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09.07.2010

Genügend Getreide für 780 000 Menschen

Erwarten eine ordentliche Ernte: (von links) Josef Fischer, Johann Roßmanith (beide Landwirtschaftsamt), Landwirt Heiko Götz aus Schaffhausen (Gemeinde Mönchsdeggingen) und BBV-Kreisobmann Karl Wiedenmann in einem Weizenfeld. Foto: Widemann
Bild: Widemann

Donauwörth Die gut 2500 Landwirte im Donau-Ries-Kreis blicken einem recht guten Erntejahr entgegen. Zum einen haben sich die Getreidepreise etwas erholt, zum anderen war die Witterung in den vergangenen Monaten so, dass die meisten Pflanzen ordentlich gedeihen. Das berichteten bei der "Erntefahrt 2010" des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten dessen Leiter Josef Fischer.

Bezüglich der Preise sollten die Bauern jedoch nicht in Euphorie verfallen, warnte Fischer: "Hier werden wir auch in Zukunft mit starken Schwankungen leben müssen." Entschieden widersprach der Behördenleiter Aussagen des Bund Naturschutz, wonach es durch die zunehmende Zahl von Biogasanlagen und die damit verbundene anderweitige Nutzung der Äcker kaum mehr eine lokale Versorgung mit Nahrungsmitteln oder Getreideprodukten geben werde.

Um die rund 130 000 Einwohner im Landkreis mit ausreichend Mehl zu versorgen, würden etwa 2000 Hektar Anbaufläche reichen, rechnete der Amtsleiter vor. Im Donau-Ries-Kreis werde aber insgesamt auf über 30 500 Hektar Getreide angebaut. Den Ertrag von 14 700 Hektar benötigten die Landwirte, um ihre Tiere zu füttern. Die Ernte von schätzungsweise 3000 Hektar Getreidefeldern werde in Biogasanlagen verwendet. Davon gibt es nach Auskunft des Landratsamts derzeit 78, die in Betrieb oder genehmigt sind.

Unter dem Strich würde das (übrige) Getreide deshalb noch immer für ungefähr 780 000 Menschen reichen, so Fischer. "Wir müssen keine Angst haben, dass die regionale Versorgung gefährdet ist", folgert er daraus. Dies gelte auch für Kartoffeln (hier würden im Donau-Ries-Kreis genügend Früchte für rund eine Million Menschen produziert) und für Milch ("damit können wir 340 000 Leute versorgen").

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Auch Karl Wiedenmann, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV), zeigte sich zufrieden darüber, dass die Bauern heuer wieder etwas mehr Geld für ihre Produkte bekommen. "Der Landkreis ist seit Generationen ein Ackerbau-Standort", betonte Wiedenmann. Die Region trage zur Ernährung in Deutschland bei.

Über die aktuelle Situation und die Ernteerwartungen informierte Johann Roßmanith, Leiter des Sachgebiets Pflanzenbau am Amt für Landwirtschaft. Etwas Sorgen bereite die Gerste. Der habe die Witterung zugesetzt: "Wir rechnen mit zehn bis zwanzig Prozent weniger Ertrag und unterdurchschnittlicher Qualität."

Der Mais habe unter dem nasskalten Wetter im Mai gelitten. Inzwischen erholten sich die Pflanzen etwas. Gut schaue es momentan beim (Winter-)Weizen und bei den Zuckerrüben aus. Beim Raps, der im Landkreis nicht mehr so stark angebaut werde, sei ein durchschnittlicher Ertrag zu erwarten. Bei den Kartoffeln sei die Prognose schwierig.

Ob die Ernte in diesem Jahr generell erfolgreich sein wird, hänge auch davon ab, ob in den kommenden Tagen und Wochen genügend Regen fällt. Der sei in manchen Landstrichen angesichts der Hitze dringend nötig, so Roßmanith. Während es beispielsweise in Teilen des nördlichen Rieses am vorigen Wochenende bis zu 50 Liter pro Quadratmeter regnete, fiel in anderen Bereichen kein einziger Tropfen.

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