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Ebermergen

08.07.2020

„Gottvertrauen ist systemrelevant“

„Beten mit dem Körper“ zum Psalm „Der gute Hirte“ – dazu luden die Konfirmanden ihre Pfarrerin Sabine Schneider (im Vordergrund) zum Abschied ein. Allerdings hat sie versprochen, zur Feier der Konfirmation 2020 noch einmal nach Ebermergen und Mauren zu kommen.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Pfarrerin Sabine Schneider verabschiedet sich nach 15 Jahren aus Ebermergen und Mauren.

Die persönliche Bilanz von Sabine Schneider für die vergangenen 15 Jahre sieht so aus: „Ich durfte hier unendlich viel Gutes erfahren.“ Nun hat sich die Pfarrerin aus den evangelischen Kirchengemeinden Ebermergen und Mauren verabschiedet. Sie wechselt nach Nürnberg. Der Abschied aus Nordschwaben – die Seelsorgerin war auch stellvertretende Dekanin im Dekanat Donauwörth – fand coronabedingt in Etappen und mit dem gebotenen Abstand statt.

Weil eine große Feier nicht infrage kam, sagte die 53-Jährige zunächst bei zwei Freiluft-Gottesdiensten „Auf Wiedersehen“. Am vergangenen Wochenende stand nun die offizielle Entpflichtung in der Kirche in Ebermergen an. An dem Gottesdienst konnte nur eine beschränkte Zahl an geladenen Gästen teilnehmen.

Erst im Alter von 20 Jahren getauft

In ihrer Predigt verriet Sabine Schneider ihre Motivation für das Seelsorger-Amt: „Ich bin Pfarrerin geworden, weil ich wusste, dass ich immer wieder Zugang brauche zur Quelle, die allem Leben zugrunde liegt – zu Gott.“ Damit habe sie sich dem Guten zugewendet. „Gottvertrauen ist systemrelevant“, so das Fazit der Pfarrerin, die erst im Alter von 20 Jahren getauft wurde.

Harald Fürnrohr vom Kirchenvorstand in Mauren, erinnerte daran, dass beim Amtsantritt von Sabine Schneider die beiden Kirchengemeinden in Ebermergen und Mauren zu einer Pfarrstelle zusammengeführt wurden. Die Aufgabe, die Menschen der beiden Dörfer zusammenzubringen, sei nicht einfach gewesen, aber: „Du hast es hervorragend hingebracht.“ Fürnrohr lobte Sabine Schneider unter anderem für deren „verschiedenartige Gottesdienste“, für ihren Einsatz für die „soziale Komponente“, für die „tollen Predigten“ in den Gottesdiensten und die einfühlsamen Worte bei Beerdigungen.

Dekan Heidecker: Der Mensch Schneider wird fehlen

Monika Kechele vom Kirchenvorstand in Ebermergen zeigte sich beeindruckt von der „freundlichen und hellen Art“ der Seelsorgerin. Dekan Johannes Heidecker sagte, er lasse seine Stellvertreterin nur ungern ziehen – „weil im Dekanat der Mensch Sabine Schneider fehlen wird“. Stellvertretende Landrätin Ursula Kneißl-Eder dankte der Pfarrerin für ihre segensreiche Arbeit. Damit es den Gästen am Ende des Gottesdiensts nicht zu schwer ums Herz wurde, lockerte Sabine Schneider in der ihr eigenen Art die Stimmung auf: Vor dem letzten Segen erzählte sie mit schauspielerischem Talent einen (Mesner-)Witz.

Auf dem Weg zum Pfarrhaus durfte die Seelsorgerin noch einmal vielen Menschen zuwinken. Vertreter von Vereinen und Institutionen hatten sich die Pfarrgasse hinauf zum Spalier aufgestellt.

Dankesworte mit dem nötigen Abstand

Im Pfarrhof gab es dann – mit dem nötigen Abstand – Dankesworte, Vorführungen und Geschenke vom Kindergarten, von der Krabbelgruppe, den Konfirmanden, den Kindergottesdienst-Teams, dem Kinderchor, dem Kirchenchor, dem Posaunenchor, der Seniorenbetreuung, dem Handarbeitstreff, dem Besuchsdienst und den Kirchenvorständen.

Auf ihre neue Aufgabe in der Nürnberger Südstadt freut sich Sabine Schneider bereits. Sie werde dort rein seelsorgerisch tätig sein, also frei von der Verwaltungsarbeit. „Ich glaube, das ist für dich Berufung“, merkte Harald Fürnrohr an.

Die Pfarramtsvertretung in Ebermergen und Mauren übernimmt Simone Rink aus Oppertshofen.

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