Newsticker

Donald Trump verkündet Ende der Zusammenarbeit mit der WHO
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Geschäfte und Restaurants bereiten sich auf Schließung vor

Landkreis 

17.03.2020

Geschäfte und Restaurants bereiten sich auf Schließung vor

Corona: Spielplätze sind gesperrt. Hier der Abenteuerspielplatz im Dehner-Blumenpark in RAin
6 Bilder
Corona: Spielplätze sind gesperrt. Hier der Abenteuerspielplatz im Dehner-Blumenpark in RAin
Bild: Barbara Würmseher

Plus Geschäfte, Spielplätze und teilweise die Gastronomie schließen ab Mittwoch komplett. Wie sich Händler und Gastronomen vorbereiten und was ihre Sorgen sind. 

Wüsste man es nicht besser – Dienstagnachmittag wirkt in der Donauwörther Innenstadt alles wie immer. Werbeschilder stehen auf dem Gehweg, Kleiderständer locken die Kunden, Menschen sitzen in den Restaurants und essen zu Mittag. Kaum vorstellbar, dass ab heute alles anders ist. Dass fast alle Geschäfte, Freizeiteinrichtungen und auch Spielplätze geschlossen sind.

Eine Kundin mit Mundschutz liest an der Eingangstür zum Kaufhaus Woha, wie dieses die Kunden ab der heutigen Schließung weiter informieren will.
Bild: Würmseher

Das Kaufhaus Woha hat seine Oster-Artikel am letzten Verkaufstag reduziert auch wenn es noch drei Wochen bis dahin ist. An der Glastür hängt der Hinweis, dass man über Facebook verkünden werde, wenn es weiter geht, verbunden mit dem Wunsch: „Bleiben sie gesund“.

Die meisten Ladenbesitzer sperren zu und hoffen, dass es nicht lange dauern wird. Andere sind erfinderisch. Herrmann Bernreuther und seine Frau Claudia, Inhaber der Modegeschäfte in Monheim und Donauwörth wollen den Kunden persönliche Beratung im Geschäft nach Terminvergabe weiter anbieten – eine Hoffnung auf ein Stück Normalität in ungewissen Zeiten. „Ob wir diese Phase gut überstehen, ist eine Frage des Zeitraums“, sagt Bernreuther, der in Monheim auch Vorsitzender der ProGemo ist. Frühlingsware hängt jetzt frisch in den Geschäften, im Herbst will die wohl niemand mehr kaufen. Seine vier Mitarbeiter sind auf weiteres Zuhause, werden Kurzarbeitergeld beantragen.

Geschäfte und Restaurants bereiten sich auf Schließung vor
Bei Mode Bernreuther kann man jetzt persönliche Beratungstermine machen.

Bücher online bestellen beim lokalen Händler

Auch Nicolas Greno hat sich eine Strategie zurecht gelegt, um die erst einmal für zwei Wochen angesetzte Schließung zu überbrücken. „Bei uns kann man im Online-Shop Bücher auswählen und bestellen“, appelliert er an die Kunden jetzt nicht stumpf beim Online-Riesen einzukaufen, sondern gerade jetzt auch die lokalen Händler zu unterstützen soweit es geht. Der Lesestoff wird dann per Post nach Hause geliefert. Gleiches gilt übrigens für die Buchhandlung in Rain.

Restaurants und Cafés dürfen ab heute bis 15 Uhr öffnen, danach gibt es nur noch Speisen zum Mitnehmen. Daran halten sich alle und informieren per Aufsteller oder Aushang ihre Kunden, wie sie bestellen können.

Armin Schnabel schließt sein Gasthaus „Goldener Hirsch“ komplett.

Doch einige Gasthäuser und Cafés entschließen sich gleich zum harten Schritt und schließen ihre Türen komplett. So macht es das Café La Kami im Ried und auch Armin Schnabel vom Gasthof Goldener Hirsch hat diesen Schritt gewählt. „Ab 18. März machen wir komplett zu“, sagt der Wirt. Schon jetzt sei der Umsatz auf zehn Prozent runtergegangen und er rechnet mit noch mehr Rückgang. „Mir blutet das Herz“, sagt der Gastronom, der den Hirschen erst vor neun Monaten übernommen hat. „Wir haben jetzt so viel Arbeit investiert, das Geschäft läuft gut wie nie und jetzt bekommen wir so einen Dämpfer“, erklärt er. Seine Mitarbeiter – mit Aushilfen und Lehrlingen 35 – wird er weiter bezahlen. „Die müssen ihre Familien ernähren“, sagt er. „Und so lange das geht, gehen wir mit. Danach müssen wir gemeinsame Lösungen finden.“ Sein Vermieter hat schon jetzt angeboten, die Pacht erst einmal auszusetzen. Doch Fixkosten wie Personal, Strom und Wasser laufen weiter. Außerdem hat Schnabel erst vor kurzem eine neue Küche bestellt, die in zwei Wochen geliefert hätte werden sollen. „Bezahlen muss ich sie“, sagt er zähneknirschend. Er hofft, dass die Politik noch mehr Hilfen parat hat, sollten die Schließungen wirklich von Dauer sein.

Abgesagt sind alle Veranstaltungen der Stadtpfarrkirche in Rain.
Bild: Würmseher

Auch andernorts – etwa in Rain – steht vieles, wenn nicht alles, im Zeichen von Corona. Am Dienstagnachmittag hat sich eine unnatürliche Ruhe in der Tillystadt breitgemacht. Nur wenige Passanten und Autos sind unterwegs, zahlreiche Parkplätze sind frei, alles wirkt entschleunigt. Viele Geschäfte, Cafés, Restaurants, auch die Kirchen haben gut sichtbar Zettel an Schaufenster und Eingangstüren gehängt. Die Worte darauf sind unterschiedlich, der beklemmende Tenor ist freilich überall derselbe: Das gewohnte Leben findet nicht mehr statt. Dazwischen schwingt so etwas wie Zweck-Optimismus durch: „Sobald sich die Lage entspannt hat, sind wir wieder mit vollem Einsatz für Sie da ...“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren