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Kriminalität

13.09.2016

Großer Prozess gegen Einbrecher

Ende einer dramatischen Verfolgungsjagd: Mit diesem Auto, einem blauen VW Golf, war eine Einbrecherbande in Bayern auf Beutezug. Nach der Tat in Großsorheim am 5. Oktober 2015 blieb der Wagen mit Totalschaden im Wald liegen. Zwei Männern wird nun der Prozess gemacht.
Bild: Wolfgang Widemann

Zwei Mitglieder einer Bande sollen an Taten in Banken beteiligt gewesen sein. Enorme Beute, hoher Schaden und eine wilde Verfolgungsjagd.

Harburg/ Augsburg Knapp ein Jahr nach einer spektakulären Verfolgungsjagd im Raum Harburg wird zwei mutmaßlichen Mitgliedern einer Einbrecherbande in Augsburg der Prozess gemacht. Die beiden Männer sollen, so der Vorwurf, zusammen mit zwei Komplizen reihenweise Geldautomaten in Banken geknackt haben – oder dies zumindest versucht haben. Dreimal waren die Täter erfolgreich: im Ingolstädter Ortsteil Irgertsheim, in Unterbruck (Landkreis Freising) und im Harburger Stadtteil Großsorheim. Doch dort wurde die Bande bemerkt – und es kam zu Szenen wie in einem Krimi.

Der Prozess gegen die beiden Männer – sie sind 44 und 36 Jahre alt – beginnt am morgigen Mittwoch vor dem Landgericht Augsburg. Das Verfahren ist aufwendig. Die 3. Strafkammer unter Vorsitz von Dr. Roland Christiani, hat neun Verhandlungstage angesetzt, plus zwei Ersatztermine. Der Prozess wird sich wohl bis Ende September hinziehen, vielleicht auch länger.

Die Kammer hat rund 30 Zeugen geladen. Drei Sachverständige werden gehört. Sie werden sich zu den Spuren äußern, die an den einzelnen Tatorten gefunden wurden. Die Angeklagten müssen sich wegen Bandendiebstahls verantworten.

Sie erbeuteten bei den Einbrüchen laut Anklage eine Summe von insgesamt mehr als 180000 Euro. Hinzu kommt ein Sachschaden von über 50000 Euro an den Automaten und den Bankgebäuden. Für ihre Tour durch Bayern mietete die Bande in Nordrhein-Westfalen ein Auto. Mit diesem steuerten die Männer mögliche Ziele an, kundschafteten diese aus und schlugen dann stets nachts zu. Ausgestattet waren die Täter mit einigem Werkzeug, darunter ein Schweißgerät.

Die Einbruchserie startete am 5. September 2015 in Ehekirchen (Kreis Neuburg-Schrobenhausen). Dort zogen die Männer ohne Beute wieder ab. Am 6. September fielen der Bande in der Raiffeisenbank in Irgertsheim rund 85000 Euro in die Hände. Nach ein paar Wochen Pause ging der Beutezug Schlag auf Schlag weiter. Aus einem Geldautomaten in Unterbruck (Gemeinde Fahrenzhausen) stahlen die Täter am 3. Oktober rund 60000 Euro. Tags darauf war die Raiffeisenbank in Holzheim im südlichen Donau-Ries-Kreis das nächste Ziel. Dort gingen die Täter mit brachialer Gewalt vor, lösten Alarm aus und flüchteten unerkannt. In der Nacht auf 5. Oktober war die Filiale der Raiffeisen-Volksbank in Großsorheim an der Reihe. Mitten im Dorf machten sich die Männer an dem Automaten zu schaffen und holten aus diesem fast 39000 Euro.

Jedoch hatte ein Nachbar das Treiben bemerkt und die Polizei verständigt. Eine anrückende Streife begegnete etwa einen Kilometer außerhalb des Orts in Richtung Mauren dem Wagen, in dem sich die vier Einbrecher befanden. Der Fahrer – es handelte sich nach Erkenntnissen der Polizei um den noch immer flüchtigen Zeljko Andjelic – hielt zunächst an, gab dann aber unvermittelt wieder Gas, steuerte auf einen Polizisten zu und nahm diesen auf die Haube. Hier ermittelt die Kripo wegen versuchten Mordes. Der Beamte kam mit leichten Blessuren davon.

In jener Nacht schossen die Beamten auch, verfehlten aber den Wagen. Der landete ein Stück weiter mit Totalschaden zwischen den Bäumen im Wald. Zuvor war einer der Täter – der 44-jährige Angeklagte – aus dem Auto gestürzt und schwer verletzt auf der Straße liegengeblieben. Die drei anderen entkamen bei dichtem Nebel im Forst.

Der 36-Jährige wurde später in Nordrhein-Westfalen geschnappt. Nach Zeljko Andjelic wird weiter gesucht, die Identität des vierten Bandenmitglieds ist noch immer unklar.

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