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31.03.2009

Hausaufgaben - das dauernde Ärgernis?

Wemding (tk) - Wenn immer es um das Thema Hausaufgaben geht, ist die Atmosphäre spannungsgeladen. Sind Hausaufgaben überhaupt sinnvoll? Wie viele Hausaufgaben müssen es sein? Müssen alle die gleiche Hausaufgabe machen? Werden die Hausaufgaben regelmäßig kontrolliert? Welche Aufgabe haben die Eltern bei den Hausaufgaben? Wann machen die Kinder am besten die Hausaufgaben? So lauten Fragen, die Konfliktpotenzial haben. Rektor a.D. Theo Knoll begrüßte im Namen der Initiative "Erzieher helfen Erziehern" knapp 200 Eltern und Erzieher - vorwiegend Mütter - in der Wemdinger Stadthalle zu einem Vortrag mit Lerntherapeut Daniel Sidler aus der Schweiz, den die Initiative schon einmal zu Gast hatte.

Sidler ging auf Sinn oder Unsinn der Hausaufgaben ein und folgerte, dass Sinn nur dort entstehe, wo die Hausaufgaben auf das Leistungsvermögen des einzelnen Kindes abgestimmt seien. Aber genau da stoße die Schule an ihre Grenzen, da es nicht realisierbar sei, jedem Kind eine individuell zugemessene Hausaufgabe zu geben und diese dann auch in der Schule zu kontrollieren.

Sidler ging deshalb davon aus, dass, wie die Schulgesetze es vorschreiben, Hausaufgaben wie bisher gegeben werden und somit die Umstände ihrer Erledigung für das Kind, die Eltern und die Lehrer optimiert werden müssen.

Gute Atmosphäre

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Hausaufgaben brauchen Sidler zufolge wie alle Arbeiten eine gute Atmosphäre. Dazu müsse das Verhältnis zwischen Eltern und Kind von Vertrauen getragen sein. Person und Sache (Kind und Hausaufgabe) seien von einander zu trennen. Mit der Person müssten Eltern Geduld haben, dürften ihre Selbstachtung nicht in Frage stellen, müssten Drohungen und Schuldgefühle vermeiden. Hilfreich für das Kind sei es, wenn die Eltern dessen Selbstständigkeit fördern (Aufgabe in Teilschritte aufgliedern), Erfolgserlebnisse ermöglichen, auch für kleine Schritte loben, Ermutigung aufbauen, den Stil der eigenen Kommunikation mit dem Kind überprüfen, dem Kind auch mal die Hausaufgabe bei Bekannten machen lassen, um sich selbst aus der Diskussion zu nehmen.

Bei Sachproblemen sollte man die Kinder zuerst selbst erklären lassen, erst dann komme die weiterführende Erklärung der Eltern. Bei weiter bestehenden Problemen hinsichtlich Inhalt, Menge, Vollständigkeit der Hausaufgaben sei unbedingt Kontakt mit der Schule aufzunehmen, sollten die Gespräche in gegenseitigem Respekt geführt, Ergebnisse notiert und der Zeitpunkt des nächsten Gespräches fixiert werden, um über Erfolg oder Misserfolg zu reflektieren.

Eine feste Arbeitszeit sollte entsprechend der individuellen Leistungskurve vereinbart und dann auch konsequent eingehalten werden, so der Experte. Dazu könnten Sperrzeiten für Freunde sinnvoll sein, die auch mit ihnen abgesprochen werden. Am Arbeitsplatz herrsche Ruhe, auch die Geschwister müssten in dieser Zeit anderswo betreut werden: "Medien haben in dieser Arbeitsphase absolute Pause."

Ausreichend Bewegung an der frischen Luft

Kinder müssen Sidler zufolge ausgeschlafen sein, ausreichend Bewegung an der frischen Luft haben, eine gesunde Körperhaltung einnehmen. Wichtig seien die Lernpausen, aber auch die Abstufung nach Schwierigkeit im Lernstoff.

Immer wieder kehrte Sidler zu den Vorgängen im Gehirn zurück, die bei jeder Leistung ablaufen. Entscheidend sei, möglichst viele Vernetzungen zu schaffen und diese immer wieder zu aktivieren (Üben).

Theo Knoll dankte dem Referenten, dessen Kerngedanken bei der Leonhart-Fuchs-Volksschule in Wemding schriftlich zu haben sind.

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