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Bauprojekt

20.05.2015

Gefahr für die Reichsstraße?

Es ist die beliebte Einkaufsmeile Donauwörths – nicht nur für die Bürger der Stadt, sondern laut Handelsverband bis zu 85000 Menschen rund um die Große Kreisstadt. Ist das geplante Einkaufszentrum am Bahnhof eine Chance oder eine Gefahr für die etablierte Geschäftswelt? Die Meinungen gehen bis dato auseinander.
Bild: Thomas Hilgendorf

Aufteilung und Art der Geschäfte im geplanten Einkaufszentrum am Donauwörther Bahnhof könnten nach Meinung des Handelsverbands Bayern die Kernstadt-Läden gefährden

Der Handelsverband Bayern sieht die derzeitige Planung zum neuen Einkaufszentrum am Bahnhof mitunter kritisch. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, die der Donauwörther Zeitung vorliegt. Demnach könnte sich in einigen Bereichen durchaus eine bedenkliche Konkurrenzsituation zur Reichsstraße entwickeln.

Grundsätzlich, so der Verband, sei es zu begrüßen, dass auf dem seit Jahren brachliegenden Grundstück in Bahnhofsnähe etwas Neues entsteht. Und auch einem Einkaufszentrum steht die kaufmännische Interessenvereinigung nicht vollends kritisch gegenüber: „Die beabsichtigte Entwicklung ist (...) aufgrund der derzeitigen baulichen Situation zu begrüßen.“ Dabei sei im Rahmen des Einzelhandelsentwicklungskonzepts jene Fläche in den zentralen Versorgungsbereich einbezogen worden, „um die tatsächlichen Rahmenbedingungen für die nunmehrige Entwicklung zu schaffen und eine integrierte Lage begründen zu können“. Obgleich die Überlegungen im Einzelhandelsentwicklungskonzept „grundsätzlich nachvollziehbar“ seien, so hinterfragt das Gutachten letztlich doch die räumliche Nähe zu bestehenden Einzelhändlern.

Eine autarke Insel zulasten der anderen?

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Es bestehe die „Gefahr“, dass sich das Einkaufszentrum „als Solitärstandort etablieren wird“. Will heißen: Es könnte eine neue Einkaufsinsel für sich entstehen, die relativ autark vom anderen Gewerbe existiert. Konsequenz wäre demzufolge ein zu großer Kaufkraftabfluss aus den etablierten Geschäften. Gerade die Reichsstraße „wird Federn lassen müssen“. Laut der Stellungnahme würde sich etwa der neue Müllermarkt selbst Konkurrenz machen – die Frequenz in der Reichsstraßen-Filiale könnte abnehmen.

Aufgrund der gestiegenen Relevanz des Internetgeschäfts sei ferner zu berücksichtigen, dass strikt auf die Rentabilität des stationären Gewerbes verstärkt beachtet werden müsse. Kurzum: Der Einzelhandel solle geballt in der Kernstadt präsent sein und weniger auf verschiedenen Inseln, verteilt über das Stadtgebiet. Dennoch will man das Projekt als solches in dem Schreiben nicht insgesamt infrage stellen: Das Areal westlich des Bahnhofs solle, so der Handelsverband, „auf wenige Branchen beschränkt“ bleiben, um die Konkurrenzsituation nicht existenziell groß werden zu lassen.

Fazit der Stellungnahme: „Die nunmehrige Planung geht ganz erheblich über die – zustimmungsfähige – ursprüngliche Konzeption des Nahversorgungszentrums hinaus.“ Es würden kaum neue Marktanteile gewonnen, vielmehr werde „ein Umverteilungseffekt mit der Schwächung der Reichsstraße einhergehen“.

Bei der Stadt Donauwörth wolle man die Aussagen zwar ernst nehmen, so Justiziar Richard Lodermeier, allerdings handle es sich dabei um eine Stellungnahme von vielen. Man sei nach wie vor vom grundsätzlichen Kurs überzeugt. Freilich werde das Thema in der morgigen Sitzung des Stadtrates (ab 17 Uhr) diskutiert. Auf der Agenda steht es jedenfalls ganz vorn.

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