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Arbeitswelt

07.05.2020

Gewerkschaft: Jeder braucht eine Chance

Der DGB setzt sich für mehr soziale Absicherung in Folge der Corona-Krise ein.
Bild: Weizenegger

Kurzarbeit, Arbeitslose, Hartz IV: Was der DGB-Kreisverband in der Krise fordert

Die neuen Arbeitsmarktzahlen zeigen empfindliche Folgen der Corona-Krise. Nie zuvor gab es so viel Kurzarbeit in der Arbeitsmarktgeschichte der Bundesrepublik. Dazu Wolfgang Peitzsch, der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Landkreis Donau-Ries, in einer Pressemitteilung: „Die hohe Zahl der Kurzarbeit schockiert. Sie macht aber auch deutlich, dass sich das Netz der Kurzarbeit einmal mehr bewährt. Überall da, wo Kurzarbeit angemeldet wird, soll Beschäftigung gehalten werden. So gelingt es zu verhindern, dass die Arbeitslosenzahlen durch die Decke schießen. Der Damm Kurzarbeit hält, wir müssen alles dafür tun, dass er nicht bricht.“ Allein im Landkreis Donau-Ries sind zurzeit 1009 Betriebe mit 27715 Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen (wir berichteten).

Weil der Schutz durch Kurzarbeiter-Regelungen kein Selbstläufer ist, habe sich der DGB bei der Bundesregierung massiv dafür eingesetzt, die sozialen Folgen der Corona-Krise besser abzusichern: „Dazu zählen der grundsätzlich verbesserte Zugang zu Kurzarbeit, die neuen Hinzuverdienstmöglichkeiten, der jüngste Kompromiss zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, ein verlängerter krisenbedingter Arbeitslosengeldanspruch, Verbesserungen beim Kinderzuschlag oder die fairere Behandlung in der Grundsicherung durch die Aussetzung der Vermögensanrechnung und Prüfung der Angemessenheit der Wohnung“, betont Peitzsch.

Und weiter: „Es war dringend nötig, dieses Netz der Sicherung zu spannen, wenngleich wir bei der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes und der Absicherung von Eltern deutlich mehr Unterstützung erwarten. Viele Arbeitnehmer machen sich existenzielle Sorgen. Für diejenigen, die bereits seit Wochen Einkommensausfälle von bis zu 40 Prozent schultern, müssen die Hilfen schneller kommen. Gerade bei niedrigen Löhnen und dann, wenn eine tarifliche Aufstockung Fehlanzeige ist, reicht das Geld oft kaum.“

Neben dem Anstieg der Kurzarbeit ist auch die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitsagentur Donauwörth um 22,9 Prozent im Vorjahresmonatsvergleich gestiegen. Im Landkreis befinden sich in diesem Monat 1677 Personen in Arbeitslosigkeit. Zudem ist die Zahl der von Hartz IV betroffenen Menschen von 1966 im März auf 2052 Personen in Bedarfsgemeinschaften (einschließlich Kinder) im April gestiegen.

„Jetzt muss alles dafür getan werden, um zu verhindern, dass sich die steigende Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit verfestigt. Dazu zählt sowohl die Vorbereitung einer Weiterbildungsoffensive als auch die Investition in neue Ausbildungsplätze. Außerdem kämpfen wir auch für den Erhalt bestehender Ausbildungsplätze. Jeder braucht eine Chance, auch nach der Krise am Arbeitsmarkt in guter Arbeit wieder Fuß zu fassen. Das in der vorletzten Woche vom Bundestag beschlossene ‚Arbeit-von-morgen-Gesetz‘ muss hierzu seinen Beitrag leisten“, sagt Peitzsch. (pm)

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