die dort mit 140 Stundenkilometern unterwegs sind.

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Allerdings geht der allgemeine Trend auch in eine ganz andere Richtung, wie Schappin sagte: Das Ziel des Bundes sei es, alle Bahnübergänge in Deutschland langfristig zu beseitigen.

Eine Straßenbrücke über das Gleis ist die günstigere Variante

Was nun als Lösung für die neuralgische Stelle zwischen Rain und Staudheim bleibt, ist eine Brücke. Entweder muss eine Trasse für die Straße unter den Schienen durchgegraben werden (dann würde als Folge eine Eisenbahnbrücke entstehen), oder sie wird über die Bahnlinie gebaut. In der Stadtratssitzung am Dienstag stellte Brückenbauingenieur Robert Heinhaus seine Machbarkeitsstudie mit diesen beiden Varianten vor. Die Tendenz gehe, so Heinhaus, in Richtung einer sieben Meter hohen Straßenbrücke. Sie wäre mit rund 4,9 Millionen Euro Kosten günstiger als die Eisenbahnüberführung (7,9 Millionen Euro). Außerdem wäre sie mit weit geringerem logistischen Aufwand zu bauen, da der Zugverkehr davon praktisch kaum beeinträchtigt wäre. Die meisten Arbeiten mit großen Fertigteilen könnten in den Nachtstunden zwischen 23 und 5 Uhr passieren. Allerdings liegt derzeit noch kein Bodengutachten für das Areal vor, und auch weitere Überlegungen schützenswerte Güter stehen noch in der Abwägung.

Auch das Thema Radweg wird erörtert

Für den Bau der Straßenüberführung wäre der Landkreis zuständig. Die Kosten würden sich Bund und Kreis teilen. Die Stadt Rain hat dabei keinerlei finanzielle Belastung zu tragen, es sei denn, sie entschließt sich, einen Fahrradweg zwischen Rain und Staudheim entlang der Kreisstraße DON 39 zu bauen, der dann zwangsläufig ebenfalls über die Brücke führen würde. Diesen Radweg müsste die Stadt finanzieren.

Da ein Radweg entlang der DON 39 völlig neu geplant werden müsste, dafür Grundfläche gekauft werden müsste, und allein für das Stück auf der Brücke Kosten von 1,1 Millionen Euro entstehen würden, wäre diese Variante verhältnismäßig teuer und aufwendig. Selbst dann, wenn es beachtliche Zuschüsse dafür gäbe.

Als attraktivere Möglichkeit stellte Alexander Wolfinger, Radwegebeauftragter am Landratsamt Donau-Ries, einen Radweg vor, der von Staudheim aus über die Dorfleite Richtung Mittelstetten führt und dann weiter nach Rain. Dort müssten lediglich 1,2 Kilometer Strecke neu asphaltiert werden, und eventuell stünde auch die Sanierung der Straße Dorfleite zur Debatte. Grunderwerb wäre nicht nötig, sodass es sich laut Wolfinger um eine kostengünstige und umweltschonende Alternative handeln würde. Diese kleine Straße wird ohnehin seit jeher von Radlern genutzt.

Vorschlag: Ein Radweg parallel zur Dorfleite

Stadtrat Stefan Degmayr brachte noch eine weitere Idee ins Spiel, die Anklang im Stadtrat und bei den Fachleuten fand: eine Trasse, die auf der Unteren Dorfleite verläuft, also parallel zur Dorfleite, lediglich ein wenig südlicher.

Sollte sich die Stadt Rain für eine dieser beiden Varianten (Dorfleite, Untere Dorfleite) entscheiden, regte Alexander Wolfinger zudem an, diesen Radweg als sogenannte Fahrradstraße auszuweisen. Auf einer solchen ist laut Definition der Fahrradverkehr gegenüber motorisierten Fahrzeugen vorherrschend, Fahrradfahrer dürfen nicht behindert werden, und die Höchstgeschwindigkeit ist auf Tempo 30 begrenzt. Alexander Wolfinger erklärte: „Das wäre die erste Fahrradstraße im Landkreis und somit ein Leuchtturmprojekt mit Vorbildcharakter.“

Der Stadtrat wird in einer seiner nächsten Sitzungen eine Entscheidung treffen. Erst wenn die Radwegefrage geklärt ist, kann das Landratsamt mit seiner Planung für den Bahnübergang weitermachen.

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