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Harburg

28.11.2018

Gibt es bald ein "Grünes Zentrum" der Landwirtschaft?

Immenstadt hat seit Oktober ein Grünes Zentrum. In Harburg soll nach dem Willen mehrer Gruppierungen auch eines entstehen.
Bild: Ralf Lienert

Organisationen denken über ein „Grünes Zentrum“ im Raum Harburg nach und erhalten dafür nicht nur positive Reaktionen, sondern auch Widerstand.

Die Überlegungen gibt es offensichtlich schon lange, doch jetzt hat sie Alois Michl öffentlich gemacht: In Harburg soll nach den Vorstellungen der Waldbauernvereinigung und des Maschinenrings Nordschwaben ein sogenanntes Grünes Zentrum entstehen. Michl sprach von diesem Vorhaben in seiner Funktion als Vorsitzender bei der Versammlung der Waldbauernvereinigung in Wemding. Um Synergieeffekte besser nutzen zu können, haben sich in Bayern Institutionen, die mit Land- und Forstwirtschaft zu tun haben, zu Grünen Zentren zusammengeschlossen. Es gibt 18 solcher Zentren, an denen etwa Landwirtschaftsämter und -schulen sowie weitere Organisationen ihre Dienste anbieten.

Zieht das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit nach Harburg?

Im Grünen Zentrum in der „Landkreis-Mitte“ soll auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen untergebracht werden. Darüber hinaus könnte, wie es heißt, auch die Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) dort einen neuen Platz finden. Für Michl wäre ein solches Grünes Zentrum ein „Bekenntnis zum ländlichen Raum“. Er hat sich kürzlich eine ähnliche Einrichtung in Kaufbeuren angesehen, die Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber eröffnete. Die Grünen Zentren, so die Politiker, sollten auch einen wichtigen Beitrag leisten, um Verbraucher zu informieren und aufzuklären.

Nördlinger Oberbürgermeister kündigt Widerstand an

Gegen die Pläne der Waldbauern und des Maschinenrings, der nach der Fusion Anfang des Jahres nach wie vor Geschäftsstellen in Nördlingen und Bäumenheim betreibt, regt sich bereits Widerstand, wie zu hören ist. So soll Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul angekündigt haben, mit allen Mitteln gegen einen Abzug des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten aus Nördlingen einzutreten.

Die Waldbauernvereinigung werde in jedem Fall neu bauen, kündigte Michl an. Ein entsprechendes Grundstück sei in einem Stadtteil von Harburg bereits ins Auge gefasst. Man wolle Nördlingen nichts wegnehmen, „aber es wäre wegen der kurzen Wege sinnvoll, alles an einem Ort zu konzentrieren“. Die Verhältnisse in der Geschäftsstelle der Waldbauernvereinigung in Kaisheim seien zu beengt. Auch der Maschinenring möchte passende Räumlichkeiten und künftig nur noch eine Geschäftsstelle. Selbst im Landwirtschaftsministerium stehe man den Plänen positiv gegenüber, „aber nur, wenn wir uns vor Ort einig sind“.

Michl hat sein Vorhaben bereits dem Harburger Stadtrat vorgestellt. Das mögliche Grundstück liege ideal, direkt an der Bundesstraße. Wie bei der Versammlung zu hören war, handelt es sich um ein Areal in Ebermergen. Michl könnte sich vorstellen, die Ansiedlungen der einzelnen Organisationen in mehreren Schritten zu verwirklichen.

Empfehlung vom Landrat

Die Überlegungen, verschiedene Einrichtungen zusammenzulegen, sei vom Grundsatz zu begrüßen, sagt Landrat Stefan Rößle. Es mache durchaus Sinn. Rößle könnte sich vorstellen, dass auch der Landschaftspflegeverband, der im Moment in Mieträumen in Harburg seine Geschäftsstelle hat, eingebunden werden könnte. Es habe im Vorfeld viele Gespräche gegeben. Dass dort dann auch das Landwirtschaftsamt und die -schule angesiedelt werden könnten, glaubt Rößle nicht. Das werde von Nördlingens Oberbürgermeister Faul und dem Stadtrat abgelehnt.

Er selbst habe mit dem Ministerium gesprochen. Dort sei die Richtung klar: Die Behörde werde nur verlegt, wenn es dazu ein Nördlinger Einverständnis gäbe. Da ein Solches nicht absehbar sei, rät Rößle dazu, Amt und Schule nicht weiter in die Pläne einzubeziehen.

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