1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Gierige Pflanze macht sich im Landkreis breit

Landkreis Donau-Ries

18.06.2019

Gierige Pflanze macht sich im Landkreis breit

Das Orientalische Zackenschötchen ist unter anderem an Straßenrändern, auf Wiesen und Ackerflächen zu beobachten. 
Bild: Foto: Michaela Schneller

Ein neues Gewächs ist im Landkreis angekommen: Das Orientalische Zackenschötchen bedroht die heimische Tier- und Pflanzenvielfalt.

Leuchtend gelbe kräftige Blüten und auf den ersten Blick schnell mit Raps oder Ackersenf zu verwechseln: Das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis) besiedelt derzeit Straßenränder, Brachflächen, Wiesen und Ackerflächen – auch im Landkreis Donau-Ries – und verdrängt dadurch heimische Pflanzen.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

„Das Orientalische Zackenschötchen gehört ähnlich wie der Raps und der Senf zur Familie der Kreuzblütler. Die Pflanze erreicht eine Höhe von etwa 1,50 Metern und kann ein Alter von bis zu zehn Jahren erreichen“, so informiert Michaela Schneller vom Landschaftspflegeverband Donau-Ries in einer Pressemitteilung.

Der aus Osteuropa und Sibirien eingewanderte Neophyt zeigt sich in voller Blüte von Mai bis August. Die Ausbreitung findet überwiegend durch Samen statt, von denen eine einzelne Pflanze innerhalb einer Blütezeit bis zu 5000 Stück produzieren kann. Das Orientalische Zackenschötchen bevorzugt vor allem wärmere, nährstoffreiche und offene Standorte. Findet die Pflanze derartige Standortbedingungen bildet sie großflächige und dichte Bestände. Durch seine robuste und konkurrenzstarke Art verdrängt es heimische Pflanzenarten und sogar landwirtschaftliche Kulturpflanzen.

Gierige Pflanze macht sich im Landkreis breit

Drastische Ausbreitung an den Straßenrändern

Besonders drastisch ist die Ausbreitung des Orientalischen Zackenschötchens nach Angaben des Landschaftspflegeverbands im Landkreis derzeit entlang von Straßenrändern. „Von dort aus wandert der Neophyt bereits in die seltenen Magerrasenkomplexe ein und gefährdet damit die besondere Tier- und Pflanzenvielfalt dieses Lebensraums“, so Michaela Schneller.

Um der invasiven Pflanze Herr zu werden, gibt es derzeit noch kein Allheilmittel. Dennoch gibt es Mittel und Wege die Ausbreitung der Art einzuschränken. So müssen die betroffenen Stellen im Frühjahr und zur zweiten Blüte im Sommer zeitig gemäht werden, noch bevor das Zackenschötchen Samen ausbilden kann. Das Mähgut muss komplett entsorgt, am besten verbrannt werden. Das Ausreißen der Pflanze oder auch eine Bodenbearbeitung betroffener Bereiche ist nicht unbedingt zu empfehlen, da sich das Zackenschötchen gut aus Wurzelstücken regenerieren kann und dadurch unter Umständen sogar gefördert wird. Erdtransporte mit Samen des Zackenschötchens sind ebenfalls dringend zu unterlassen, da sie zur Ausbreitung der Pflanze beitragen. Intakte und dicht bewachsene Vegetationsdecken sind zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung hilfreich.Info Weiterführende Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.lfl.bayern.de.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren