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25.09.2017

Gosheimer stimmen doppelt ab

Angaben haben direkten Einfluss auf die Hochrechnungen

Zettel entfalten, zwei Kreuzchen machen, Papier in die Urne werfen – so sah der Wahlsonntag für die meisten Bürger des Landkreises aus. Nicht jedoch für die Gosheimer, denn dort wartet bereits Friedrich Wohlrab. Der 73-Jährige aus Rain arbeitet bereits seit über 20 Jahren für das Institut Infratest Dimap, das in Zusammenarbeit mit der ARD an 624 Standorten in der Republik die Zahlen für die ersten Prognosen und Hochrechnungen erhebt.

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„Nach der Stimmabgabe frage ich die Bürger, ob sie ihre Wahl noch einmal freiwillig und anonym dokumentieren wollen. Neben der Erst- und Zweitstimme sollen die Wähler zudem ihr Alter und Geschlecht angeben“, erklärt der Rentner. Allerdings gibt es auch eine Besonderheit: „Jedes sechste Blatt enthält Zusatzinformationen“, sagt Wohlrab.

Dabei wird unter anderem nach Schulabschluss, Beruf und der wirtschaftlichen Situation gefragt, aber auch nach den Gründen für die Wahl, Koalitionswünschen und wie die Bürger vor vier Jahren gewählt haben. „Diese Zusatzinfos helfen bei der Erstellung des Wahlverhaltens“, erklärt der Rainer.

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Einmal pro Stunde übermittelt Wohlrab dann die Zahlen an weitere Mitarbeiter des Instituts. Dieses Prozedere wiederholt sich am Wahlsonntag insgesamt sieben Mal. Weshalb gerade Gosheim ausgewählt wurde, wisse er nicht. „Die Standorte bestimmt das Institut“, sagt er. Der 73-Jährige sei ebenfalls nie am selben Standort wie vier Jahre zuvor.

Sein Arbeitstag dauert an diesem Sonntag von 8 bis circa 19 Uhr. „Ich muss eben solange hier bleiben, bis alle Ergebnisse da sind, die benötigt werden“, erklärt der Rainer und lacht. Zeit zum Wählen bleibt ihm da nicht, deshalb hat er bereits im Vorfeld per Briefwahl abgestimmt. Zwei Bürger kommen aus dem Wahllokal. Sie erklären sich bereit, die Fragebögen auszufüllen und bleiben dafür sogar an Wohlrabs Schreibtisch.

„Normalerweise schnappen sich die Wähler den Zettel und füllen ihn heimlich aus“, erklärt er. Doch Sabine Wons, eine der beiden, hat keinerlei Scheu: „Ich finde es gut, dass man so zur Prognose beitragen kann und ich stehe auch dazu, was ich wähle.“

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