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Landkreis Donau-Ries

07.05.2019

Geopark: Die Unesco-Bewerbung ist gescheitert

Auch in Wörnitzstein gibt es ein Geotop im Geopark Ries. Letzterer wird aber vorerst kein „Unesco Global Geopark“ werden, das steht seit Dienstag fest.

Bei den Verantwortlichen im Landkreis herrscht Enttäuschung. Ein neuer Anlauf ist aber schon geplant. Was der Grund ist, dass es dieses Mal nicht geklappt hat.

Große Enttäuschung bei den Verantwortlichen im Landkreis Donau-Ries: Die Bewerbung des Geoparks Ries, als „Unesco-Geopark“ anerkannt zu werden, ist gescheitert. Am Dienstagnachmittag gab Landrat Stefan Rößle die ablehnende Entscheidung des Exekutivrates der Unesco, dem 58 Staaten angehören, in Mündling bekannt.

„Das Votum hat uns sehr überrascht, waren wir doch nach der Begehung durch zwei Experten im Juli 2018 noch recht optimistisch“, so der Landrat. Auch danach habe es positive Rückmeldungen gegeben, dass der Geopark bei allen maßgeblichen Kriterien gut aufgestellt sei. „Dass es jetzt nicht geklappt hat, ist ausgesprochen schade.“

Mitgliederversammlung dafür

Der Landkreischef, der gleichzeitig Vorsitzender des Geoparks Ries ist, kündigte gleichzeitig an, im Herbst einen neuen Anlauf machen zu wollen. Die Mitgliederversammlung des Geopark, die ebenfalls am Dienstag stattfand, votierte einstimmig dafür.

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Der stellvertretende Generalsekretär der deutschen Unesco-Kommission, Lutz Möller, der aus Bonn nach Mündling gekommen war, um die Entscheidung des Exekutivrates zu erläutern, bedauerte die Absage. Von deutscher Seite sei das negative Votum auf internationaler Ebene nicht zu verstehen.

Hauptgrund sei die unmittelbare Nähe zum bereits anerkannten „Unesco-Geopark Schwäbische Alb“ in Baden-Württemberg gewesen. Eine solche Konstellation sei zwar grundsätzlich möglich.

Eigentlich unterschiedliche Regionen

Allerdings habe das Entscheidungsgremium keine klare „Gebietsabgrenzung“ erkennen können und deshalb offenbar angenommen, es handle sich um zwei Geoparks mit ähnlichem Charakter.

Dies stimme objektiv jedoch nicht, weil es sich von der Beschaffenheit her um zwei unterschiedliche geologisch beschaffene Regionen handle. „Der schwäbische Jura in Baden-Württemberg ist nicht mit einem Einschlagskrater wie dem Ries zu vergleichen“, betonte Möller. Diese Tatsache sei bei den Entscheidern leider nicht angekommen.

Unabhängiges Gutachten

Mit einem unabhängigen geologischen Gutachten könne dies jedoch geklärt werden, was die Geopark-Verantwortlichen zeitnah in Auftrag geben würden, wie Landrat Rößle ankündigte. Möller ermunterte die Verantwortlichen im Landkreis, sich erneut zu bewerben. Das deutsche Unesco-Komitee werde dies nachdrücklich unterstützen. Möglich sei dies in einem „einfachen Verfahren“. Möller zeigte sich zuversichtlich, dass es beim zweiten Anlauf klappen werde.

Geopark-Geschäftsführer Günther Zwerger und seine Stellvertreterin Heike Burghardt hatten die sämtliche Vorbereitungsarbeiten erledigt und äußerten sich ebenfalls enttäuscht von dem Ergebnis. Zwerger sagte, dass der Landkreis bisher rund 15000 Euro in den Prozess investiert habe. Die zweite Bewerbung werde jedoch preiswerter, meinte Zwerger.

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