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Kaisheim

14.10.2017

Geheimnisse im Marienmünster

Das Konzil zu Trient im 16. Jahrhundert ist auf diesem zeitgenössischen Gemälde zu sehen. Dieses hängt in einem normalerweise nicht zugänglichen Teil des Kaisheimer Marienmünsters.
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Das Konzil zu Trient im 16. Jahrhundert ist auf diesem zeitgenössischen Gemälde zu sehen. Dieses hängt in einem normalerweise nicht zugänglichen Teil des Kaisheimer Marienmünsters.

Bei einer Führung in Kaisheim bekommen die Teilnehmer eine lange verschollene Monstranz und ein möglicherweise ziemlich einmaliges Gemälde zu sehen.

Das Marienmünster in Kaisheim ist eine gewaltige Kirche. Die birgt viele Sehenswürdigkeiten in sich – aber auch einige „Geheimnisse“. Dies wurde bei einer nicht alltäglichen Kirchenführung deutlich, an der rund 70 Personen teilnehmen durften. Selbst „alte“ Kaisheimer waren überrascht von dem, was erblickten und erläutert bekamen.

So präsentierte Pfarrer Werner Eyner eine ungewöhnlich große und prächtige Monstranz. Das liturgische Schaugerät, in eine geweihte Hostie zur Verehrung und Anbetung feierlich gezeigt werden kann, war über Jahrzehnte „verschollen“. Eyner entdeckte die Monstranz vor einigen Jahren zufällig, als er in der sogenannten „oberen Sakristei“ ein Tabernakel öffnete, das einst Teil eines Altars war, der in der Kirche vor dem großen Gitter stand, aber dann irgendwann entfernt wurde. Die Monstranz könnte aus der Zeit des Barock stammen, vermutet der Pfarrer. Das genaue Alter sei aber ebenso wenig bekannt wie der Wert.

Die „obere Sakristei“ diente über viele Jahre als wenig beachtete Abstellkammer. Diese säuberten Mitglieder des Seniorenstammtischs der Freiwilligen Feuerwehr Kaisheim zusammen mit Eyner und einer Helferin in mühseliger Arbeit. In dem Raum hängt auch ein Bild, das möglicherweise einen ungeahnten historischen Wert hat. Es zeigt das Konzil zu Trient, das Papst Paul III. von 1545 bis 1563 als Reaktion auf die Reformation einberufen hatte. Das Gemälde sei sicher zeitgenössisch, so Eyner gegenüber unserer Zeitung. Es gebe zu diesem Ereignis offenbar nur ganz wenige solche Werke. Jedenfalls fragten Historiker, die sich mit diesem Thema befassten, immer wieder in Kaisheim nach, um Aufnahmen von dem Gemälde zu machen.

Die Besucher bei der Führung, zu welcher der Feuerwehr-Seniorenstammtisch eingeladen hatte, konnten auch den Blick aus der Höhe durch das Kirchenschiff zum Hochaltar des Marienmünsters genießen. Ebenso bewunderten die Kaisheimer die verblüffende Technik der Orgel. Auf dieser zeigte Organist Benedikt Pietsch sein Können. Die Veranstaltung klang mit einem gemütlichen Beisammensein im Feuerwehrhaus aus.

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