Newsticker
Merkel über drohende dritte Welle: "Wir können das noch verhindern"
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Geisterspiel: Kurioser Abschied für Rains Trainer Alex Käs

Fußball

29.10.2020

Geisterspiel: Kurioser Abschied für Rains Trainer Alex Käs

Aller Voraussicht nach ein letztes Mal spricht Alexander Käs am Freitagabend als Trainer des TSV Rain bei einem Pflichtspiel zu seiner Mannschaft.
Bild: Färber

Plus Weil die Amateure im November pausieren müssen, ist das Spiel in Buchbach das letzte von Alexander Käs als Trainer des TSV. Die Partie ist auch eine Premiere.

Ja, es gibt noch dieses eine Spiel im Dezember. Auf dem Papier. Für den Tag vor Nikolaus ist das Ligapokal-Rückspiel zwischen dem TSV Rain und dem FC Memmingen angesetzt. Steigen wird die Partie zu diesem Zeitpunkt definitiv nicht. Schließlich dürfen die Amateurfußballer gemäß der bundesweiten Beschlüsse von Mittwoch im November weder spielen noch trainieren. Die Begegnung mit Memmingen am 5. Dezember werde daher nicht stattfinden können, wie vom TSV schon zu erfahren war. Am Lech plant man also nach diesem Wochenende ebenfalls die Winterpause. Zuvor wird aber doch noch einmal gekickt: Denn nach wie vor geplant ist das Ligaspiel am Freitagabend um 19 Uhr beim TSV Buchbach. Für Rains Trainer Alexander Käs wird es – nicht nur wegen der pandemiebedingten Umstände – eine ganz spezielle Partie.

Bekanntermaßen hat der 27-Jährige seit Mitte August eine Doppelfunktion inne: Zum einen trainiert er mit dem TSV Rain einen Viertligisten, zum anderen arbeitet er beim DFB als Stützpunktkoordinator für die Region Westbayern. Diese Paralleltätigkeit läuft per Ausnahmeregel nur noch bis Ende November, dann legt er sein Amt beim TSV nieder.

Alexander Käs arbeitet seit August auch für den DFB

Für ihn steht in Buchbach also das Abschiedsspiel an. „Das ist natürlich schon besonders, auch wenn wir uns alle eine ganz andere Situation gewünscht hätten“, sagt Käs, der seit Sommer 2019 beim Aufsteiger das Sagen hat. Weil auch im oberbayerischen Landkreis Mühldorf, in dem die Buchbacher beheimatet sind, der Corona-Warnwert im dunkelroten Bereich liegt, wird die Begegnung ohne Zuschauer stattfinden. Sie wird damit zugleich zum ersten „Geisterspiel“ in der Vereinsgeschichte des TSV Rain, in dem es um Punkte geht.

Davon und von all den weiteren Diskussionen zu Corona-Maßnahmen habe man sich in der Vorbereitung möglichst wenig ablenken lassen – oder es zumindest versucht, so Käs. „Wir haben es keinesfalls schleifen lassen, sondern ganz normal trainiert und uns auf den Gegner eingestimmt.“ Er erwartet robuste und aggressive Buchbacher, die auch ohne ihre treuen und lautstarken Fans im Rücken niemals aufgeben werden.

TSV Rain will an die gute Leistung gegen Aschaffenburg anknüpfen

Wenn Rain an die starke Leistung aus der Vorwoche gegen Tabellenführer Aschaffenburg anknüpfen kann, dann ist der Coach von einer erfolgreichen Auswärtsfahrt überzeugt. „Das war trotz der 0:1-Niederlage ein super Spiel von uns. Einziges Manko war die Chancenverwertung, da müssen wir effektiver werden. Wenn das klappt, bin ich sicher, dass wir in Buchbach etwas holen.“ Änderungen im Kader im Vergleich zum Samstag gibt es nicht.

Ein dreifacher Punktgewinn wäre nicht nur für ihn das schönste Abschiedsgeschenk, sondern auch wichtig im Kampf gegen den Abstieg aus der Regionalliga. „Wer weiß, wann und wie es dann weitergeht. Da ist es natürlich besser, schon einmal drei weitere Zähler auf der Habenseite stehen zu haben“, sagt Käs. Er will die 90 Minuten auf jeden Fall noch einmal genießen. Und auch die Spieler seien heiß, wie beim Abschlusstraining am Mittwoch noch einmal deutlich geworden sei. „Wir haben darüber gesprochen, dass es das letzte Spiel für geraume Zeit sein wird. Daher wollen und werden wir noch einmal alles raushauen. Schließlich ist Fußball das, was wir alle gerne in unserer Freizeit machen.“

Für Käs ist Fußball mittlerweile mehr als ein Hobby oder Nebenjob

Für Käs ist der Sport mit dem runden Leder mittlerweile aber mehr als ein Hobby oder Nebenjob. Beim DFB ist er fest angestellt. Die Anfangsphase sei aufgrund der Doppelbelastung schon sehr arbeitsintensiv gewesen. „Aber ich wusste ja, das das so auf mich zukommt.“ Käs verschaffte sich zunächst einen Eindruck über die 16 Stützpunkte und 60 Trainer in seinem Zuständigkeitsbereich. „Das Kennenlernen ist gut angelaufen, die ersten Eindrücke waren absolut positiv.“ Rein sportlich bringt das Virus natürlich auch hier Einschnitte mit sich. Stützpunkttraining und Auswahlmaßnahmen sind im November nicht möglich. Alexander Käs hofft auf Besserung im neuen Jahr. „Das gilt aber nicht nur für meine Arbeit oder Fußball generell, sondern für alle Lebensbereiche.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren