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Kaisheim

27.12.2019

Gottes Liebesbrief durchdringt die Gitter

Diözesanadministrator Bertram Meier am Heiligen Abend in der Justizvollzugsanstalt Kaisheim. Er feierte zusammen mit den Häftlingen, aber auch mit dortigen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern und dem JVA- Seelsorger Diakon Peter Wellkamp.
Bild: Foto: Manfred Arloth

Prälat Dr. Bertram Meier besuchte die JVA Kaisheim und feierte mit den Gefangenen den Heiligen Abend. Er gab ihnen tröstende Worte mit auf den Weg

Gottes Liebe macht auch vor dem Gefängnis nicht Halt. Diese tröstliche Botschaft durchzog jetzt den feierlichen Gottesdienst, den Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier an Heiligabend in der Justizvollzugsanstalt Kaisheim zusammen mit Anstalts-Seelsorger Peter Wellkamp zelebrierte.

In seiner Predigt erinnerte der Leiter des Bischöflichen Seelsorgeamtes an eine Spruchkarte, die ihn schon seit Jahren begleitet, wie er erzählte. Darauf steht: „Den schönsten Liebesbrief der Weltgeschichte hat Gott selbst geschrieben – an Weihnachten.“ Bertram Meier erzählte von Papst Franziskus, der einst am Gründonnerstag kurz nach seinem Amtsantritt ein römisches Jugendgefängnis besucht und dabei jungen Gefangenen, Männern und Frauen, die Füße gewaschen habe. Der Papst habe damit nachgeahmt, was Gott selbst uns an Weihnachten vorgemacht hat: „Wo die am Rande sind, da ist die Mitte.“

Es gibt keinen hoffnungslosen Fall

„Wenn ich heute von Augsburg, von ‚draußen’, ins Gefängnis komme, dann möchte ich Ihnen ‚drinnen’ sagen: „Bei Gott gibt es keinen hoffnungslosen Fall.“, erklärte Bertram Meier an die Inhaftierten gewandt. „Gottes Liebesbrief flattert auch durch die Gitterstäbe Ihrer Zellen.“

Gottes Liebesbrief durchdringt die Gitter

Der Prälat erzählte die Geschichte einer betagten Frau, die er nach einem erfüllten Leben beerdigt hat und von der die Familie damals sagte: „Stärker als der Tod ist die Liebe.“ „Heute, hier und jetzt im Gefängnis, könnten wir ergänzen: „Stärker als die Mauern des Gefängnisses ist die Liebe Gottes.“

Meier wünschte allen Häftlingen, dass Weihnachten ein Lichtblick für die Zukunft werde und dass sie jemanden finden, „für den es sich lohnt zu leben und zu lieben.“

Zuvor hatte der Domdekan mit Vertretern der Anstaltsleitung verschiedene Abteilungen der Justizvollzugsanstalt Kaisheim besucht. Besonders beeindruckend waren die Begegnungen in der Krankenabteilung, wie er sagte.

Ein offenes Ohr

An dem sich anschließenden festlichen Gottesdienst nahmen neben mehr als 200 Gefangene, dazu zahlreiche Gäste sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helferinnen teil. Musikalisch mitgestaltet wurde die Eucharistiefeier vom Gefangenenchor und einer Stubenmusikgruppe. Am Ende bedankte sich der JVA-Seelsorger Diakon Peter Wellkamp vor allem bei den ehrenamtlichen Helfern, die seinen seelsorglichen Dienst an den Gefangenen tatkräftig unterstützen.

Prälat Bertram Meier nahm sich an Heiligabend ausgiebig Zeit im Gefängnis. Nach dem Gottesdienst setzte er sich bei Kaffee und Stollen mit 30 Gefangenen zusammen und unterhielt sich mit ihnen ausgiebig. Ihre Fragen, Anliegen und Wünsche stießen bei dem Geistlichen auf offene Ohren und viel Verständnis.

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