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Porträt

25.07.2015

Geschichten aus dem Dorf

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Zwei Bücher hat der Bäumenheimer Manfred Wiedemann schon verfasst: Darin enthalten sind seine Kurzgeschichten, Gedichte und Theaterstücke.
Bild: Ulrike Eicher

Manfred Wiedemann sammelt Eindrücke in der Heimat – nun erschien sein zweites Buch

Wenn ihn was drückt, dann muss das raus, sagt Manfred Wiedemann. Will heißen: Wenn er einen Einfall hat, dann möchte der 73-Jährige ihn am liebsten sofort niederschrieben. „Habe ich dann nicht gleich die Zeit dazu, dann ärgert mich das.“ So entstehen seine Kurzgeschichten, Gedichte und Theaterstücke. Eine Sammlung davon hat der Bäumenheimer erst vor Kurzem wieder veröffentlicht: „Dorfgeschichten und mehr ...“ heißt das neue und zweite Buch des Hobbyautors aus Bäumenheim.

Wie der Titel schon verrät, spielen die meisten Texte im Dorf und in der Heimat – und die ist für ihn in Nordschwaben angesiedelt. Aufgewachsen in Mertingen, lebt Wiedemann mit seiner Familie in Bäumenheim, seitdem er als junger Mann einige Jahre bei der Marine in Schleswig-Holstein verbracht hatte. Und viele der Geschichten haben nicht nur einen vagen Bezug zur Heimat, Wiedemann hat sie sogar selbst erlebt – oder doch zumindest davon gehört. „Wenn ich sie dann auch zum Teil ein bisschen ausgeschmückt hab“, sagt der 73-Jährige verschmitzt.

„Fünf Mark für ein Vaterunser“ ist so ein Beispiel: Der zehnjährige Bub, dem ein Fremder fünf Mark dafür anbietet, dass er Flugblätter verteilt – das war er selbst als Kind, sagt Wiedemann. Wie auch in der Erzählung landeten die Flugblätter damals im Fluss, nachdem das Geld schon eingesteckt war; eine Sünde zwar – aber keine, die sich nicht schnell wieder beheben ließ: mit einem kleinen Vaterunser.

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Aus der eigenen Erfahrungswelt geschöpft hat Wiedemann auch in seinen „Jagdgeschichten“, die einen ganzen Abschnitt im Buch einnehmen – der frühere Elektromeister war selbst lange Jäger. Ein weiteres Kapitel heißt „Meine Zeit bei der Marine“ und ist ebenfalls autobiografisch geprägt. Wieder andere Texte sind dafür seiner Fantasie entsprungen – so etwa „Der amerikanische Architekt“, das einzige Theaterstück im Buch.

Eine junge Dame aus dem Norden verschlägt es darin ins schwäbische Bayern – als Architektin steigt sie bei einem Bauunternehmer im Dorf ein – Liebesgeschichte inklusive. Dass das Ganze letztlich nicht im Happy End mündet, liegt auch an der Religion und der bigotten Gesellschaft. Der 73-Jährige nimmt sie gerne mal aufs Korn, jene Katholiken, die allzu „verbohrt“ sind, wie er sagt: „Ich möchte auch zum Nachdenken bringen.“ Die Geschichte ist übrigens als einzige im Buch in Mundart verfasst – das mache er sonst nicht so gerne, verrät der Autor: „Mir gefällt das Schwäbisch eigentlich nicht, das hier gesprochen wird.“

Wiedemann schreibt schon, seitdem er zwölf ist. Da dieses Hobby jedoch im Elternhaus wenig Unterstützung erfahren habe, ließ er es wieder bleiben – und fing erst wieder so richtig an damit, als er mit 60 in Rente ging. Sein erstes Buch „Das Schmusekätzchen und andere Geschichten“ erschien 2013.

Nun folgte mit „Dorfgeschichten und mehr ...“ das zweite Buch des Bäumenheimers im Engelsdorfer Verlag, das es für 11,50 Euro zu kaufen gibt.

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