03.07.2010

Hauptthema Bildung

Ellwangen/Donauwörth Die Sperrung der B 25 bei Dinkelsbühl für schwere Lkw ist offensichtlich zwischen den Politikern aus Bayern und Baden-Württemberg immer noch ein so "heißes Eisen", dass sie es zwischenzeitlich gar nicht mehr öffentlich ansprechen wollen. Nicht anders war es beim 8. CDU/CSU-Regionaltag zwischen Nordschwaben, Mittelfranken und dem Ostalbkreis in Ellwangen.

Auch der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann, der vor geraumer Zeit seinen Segen für das umstrittene Durchfahrtverbot gab, war auf die Ostalb gekommen, ließ sich jedoch zu keiner Stellungnahme zu dem brisanten Verkehrsthema hinreißen. Ein Grund für das Schweigen war wohl auch das bevorstehende Gerichtsverfahren vor dem Verwaltungsgericht Ansbach, das am 2. August beginnt. Wie berichtet, haben Spediteure aus Schwaben gegen die Lkw-Sperre Klage eingereicht.

Herrmann stellte jedoch gegenüber unserer Zeitung ein Vorziehen des Baues der geplanten Ortsumfahrung für Dinkelsbühl in Aussicht. Er sei derzeit in entsprechenden Verhandlungen mit dem Bundesverkehrsministerium. Auf die Frage, ob die Sperrung so lange bestehen bleibe, bis die Umgehung fertiggestellt sei, meinte der Minister: "Schau' mer mal."

Der CDU-Landtagsabgeordnete Winfried Mack, Gastgeber der Veranstaltung, meinte, in Sachen Sperrung gebe es ohnehin keine neuen Fakten; deswegen habe er die "Bildung" zum Hauptthema des grenzübergreifenden Treffens gemacht. Vor diesem Hintergrund besuchten die Teilnehmer des Regionaltages das Berufsschulzentrum und das Peutinger-Gymnasium, das berufliche Studiengänge anbietet.

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Der CSU-Vorsitzende im Landkreis Donau-Ries und Landtagsfraktionschef Georg Schmid war besonders vom Peutinger-Gymnasium beeindruckt, in dem Berufstätige die Möglichkeit haben, ein Studium zu absolvieren, das einem Fachhochschul-Studium gleichzusetzen ist. "In diesem Bereich können wir von unseren baden-württembergischen Freunden etwas lernen", meinte Schmid und verwies auf eine andere Bildungsstruktur in Bayern, die stärker auf selbstständige Fachhochschulen setze. In Ellwangen bekräftigte er seine Absicht, das Technologie Centrum Westbayern (TCW) in Nördlingen zu einer Außenstelle der Hochschule Augsburg aufwerten zu wollen.

Wie gut das Zusammenwirken zwischen Bayern und Baden-Württemberg im schulischen Bereich funktioniere, mache die Tatsache deutlich, dass beispielsweise Schüler im jeweiligen Nachbarland Bildungseinrichtungen besuchten, meinte Schmid.

Gemeinsame Interessen

Innenminister Joachim Herrmann, Bezirksvorsitzender der CSU in Mittelfranken, wies auf das "hervorragende Bildungsangebot im Süden der Republik hin, was die jüngsten Ergebnisse der PISA-Studien gezeigt hätten. Den Regionaltag bezeichnete er als wichtige Einrichtung, um nach außen auch "als Region" auftreten und gemeinsame Interessen besser durchsetzen zu können.

Winfried Mack bezeichnete "Bildung und Innovation" als wichtige Themen für ländliche Regionen. Ein gemeinsames Anliegen von Mittelfranken, dem Ostalbkreis und dem Donau-Ries-Kreis sei es, hoch qualifizierte Fachkräfte in der Region zu halten. "Dafür müssen wir jedoch noch einiges tun."

Der Regionaltag endete mit einem Besuch bei dem weltweit agierenden Unternehmen VARTA Microbattery, das unter anderem Batterien für Hörgeräte und Uhren in großen Mengen herstellt und inzwischen das Thema "Elektromobilität" zu einem Hauptschwerpunkt gemacht hat. Im vergangenen Jahr hat die Ellwanger Firma mit VW in Wolfsburg eine Forschungsgesellschaft gegründet, um wieder aufladbare Lithium-Ionen Batterien für Elektrofahrzeuge zu entwickeln. VARTA-Geschäftsführer Herbert Schein hatte das Projekt vorgestellt und die Politiker zuvor durch sein Unternehmen geführt.

Das nächste Treffen zwischen dem CSU-Kreisverband Donau-Ries und der CDU Ostalb findet am 5. Juli auf der Bopfinger Ipfmesse statt. (bs)

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