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Genderkingen

23.02.2021

Genderkingen: Warum die Kläranlage plötzlich fünf Millionen Euro kostet

Die Kläranlage in Genderkingen ist über 40 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß. Deshalb gibt es einen Neubau.
Bild: Manuel Wenzel

Plus Die neue Kläranlage in Genderkingen wird deutlich teuer im Vergleich zur anfänglichen Schätzung. Auch die Bürger werden zur Kasse gebeten.

Das von Ende diesen Jahres bis Herbst 2023 zu realisierende Abwasserprojekt in Genderkingen wird rund fünf Millionen Euro verschlingen. Die Kostensteigerung wurde nun im Gemeinderat bekanntgegeben. Dort kam diese Information zunächst alles andere als gut an.

Die Bauzeit für die neue Kläranlage wurde vom Gemeinderat großzügiger bemessen als im bisherigen „Fahrplan“ des Ingenieurbüros vorgesehen. Dies soll viele potenzielle Anbieter animieren, sich an der Ausschreibung zu beteiligen. Durch das größere Zeitfenster für die ausführenden Firmen erhoffe er sich günstigere Preise, so Bürgermeister Schwab. Anstatt im vierten Quartal, wie vom Ingenieur vorgesehen, wurde das Büro zu Ausschreibung und Vergabe bereits im dritten Quartal beauftragt – das heißt, die Genehmigungsplanung muss nun zügig über die Bühne gehen.

Kläranlage: Zunächst waren 3,34 Millionen Euro im Gespräch

Ihre Verärgerung über die jetzt vorgelegte Kostenberechnung konnten mehrere Gemeinderäte in der Sitzung nicht verbergen. Lautete die anfängliche Kostenschätzung auf 3,34 Millionen Euro ( brutto, inclusive aller Nebenkosten) so wird nun von 5,11 Millionen Euro ausgegangen. Ursache ist zum kleineren Teil die zwischenzeitliche Preisentwicklung (rund 216.000 Euro oder sechs Prozent). Projektleiter Tom Schendel vom beauftragten Ingenieurbüro räumte ein, dass man notwendige beziehungsweise sinnvolle Ergänzungsmaßnahmen bisher nicht eingearbeitet hatte.

Bei der Diskussion über die einzelnen Punkte schwächte sich der Vorwurf an das Planungsbüro etwas ab, zumal der Gemeinderat die nun im Gesamtbetrag enthaltenen „optionale Maßnahmen“ durchweg auch realisiert haben will: Container mit Unterstand und die Strahljets (zusammen 208.000 Euro) verringern den künftigen Betriebsaufwand, die PV-Anlage (82.000 Euro) amortisiert sich aufgrund des hohen Eigenverbrauchs nach spätestens acht Jahren und die Zaun-Erneuerung (75.000 Euro) wird ebenfalls angegangen. Die „weiteren Maßnahmen“ wurden ohnehin nicht in Zweifel gezogen, denn insbesondere Schlammpresse, Baugrundverbesserung, Labor und Leitwarte tragen zu Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit der neuen Anlage bei.

Der größte Kostenanteil trifft wohl die Genderkinger Bürger

Die ebenfalls neu in die Berechnung aufgenommene Vakuumanlage (327.000 Euro, Entsorgung der Einödhöfe) belastet die Gemeinde nicht, war zu hören. Hier engagiert sich der Wasserzweckverband Fränkischer Wirtschaftsraum zum Schutz seiner Quellfassungen. Der Zweckverband trägt für den Grundwasserschutz auch zu den weiteren Kosten von 4,78 Millionen Euro bei. Bürgermeister Schwab informierte weiter, dass seitens des Freistaates eine Härtefallförderung von 250 Euro je Einwohner in Betracht käme, wenn die Belastungsschwelle erreicht wird.

Der überwiegende Kostenanteil wird jedoch die Bürger treffen. Schwab favorisiert eine Mischfinanzierung aus Verbesserungsbeiträgen (aufgeteilt in Raten) und Berücksichtigung bei den laufenden Gebühren. Im Detail muss darüber der Gemeinderat befinden, sobald das Ausschreibungsergebnis bekannt ist.

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