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Donauwörth

25.11.2018

Gewalt gegen Frauen nimmt im Landkreis nicht ab

Alle fünf Minuten wird in Deutschland eine Frau misshandelt, bedroht oder verfolgt. Das zeigt eine Bundesweite Studie, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey erst vor kurzem vorgestellt hat. Im Landkreis Donau-Ries bleibt die Zahl der Frauen, die im Frauenhaus Hilfe suchen weiter gleich hoch.
Bild: dpa

Plus Bundesweit steigt die Zahl der Frauen, die von ihrem Partner misshandelt werden. Auch im Landkreis gibt es diese Fälle – die Frauen fliehen ins Frauenhaus Nordschwaben

Was bundesweit vor Kurzem für Schlagzeilen sorgte, überrascht die Mitarbeiter des Frauenhauses Nordschwaben nicht. Die Zahl der Frauen, die in ihren eigenen Vier Wänden Opfer von Gewalt werden steigt deutlich an. 140000 Fälle wurden 2017 gemeldet. Doch die große Zahl bleibt im Dunkeln.



Wer im Landkreis Opfer wird, wendet sich unter anderem an das Frauenhaus Nordschwaben. Seit 24 Jahren gibt es diese Einrichtung und die Gewalt gegen Frauen nimmt nicht ab. „Das Ausmaß hat sich seit über 20 Jahren nicht verändert, also auch nicht verbessert. Jede dritte bis vierte Frau erlebt in ihrem Leben Gewalt. Es ist deutlich erkennbar, dass Zufluchtsorte nach wie vor dringend gebraucht werden“, sagt Maja Pauer, Vorsitzende des Vereins Projekt Frauenhaus bei der jährlichen Versammlung der Mitglieder.

Die wenigsten schaffen die Trennung zum Mann

18 Frauen und 17 Kinder fanden im Frauenhaus Nordschwaben Zuflucht und umfassende professionelle Unterstützung. Das Haus war fast immer voll belegt, berichtet Ursula Kneißl-Eder.

Die Hälfte der Frauen kamen durch professionelle Dienste wie zum Beispiel Beratungsdienste, andere Frauenhäuser, Asylbewerberunterkünfte, Ämter und Behörden ins Frauenhaus, gut 23 Prozent der Frauen wurden durch einen Hinweis aus ihrem sozialen Netz, wie Freunde, Nachbarn oder Verwandte und nur wenige über die Polizei vermittelt. In fast 70 Prozent der Fälle war der Täter der Ehemann oder Lebenspartner.

Dies zeigt, dass Frauen, die von Gewalt betroffen sind, diese überwiegend durch ihre Beziehungspartner erfahren. Fast immer geschieht die Gewalt in den eigenen vier Wänden. Im Vergleich zum Jahr 2016 wird deutlich, dass mit fast einem Viertel der Betroffenen, wieder mehr Frauen zurück in die gewaltgeprägte Lebenssituation gingen. Nur knapp ein Viertel der Frauen bezogen nach dem Frauenhausaufenthalt eine eigene neue Wohnung. In 17 Fällen wurde dann auch weiter Beratung geleistet.

Angst vor dem Partner und vor Schlägen

Die Frauen benötigen nach dem Auszug häufig noch weitere Unterstützung durch das Frauenhaus. Gerade die erste Zeit nach dem Auszug erleben viele Frauen als bedrohlich. Sie haben das geschützte Umfeld verlassen, oft bringt der gewalttätige, ehemalige Partner in Erfahrung wo die Frau wohnt. Das ist immer wieder der Fall, wenn er auch weiter Kontakt mit den Kindern halten darf.

Die Statistik zeigt, dass im Jahr 2017 zwar weniger Frauen als 2016 im Frauenhaus lebten, dafür aber länger blieben. Aufgrund der anhaltend schwierigen Situation auf dem Wohnungsmarkt war es für die betroffenen Frauen mit ihren Kindern besonders schwer, geeigneten und günstigen Wohnraum zu finden. Einige von ihnen mussten über einen längeren Zeitraum im Frauenhaus wohnen.

Im laufenden Jahr wurden umfangreiche Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten durchgeführt. Betroffene Frauen finden jetzt helle, ansprechende Räume vor. Möbel und Einrichtungsgegenstände wurden, soweit erforderlich ersetzt. (dz)

Info Der Verein freut sich über Frauen, die die Arbeit im Verein aktiv unterstützen wollen. Interessentinnen können sich unter Telefon 09074/922109 melden und informieren. Der Mitgliedsbeitrag im Verein liegt bei 20 Euro. Beitrittserklärungen sind auf der Homepage www.frauenhausnordschwaben.de zu finden. Nach wie vor ist der Verein auf Spenden und Bußgelder angewiesen. Die Bankverbindung für Spenden lautet: IBAN: DE82720693290000119075 BIC: GENODEF1NOE.

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