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Landkreis Donau-Ries

18.11.2017

Hallenbäder: Mehr Geld vom Kreis

Der Landkreis beteiligt sich künftig an den Betriebskosten für die Hallenbäder. Allerdings nur, wenn Schüler, die eine landkreiseigene Schule besuchen, dort Schwimmunterricht haben.
Bild: Mack

Der Landkreis beteiligt sich künftig auch an den Betriebskosten – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Wie das neue Modell aussieht.

Landkreis Es ist ein gewisses Dilemma, in dem derzeit die politisch Verantwortlichen im Landkreis Donau-Ries im Zusammenhang mit der diskutierten Zukunft der Hallenbäder in Nördlingen und Mönchsdeggingen stecken. Das Nördlinger Bad bedarf einer dringenden Sanierung, um den Anforderungen einer adäquaten Sport- und Freizeiteinrichtung zu genügen. Und beim Almarin in Mönchsdeggingen geht es um die Grundsatzfrage, ob es überhaupt noch ein Zukunft haben und wieder eröffnet werden kann.

Das Hauptproblem sind die Finanzen. Beide Bäder in ihrem Bestand zu sanieren, würde riesige Summen verschlingen. In Nördlingen geht man von rund zehn Millionen Euro aus. Beim Almarin dürfte es sich um eine einstellige Millionensumme handeln, die aufgebracht werden müsste. Weil beide Kommunen sich schwer tun würden, derartige finanzielle Lasten alleine zu stemmen, haben sowohl Oberbürgermeister Hermann Faul als auch der Möchsdegginger Bürgermeister Karl Wiedenmann Hilferufe an andere Kommunen gerichtet, sie mögen sich doch bitte solidarisch zeigen und über finanzielle Unterstützungen und Beteiligungen an beiden Bädern nachdenken. Die Gründung von Zweckverbänden könnten dabei eine Lösung sein.

Doch bisher verliefen alle Bemühungen um Unterstützung im Sande. Keine Gemeinde ist bisher bereit, Nördlingen oder Mönchsdeggingen nur einen Cent zu geben, obwohl die Bevölkerung des Rieses von sanierten Hallenbädern nachhaltig profitieren würde. Die Gemeinderäte scheuen sich vor den Betriebskosten, die anfallen und womöglich ihre kommunalen Haushalte völlig durcheinanderwirbeln würden.

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Wie so häufig, wenn sich die Kommunen in ihre Schneckenhäuser zurückziehen, soll es der Landkreis richten. Doch dem sind in dem Fall die Hände gebunden, weil öffentliche Bäder ausschließlich Angelegenheit der Kommunen sind. Ein Kreis hat nur einen minimalen Spielraum: Die Übernahme der Eintrittsgelder für Schüler aus den landkreiseigenen Schulen, wenn diese in die kommunalen Bäder zum Schwimmunterricht gehen. Seit der Sitzung des Kreisausschusses des Kreistags in dieser Woche gibt es allerdings einen kleinen Lichtblick. Kreiskämmerer Franz Hlouschek hat ein Modell erarbeitet, welches vorsieht, dass sich der Landkreis über die Eintritte hinaus zusätzlich an den Betriebskosten beteiligt. Konkret: Vom kommenden Jahr an steuert der Kreis seinen Anteil an den laufenden Kosten dadurch bei, dass er nicht nur die Eintrittsgelder zahlt, sondern darüber hinaus auch die anteiligen Betriebskosten (Abschreibungen, Zinsen, Strom). Damit soll der Betriebsaufwand pro Schüler einigermaßen ausgeglichen werden. Der Kreis zahlt dann nicht nur den Eintritt des Schülers von beispielsweise 1,90 Euro, sondern den doppelten Preis.

Landrat warnt vor zu großen Erwartungen

Dieses nicht ganz einfache, aber rechtlich derzeit einzig mögliche Rechenmodell fand breite Zustimmung bei den Fraktionen als kleinstmöglicher Nenner, wie der Kreis im Augenblick den „Bäder-Kommunen“ unter die Arme greifen kann. Die Fraktionssprecher Ursula Straka (SPD), Helmut Beyschlag (PWG/FDP) und Regina Thum-Ziegler (Frauen/ÖDP/Freie Wähler) sowie Andreas Mack und Armin Neudert auf CSU-Seite waren sich einig, dass sich darüber hinaus der Freistaat Bayern viel stärker als bisher finanziell engagieren müsse, um den Kommunen mehr Spielräume beim Betrieb von Hallen- oder Freibädern zu ermöglichen. Landrat Stefan Rößle setzt auf die angekündigte Arbeitsgruppe im bayerischen Finanzministerium, die ein allgemeines Förderprogramm für Bäder ausarbeiten soll. Er warnte allerdings vor zu großen Erwartungen. „Trotz künftiger möglicher Zuschüsse wird der Betrieb von Bädern für die Kommunen eine gewaltige Aufgabe bleiben.“

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