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Ebermergen

10.10.2019

Großes Interesse an einem Dorfladen

In diesem Gebäude in der Ortsmitte soll nach dem Willen einer Initiative der Dorfladen in Ebermergen angesiedelt sein.
Bild: Widemann

In Ebermergen kommen rund 200 Bewohner zu einer Info-Veranstaltung. Bestehendes Gebäude soll genutzt werden.

Die Zeichen stehen offenbar gut, dass es im Donau-Ries-Kreis in absehbarer Zeit einen weiteren gemeinschaftlich organisierten Dorfladen geben könnte. Zu einer Info-Veranstaltung in Ebermergen kamen trotz kurzfristiger Einladung rund 200 Interessierte. Noch am Abend formierte sich ein elfköpfiger Arbeitskreis. Der hat den Auftrag, einen möglichen Laden auf den Weg zu bringen.

Die Aktion hatten die beiden aus Ebermergen stammenden Harburger Stadträte Patrick Prügel und Jörg Röthinger angestoßen. Auch Dritter Bürgermeister Bernd Horst – ebenfalls im Ortsteil wohnhaft – schloss sich der Initiative an. Auslöser für das Engagement der Ratsmitglieder war die Situation in dem knapp 1000 Einwohner zählenden Dorf. Dort hat das bis dahin bestehende „Dorflädle“ geschlossen. Dieses befand sich in einem neu erbauten Haus in der Ortsmitte. Der 100 Quadratmeter große Verkaufsraum und ein 60 Quadratmeter großer Lagerraum stehen seitdem leer. Nun wollen die Besitzer das Gebäude verkaufen.

Stadt Harburg zeigt Bereitschaft zum Kauf

Die Initiatoren stellen sich vor, dass die Stadt Harburg das Anwesen kauft und dann das Erdgeschoss an den Betreiber vermietet. Die Angelegenheit wurde auch bereits im Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung besprochen. Ergebnis: Es besteht eine gewisse Bereitschaft zum Kauf, allerdings erst, wenn ein Konzept steht. Die Ratsmitglieder erließen für das Grundstück eine Satzung, damit sich die Kommune ein Vorkaufsrecht im Grundbuch eintragen lassen kann. Nach Auskunft von Patrick Prügel stehen die Besitzer des Gebäudes hinter der Initiative: „Sie würden sich freuen, wenn es was wird.“

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Prügel und Jörg Röthinger erläuterten die aktuelle Situation im Dorf. In dem gibt es – was Lebensmittel betrifft – nur noch einen Metzger und eine Backwarenverkaufsstelle, die lediglich stundenweise an drei Tagen geöffnet hat. Röthinger stellte die im Donau-Ries-Kreis bestehenden Dorfläden kurz vor. Mit einem solchen Geschäft auch in Ebermergen sehen die Initiatoren die Chance, „das Dorf zu beleben“.

Ebermergener erhalten Fragebogen

Über das Thema referierte Andreas Eigenmann, Geschäftsführer des erfolgreichen Dorfladens in Wolferstadt. Er empfahl unter anderem, ein möglichst breites Sortiment an Waren anzubieten. Bernhard Röthinger stellte den Anwesenden verschiedene mögliche Rechtsformen vor, wie der Laden betrieben werden könnte. Röthinger favorisierte eine Unternehmensgesellschaft (UG). Die bereite den geringsten bürokratischen Aufwand und sei bezüglich der Haftung am geeignetsten.

Bei der Info-Veranstaltung teilten die Organisatoren auch gleich einen Fragezettel aus, um zu herauszufinden, wer Interesse hat und auch bereit wäre, Anteile zu zeichnen. Auf eine mündliche Anfrage hin, ob man den Dorfladen wolle, hoben die meisten Besucher ihre Hand. Die konnten auch ein Kreuzchen machen, ob sie lieber eine Grundversorgung mit regionalen Produkten wollen oder einen kleinen Supermarkt mit breitem Angebot.

In den kommenden Wochen soll ein Fragebogen an alle Haushalte in Ebermergen verteilt werden, um eine noch breitere Basis zu bekommen. Derweil soll der Arbeitskreis die angestrebte Rechtsform festlegen und eine Gründungsversammlung organisieren. Ziel sei es, noch heuer Nägel mit Köpfen zu machen, so Patrick Prügel. (wwi)

Lesen Sie auch: Unfall bei Harburg – wieder ein Lkw auf Abwegen , Was vom Kunstsommer bleibt , Ein Dorfladen in Ebermergen?

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