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08.12.2020

Gute Laune trotz Corona? Experten aus der Region geben Tipps

An kleinen Dingen des Lebens freuen, wenn die Welt gerade verrückt spielt? So wie an diesem bemalten Stein, der lange Zeit auf einer Steinmauer beim Liebfrauenmünster in Donauwörth lag.
Bild: Barbara Wild

Plus Kontaktbeschränkungen, Dunkelheit und Kälte – da ist es bei vielen vorbei mit dem Spaß. Doch Experten aus der Region haben Tipps gegen drohende Stimmungstiefs.

Die Familienmitglieder kann man nicht alle sehen, zu den besten Freunden beschränkt man seine Kontakte, und Bekannte sind möglicherweise unter Quarantäne. Tanzen bei Konzerten, entspannt mit Freunden etwas trinken gehen, ein Date im Lieblingsrestaurant, ein Theaterbesuch – das scheint alles schon so lange her. Dazu wird es noch früh dunkel, es ist kalt und auch noch nebelig. Wer kann da noch gut gelaunt sein? Das raten unsere „Gute-Laune-Experten“ aus der Region:

Der Mentailtrainer Stefan Ferber aus Donauwörth

Der Mentaltrainer Stefan Ferber aus Donauwörth hat für sich Gute-Laune-Strategien entwickelt, die er in seinen Alltag einbaut. Das ist einerseits, dass er mehr arbeitet – was sich im Zusammenhang mit Gutgelauntsein, zuerst seltsam anhört. Aber Ferber erledigt aktuell bereits Aufgaben, die erst im kommenden Jahr auf anstehen würden. „Wenn es draußen wieder länger hell ist, kann ich meine Freunde dann wieder mehr treffen“, erklärt Ferber, der hauptberuflich als Lehrer arbeitet.

Andererseits widmet er sich auch Aufgaben, die er schon länger angehen wollte, wie in Ferbers Fall: Er möchte schon länger seine Ernährung umstellen. Nun probiert er öfters neue Rezepte aus und verwendet andere Lebensmittel als gewohnt. Das hat auch positive Seiten: „So freue ich mich abends, wenn ich nach Hause komme, auf neue Herausforderungen und Ziele beim Kochen.“

Der Gute-Laune-Tipp des Mentaltrainers: Krise als Chance nutzen

In jeder Krise sieht Ferber auch eine Chance: „Es ist die Möglichkeit, sich wieder mehr auf sich selbst zu konzentrieren.“ Er rät dazu, die Zeit aktuell zu nutzen, um etwas in seinem Leben zu verändern. Das könnten neue Leidenschaften, berufliche Veränderungen oder die noch nicht verwirklichten Neujahrsvorsätze von 2020 sein. Meist habe man für diese keine Zeit, doch diese Ausrede sei aktuell vom Tisch, sagt Ferber.

Die Straßenkünstlerinnen Franziska Schißler und Bernadette Rödl aus Donauwörth

Die Kreidemalerinnen Franziska Schißler und Bernadette Rödl aus Donauwörth verschönern seit dem Frühjahr die Straßen der Großen Kreisstadt mit kunterbunten Kreidemalereien. Die Coronabeschränkungen im März nutzten die Freundinnen dazu, sich ihre Kreiden zu schnappen und positive Nachrichten auf dem Asphalt zu hinterlassen. Ihr Ziel: Den Donauwörthern trotz allem ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. „Wir machen uns aktuell die Zeit, die wir haben, einfach schön – mit fröhlicher Musik und unseren bunten Farben kommt gute Laune auf“, sagen Rödl und Schißler. Der Kälte trotzen sie mit Tee, den sie auf Sitzkissen schlürfen, während sie ihr neues Werk aus Kreide besprechen.

Der Gute-Laune-Tipp der Kreidemalerinnen: Auf andere Menschen achten

Musik aufdrehen, gemeinsam tanzen und näher mit den Menschen zusammenrücken, zumindest mit denen das momentan möglich ist. Sie wünschen sich, dass die Menschen wieder mehr aufeinander achteten und jemand anderes etwas Gutes täten. Vielleicht kann das ja auch eine selbst gemalte Kreidenachricht vor der Haustüre der besten Freunde oder der Familie sein.

Der Sozialpädagoge Sebastian Stadali der Caritas Donau-Ries

Der Sozialpädagoge Sebastian Stadali arbeitet beim sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas Donau-Ries. Bei seiner Arbeit beim sozialpsychiatrischen Dienst ist Corona nach seinen Erfahrungen keine Ursache, aber einer der Faktor, dass es Klienten nicht gut geht. Im letzten Monat sei es für viele schwer gewesen, dass es früher dunkel wird und das Wetter schlechter wird. „Persönlich empfinde ich es auch als wichtig, dass die Menschen nicht nur sehen, woran es ihnen momentan fehlt, sondern sich bewusst machen, wie gut es ihnen geht“, sagt Stadali. Momentan sei es wichtig, dass man sich daran erinnert, was alles noch möglich ist, welche Menschen man treffen kann und dass man Zeit für sich hat.

Der Gute-Laune-Tipp des Sozialpädagogen: Kleinigkeiten im Alltag

Sebastian Stadali rät: „Rausgehen, sich weiterhin bewegen und Kleinigkeiten in den Alltag integrieren, an denen man Freude hat.“ Das könnte Basteln, wieder mehr zu kochen oder Malen sein. Letztendlich Aktivitäten, die einem früher schon Spaß bereitet haben, aber die man mit der Zeit vergessen hat. Die Anregung, „raus an die frische Luft zu gehen“, klinge zwar banal, doch oft werde den Menschen klar, wie wenig man das bewusst im Alltag umsetzte. Sein Tipp: einfach Aktivitäten, wie einen täglichen Spaziergang fest in den Tag einplanen.

Der Clown und Schauspieler Sepp Egerer

Der Clown und Schauspieler Sepp Egerer bewahrt sich momentan seine gute Laune mit „Kaffee und Rotwein“. Abends genießt Egerer ein Gläschen Rotwein, und morgens trinkt er zum Start in den Tag drei Tassen Kaffee. „Danach warte ich dann wieder sehnlichst bis zum Rotwein“, beschreibt er seinen Tagesablauf und lacht. Der Neuburger ist selbstständig, arbeitet als Schauspieler, hält Vorträge zu Lachyoga sowie Humor und tritt seit Jahren ach regelmäßig im Landkreis Donau-Ries auf – zum Beispiel im B+ Zentrum in Blossenau. Als Clown zaubert er Senioren und Krankenpflegekräften mit dem Verein Herznasen Neuburg ein Lächeln ins Gesicht.

Der Gute-Laune-Tipp des Clowns und Schauspielers: eine Lachübung

Eine Lachübung am Morgen: Nach dem Aufstehen ins Bad gehen und in den Spiegel schauen. „Der Anblick ist zuerst furchtbar“, witzelt Egerer. Wer sich an sein morgendliches Abbild gewöhnt hat, versucht einfach zu lächeln – ohne dass es dafür einen Grund gibt. Das Grinsen halten und sich dabei einige Minuten betrachten. „Danach entscheidet man: Nehme ich dieses Grinsen mit zum Frühstückstisch? Wenn nicht, kann man seinen Tag weiterhin im Badezimmer verbringen“, schildert Egerer. Etwas ernster fügt er hinzu: Die Menschen können nur etwas Fröhliches von ihrem Umfeld erwarten, wenn sie selbst positiv durch die Welt gehen.

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