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Landkreis Donau-Ries

09.04.2020

Hält der Pfarrer-Notstand im Dekanat Donauwörth an?

Johannes Heidecker leitet das evangelische Dekanat Donauwörth.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus In Oppertshofen gibt es eine neue Seelsorgerin, in Alerheim eine Übergangslösung. Dennoch bleibt im evangelischen Dekanat Donauwörth die Lage angespannt.

Die personelle Situation im evangelischen Dekanat Donauwörth hat sich aktuell etwas entspannt. Einen Monat, nachdem Regine Kellermann die lange Zeit vakante Pfarrstelle in Harburg übernommen hat, ist nun auch in Oppertshofen eine neue Pfarrerin ins Amt eingeführt worden. Seit dem 1. April ist Simone Rinke für rund 1000 evangelische Christen in Oppertshofen, Brachstadt und dem Raum Bissingen zuständig. Gleichzeitig ist im Pfarreienverbund Alerheim mit seinen vier Kirchengemeinden (Alerheim, Bühl, Rudelstetten und Wörnitzostheim) wieder eine Seelsorgerin aktiv – zumindest in Teilzeit.

Katharina Seeburg (früher Donauwörth) ist aus der Elternzeit zurück und befindet sich seit dem 1. April nach Auskunft von Dekan Johannes Heidecker „im dekanatsweiten Dienst – mit Schwerpunkt Alerheim“. Damit seien die vier Ries-Gemeinden, die seit Herbst 2018 auf einen Pfarrer warten, ein Stück weit seelsorgerisch versorgt, ohne dass die ausgeschriebene Stelle „blockiert“ werde.

Dekanat umfasst rund 13.000 Protestanten

Dekan Heidecker und die Pfarrer im Dekanat Donauwörth, das im Wesentlichen den südlichen Donau-Ries-Kreis und den südlichen Teil des Rieses mit insgesamt rund 13.000 Protestanten umfasst, müssen seit geraumer Zeit improvisieren. Von den elf Pfarrstellen sind noch immer Alerheim und Donauwörth II (Parkstadt und die Bereiche nördlich und östlich der Großen Kreisstadt) unbesetzt. Was sich schon jetzt abzeichnet: Beim Seelsorger-Fachpersonal könnte im Dekanat in absehbarer Zeit bald schon wieder der absolute Notstand ausbrechen. Inzwischen steht fest, dass stellvertretende Dekanin Sabine Schneider die Pfarrei Ebermergen-Mauren nach 14 Jahren verlässt und zum 1. August die erste Pfarrstelle der Christuskirche in Nürnberg übernimmt.

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Ebenso ist bekannt, dass Pfarrerin Ulrike Brödel (Mönchsdeggingen) und ihr Kollege Rüdiger Lange (Kleinsorheim) zum 1. November in den Ruhestand gehen. Deshalb hofft Heidecker inständig darauf, dass sich zügig neue Pfarrer auf die freien Stellen bewerben – und sich in Donauwörth und Alerheim „etwas tut“. Wenn nicht? „Das wäre gruselig“, so der Dekan. Schon jetzt sei ein stetiges „Austarieren und Verschieben“ nötig. Teilweise hätten in den vergangenen Monaten nur noch die Hälfte der Sonntagsgottesdienste stattfinden können.

Es gibt keinen konkreten Grund für den Persolanmangel

Für den Personalmangel gebe es keinen konkreten Grund, erklärt der Dekan: „Es ist eine Häufung von Umständen.“ Es stünden einfach Wechsel an, sei es durch Ruhestand oder durch die Tatsache, dass mancher Seelsorger schon seit über zehn Jahren an einem Ort wirke. Neue Pfarrer seien bisweilen nicht so leicht zu finden, da deren (Ehe-)Partner in aller Regel ebenfalls berufstätig seien und einen entsprechenden Arbeitsplatz im Umkreis finden wollen. Mancher traue sich vielleicht auch nicht, eine der kleineren Gemeinden auf dem Land zu übernehmen, weil diese in naher Zukunft gleich wieder von einer Streichung in der Landesstellenplanung betroffen sein könnte.

Das Problem der fehlenden Pfarrer konzentriere sich derzeit auf das Dekanat Donauwörth. In den beiden anderen evangelischen Dekanaten im Donau-Ries-Kreis sei die Lage entspannter. Im Bereich Nördlingen sei nur ein Pfarrhaus verwaist, im Raum Oettingen seien alle Stellen besetzt.

Wegen Corona: Rinks Einführung ohne großen Gottesdienst

Derweil fand am Sonntag die Installation von Simone Rink in Oppertshofen statt. Wegen der Corona-Einschränkungen geschah dies nicht mit einem großen feierlichen Gottesdienst, sondern nur im kleinen Kreis. In der Kirche waren lediglich fünf Personen anwesend: die neue Pfarrerin, Dekan Heidecker, Ulrike Brödel als Seniora des Dekanats und die beiden Vertrauensleute des örtlichen Kirchenvorstands.

Simone Rink fühlt sich trotz dieser Umstände in der Gemeinde bereits gut aufgenommen. Zwar werde das Pfarrhaus derzeit noch renoviert und sie lebe quasi auf einer Baustelle, „die Menschen hier sind aber unheimlich freundlich. Ich bin richtig angetan“. Die 55-Jährige wurde in Berlin geboren und wuchs dann in verschiedenen Orten in Bayern auf. Rink ist geschieden und hat zwei erwachsene Kinder. Zuletzt war sie in Vilshofen (Dekanat Passau) tätig.

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