Newsticker

Corona-Hotspots: Andere Bundesländer verhängen Beherbergungsverbot für Münchner und Würzburger

04.10.2009

Geige pur

Donauwörth Veronika Eberle. Dieser Name hatte wohl ausgereicht, um das Eröffnungskonzert der diesjährigen Donauwörther Kulturtage innerhalb kürzester Zeit ausverkauft sein zu lassen. Denn die junge Geigerin - für die wenigsten wird das eine Neuigkeit sein - ist Donauwörtherin. Nicht irgendeine Donauwörtherin, sondern eine, die sich als außergewöhnliches Talent auf der Violine bereits international einen Namen gemacht hat und als "Rising Star" gehandelt wird.

Mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen unter Leitung von Ola Rudner stand sie nun als Solistin auf der Bühne des Tanzhauses und sah von dort aus sicher viele bekannte Gesichter im Publikum, die sich den Auftritt der jungen Frau, deren Entwicklung zur Ausnahmekünstlerin sie wohl vielfach mitverfolgt hatten, nicht entgehen lassen wollten.

Große Virtuosität

Das Konzert für Violine und Orchester in D-Dur op. 77 von Johannes Brahms stand auf dem Programm und gab Veronika Eberle reichlich Gelegenheit, ihre große Virtuosität zur Freude der Zuhörer auszuleben. Bereits der erste und längste Satz des Konzertes (Allegro non troppo) ließ keine Zweifel an dem großen Können der Musikerin aufkommen. Von inniger, singender Intensität bis hin zum energischen Vortrag der sperrig und überaus reizvoll klingenden Doppelgriffe deckte Veronika Eberle die gesamte Bandbreite des spielerischen und emotionalen Spektrums nuancenreich ab.

Geige pur

Wunderbar und spannungsgeladen vorgetragen auch die Kadenz von Joseph Joachim, ehe die Coda mit erneut einsetzendem Hauptthema und Schlussstretta den Satz beschloss. Von ganz anderem, liedhaftem Charakter das Adagio. Nach der Einführung des Themas durch die Oboe Gelegenheit für die Solistin, auch diese neue Stimmung meisterhaft zu interpretieren.

Im dritten und letzten Satz (Allegro giocoso, ma non troppo vivace) ging es mit ungarisch-folkloristischen Anklängen nicht minder virtuos ins abschließende Finale. Doch das Publikum wollte nach diesem beeindruckenden Erlebnis, nach dieser betroffen machenden Schönheit des Spiels noch mehr hören und bekam mit dem zweiten Satz der Solosonate für Violine von Sergej Prokofjew noch einmal Geige pur in reifer, sicherer Ausgestaltung - so anrührend, wie Geige nur klingen kann.

Doch bei all dem sei die für das Gelingen des Konzertes nicht unerheblich wichtige und ebenfalls international erfolgreiche Württembergische Philharmonie Reutlingen nicht vergessen. Sie präsentierte sich im zweiten Teil des Abends sozusagen solistisch als homogener, überaus dynamisch flexibler Gesamtklangkörper, dem Dirigat des Schweden Ola Rudner präzise folgend, mit der berühmten "Eroica" (Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 von Ludwig van Beethoven).

Eine interpretatorische Leistung, die eigentlich noch einen eigenen Zeitungsartikel verdient hätte, auf jeden Fall aber einen überaus würdigen Abschluss des Konzertabends und ebensolchen Auftakt für die 36. Kulturtage darstellte.

Weitere Bilder gibt es

im Internet unter

www.donauwoerther-zeitung/bilder

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren