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Landkreis

13.09.2019

Gymnasium Donauwörth: Abreißen oder sanieren?

Obwohl er rosa gestrichen ist, wird dieser Abschnitt des Gymnasiums Donauwörth als türkisener Flügel bezeichnet. Im Bauausschuss des Kreistages ging es nun um die Frage, ob dieser Teil der Schule abgerissen oder saniert und erweitert werden soll.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Im kommenden Jahr beginnen die Arbeiten am Gymnasium Donauwörth. Insgesamt sollen sie rund 25 Millionen Euro kosten.

Am Theodor-Heuss-Gymnasium in Nördlingen wird noch immer gebaut, an der Anton-Jaumann-Realschule in Wemding auch. In Rain laufen die Vorbereitungen für die Sanierung des Schulzentrums, die Ausweich-Container stehen bereits auf dem Volksfestplatz der Tillystadt. Und dennoch will der Landkreis jetzt ein weiteres großes Bauprojekt stemmen: die Sanierung des Gymnasiums Donauwörth. Schon im kommenden Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen, sechs Bauabschnitte soll es geben. Am Donnerstag musste der Bauausschuss des Kreistages aber erst noch eine entscheidende Frage beantworten: Soll der türkise Flügel im Südosten des Schulgeländes abgerissen werden oder nicht?

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Die Frage sei im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsberechnungen aufgetaucht, wie Joachim Aurnhammer, Leiter der Hochbauabteilung am Landratsamt, den Räten erklärte. Diese Berechnung wiederum ist notwendig für den Antrag auf Förderung bei der Regierung von Schwaben. Ihr Ergebnis lautet: Wird der türkise Flügel neu gebaut, dann kostet das rund 3,42 Millionen Euro. Wird der Flügel allerdings umbaut und erweitert, so werden nur 2,33 Millionen Euro fällig – was eine Ersparnis von mehr als einer Million Euro wäre. Nach Ansicht der Schulleitung seien beide Varianten pädagogisch gleichwertig, so Aurnhammer. Allerdings habe sie darauf hingewiesen, dass ein Neubau für eine eventuelle Erweiterung besser genutzt werden könnte.

Schlechte Erfahrung mit Erweiterungen am THG

Im Ausschuss waren sich die Fraktionen nicht einig, welche Entscheidung nun die richtige wäre. Georg Vellinger (CSU) meinte, wenn alle pädagogischen Anforderungen erfüllt seien, sollte man die Million einsparen. Ursula Straka (SPD) dagegen forderte, die Entscheidung zu vertagen – und wies darauf hin, dass der türkisene Flügel erst im vierten Bauabschnitt und damit Mitte 2024 angegangen werden soll. Man brauche aber jetzt eine Grundsatzentscheidung, entgegnete Rößle – für den Förderantrag. Ursula Kneißl-Eder (Bündnis 90/Die Grünen) war klar für einen Um- und Anbau. Rita Ortler (SPD) dagegen warnte: Mit Erweiterungen habe man am THG schlechte Erfahrungen gemacht. Aurnhammer entgegnete, dass sich in Nördlingen dadurch die Statik verändert habe – das tue sie in diesem Fall aber nicht.

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Diskutiert wurde im Bauausschuss auch über eine Fotovoltaikanlage auf dem südlichen Dach des blauen Flügels. Wobei man sich grundsätzlich einig war, dass man die errichten lassen wollte. Doch den Vorschlag der Landkreis-Verwaltung, zunächst auf einen Speicher zu verzichten, lehnten viele ab. Die 15 000 Euro dafür seien angesichts der Gesamtsumme des Kreishaushalts doch eher marginal, urteilte Vellinger. Wenn, dann mache man gleich Nägel mit Köpfen, forderte Straka. Ähnlich sah es auch Karlheinz Stippler (PWG).

Speicher für die Photovoltaik-Anlage?

„Jeder Speicher trägt zur Netzstabilität bei“, sagte Dr. Andreas Becker (parteilos). Er forderte weitere Berechnungen für größere Speicher. Die Verwaltung hatte eine Fotovoltaikanlage mit einer durchschnittlichen Stromerzeugung von 50000 Kilowattstunden pro Jahr und einen Speicher mit zehn Kilowattstunden vorgeschlagen. Ursula Kneißl-Eder sagte: In Zeiten, in denen Schüler für das Klima streikten, könne man sich nur für die Variante mit Speicher entscheiden. Am Ende folgte das Gremium dieser Meinung – wann der Speicher eingebaut wird, entscheidet aber die Verwaltung.

Die Bauarbeiten beginnen im nächsten Jahr am violetten Flügel des Gymnasiums. Dabei handle es sich um eine „reine Entkernung mit Neuausbau“, wie Aurnhammer es formulierte. Unter anderem werden die Wärmedämmung und der Brandschutz ertüchtigt. Zudem müsse man den Heizkeller angehen, man könne sich derzeit nur auf einen Heizkessel „verlassen“. Danach wird der blaue Flügel saniert, in dem soll es künftig einen durchgängigen Flur geben. Rund 8,275 Millionen Euro sollen beide Bauabschnitte jetzt kosten – im April war man noch von 7,6 Millionen Euro ausgegangen, damals noch ohne den Heizkeller.

Insgesamt sind für die Sanierung des Gymnasiums Donauwörth 25 Millionen Euro veranschlagt. Noch sind in dieser Summe 500000 Euro Puffer enthalten. Vellinger spielte auf mögliche Kostensteigerungen an: „In vielen Jahren werden unsere Nachfolger froh sein, wenn sie sich nur mit einer halben Million Euro auseinandersetzen müssen.“

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