Newsticker
Corona-Gipfel: Arbeitgeber müssen Homeoffice ermöglichen, Maskenpflicht wird bundesweit verschärft
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Genderkingen: Zwei Ehepaare klagen über Fluglärm

Genderkingen

14.12.2020

Genderkingen: Zwei Ehepaare klagen über Fluglärm

Ein Flugzeug auf dem Rollfeld des Flugplatzes in Genderkingen – Bewohner aus der Nähe von Schäfstall fühlen sich durch zunehmenden Fluglärm gestört. Sie meinen, aus dem Sonderlandeplatz sei ein „gewerblich betriebener Flugplatz“ geworden.
Bild: Barbara Wild

Plus Bewohner nahe Schäfstall kritisieren einen zunehmenden Betrieb der Flugplätze Genderkingen und Stillberghof. Wie die Verantwortlichen der Vereine reagieren.

Sie wohnen in schöner Lage an den Ausläufern des Jura direkt an beziehungsweise über der Donau. Doch die Ehepaare Leix und Märkisch, deren Anwesen sich auf dem Schweizerhof beziehungsweise in Nachbarschaft zur Schäfstaller Kirche befinden, können nach eigenen Angaben seit einigen Jahren nicht mehr in Ruhe leben: „Wir leiden hier in Schäfstall und Umgebung zunehmend unter Fluglärm.“ Verursacher seien die Motorflugsportgruppe Donauwörth-Genderkingen (MDG) und die Segelfluggruppe Donauwörth-Monheim. Die beiden Ehepaare drängen nun auf Konsequenzen und machen mobil. Die Verantwortlichen der beiden Fliegervereine können die Aufregung nicht nachvollziehen und weisen die Kritik zurück.

"Luftzirkus" über den Köpfen?

Der Bereich von Schäfstall liegt ziemlich genau zwischen dem Flugplatz Genderkingen und dem Segelflugplatz am Stillberghof bei Zirgesheim. Die beiden Ehepaare beklagen unter anderem „Tiefflüge über unseren Häusern“ und „Platzrundenflieger ohne Unterbrechung“ – immer mehr und zunehmend unter Missachtung der (unverbindlichen) Abstandsregeln: „Unsere Lebensqualität hat sich dadurch ernsthaft verschlechtert.“ Sobald es die Wetterlage erlaube, „fängt der laute Luftzirkus über unseren Köpfen an“. Erlaubt sei „nahezu alles – und das pausenlos von Sonnenaufgang bis nach Sonnenuntergang, sieben Tage die Woche“. Die Beschwerdeführer haben in den vergangenen Monaten intensiv recherchiert, Gespräche mit den Vertretern der beiden Vereine geführt, das Luftamt Südbayern – die zuständige Überwachungsbehörde – kontaktiert und zuletzt auch eine Reihe von Politikern angeschrieben.

Der „Sonderlandeplatz“ bei Genderkingen habe sich zu einem „gewerblich betriebenen Flugplatz“ entwickelt. Zu allem Übel habe sich dort auch noch eine Hubschrauberfirma mit zwei fest stationierten Maschinen angesiedelt, die Schulungen anbiete, was mit zahlreichen Platzrunden verbunden sei. Die Ehepaare Leix und Märkisch wollen „nach all den Jahren der Beschwichtigungen seitens der MDG“ insgesamt eine bessere Regulierung des Flugbetriebs, um den Lärm zu reduzieren: „Klare Regeln und Beschränkungen müssen herbeigeführt werden.“

Motorflugsportgruppe Donauwörth-Genderkingen: Kritik nicht nachvollziehbar

MDG-Vorsitzender Matthias Obermayer kann die Kritik nicht nachvollziehen: „Wir haben sonst mit niemandem Probleme, auch nicht in Genderkingen.“ Dem Verein sei vom Luftamt bestätigt worden, dass der Betrieb korrekt ablaufe. Würden Verstöße von Piloten bekannt, gehe man dem sofort nach und ergreife die entsprechenden Maßnahmen. Die Zahl der Starts und Landungen auf dem Flugplatz liege seit Jahren konstant bei 10000 bis 11000. Die Flugzeuge seien leiser als früher, die in Genderkingen angesiedelten Hubschrauber seien „die leisesten der Welt“. Dem Wunsch, die Platzrunden weiter südlich zu fliegen, könne man leider nicht nachkommen: Dort sei die Wohnbebauung zu eng.

Michael Gesell, Vorsitzender der Segelfluggruppe betont ebenfalls, dass im Bereich des Platzes beim Stillberghof „alles regelkonform“ sei. Windenstarts führe man aus Sicherheitsgründen schon lange nicht mehr durch, die Segelflieger würden von einem motorisierten Schleppflugzeug in die Luft gezogen. Dieses passiere seit 20 Jahren. Die andernorts geltenden Schallschutzgrenzen erfülle die Maschine nicht – müsse sie auch nicht, da am Stillberghof nicht so viele Starts und Landungen stattfänden. Man habe alle technischen Möglichkeiten ausgenutzt, um den Motorflieger „so leise wie möglich zu kriegen“.

Ehepaare haben sich an die Stadt Donauwörth gewandt

Generell sei auf dem Segelflugplatz nur von April bis Oktober und dann auch nur an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen Betrieb. An einem Flugtag fänden „so um die 15 Starts statt“.

Die Ehepaare Märkisch und Leix haben sich mit ihren Anliegen zwischenzeitlich auch an die Stadt Donauwörth gewandt. Wann sich der Stadtrat damit beschäftige, stehe noch nicht fest, ist aus dem Rathaus zu hören. Die Materie sei „relativ komplex“. Folglich müsse das Thema „sorgfältig vorbereitet werden“.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren