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Donauwörth

15.12.2018

Heilkünstler aus Donaumünster als Vorbild

Christoph Proeller im Labor der Firma Soluna in Donauwörth.
Bild: Hilgendorf

Wie der Donauwörther Christoph Proeller die Lehre von Alexander von Bernus bewahrt und weiter entwickelt. Ein 1200-Seiten-Buch als Richtschnur.

Donauwörth Seine Heilkunst galt vielen als wegweisend. Alexander von Bernus, 1965 im Schloss in Donaumünster verstorben, entwickelte in seinem Laboratorium im Tapfheimer Ortsteil Donaumünster spagyrische Heilmittel aus Pflanzen, Metallen und Mineralien. Später gründete er die Soluna-Heilmittel GmbH in Donauwörth. Dort versucht Christoph Proeller die Tradition und Philosophie dieser Heilmittelherstellung zu bewahren und auch weiterzuentwickeln.

Herr Proeller, Sie haben für diese Heilmittel eine Leidenschaft entwickelt. War dies immer so?

Proeller: Ich habe mich schon in frühen Jahren sehr engagiert mit naturphilosophischen Fragestellungen beschäftigt. Dann habe ich das Kaufmannsdiplom erworben, arbeitete bei Arzneimittelfirmen in Taiwan und in Deutschland. 2002 stieg ich in die Geschäftsführung der Heilmittelfirma in Donauwörth ein.

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Sie haben nun ein 1200-Seiten-Werk zum Thema Rhythmik und Heilkunst geschrieben. Was hat sie angerieben?

Proeller: Bei den Zuhörern meiner Seminare habe ich Interesse erkannt. Mir ist auch aufgefallen, dass es in der naturheilkundlichen Literatur eine eklatante Schwäche gibt. Ich hatte die Grundlagen, aber auch das Glück auf eine heiße Fährte zu geraten: Das Thema Lebensrhythmus und die dazugehörende individuelle Therapie fesselten mich. Ohne diese Begeisterung wäre es unmöglich gewesen, ein derart umfassendes Werk zu schreiben.

Wen sprechen Sie mit den Büchern an?

Proeller: Natürlich primär Heilpraktiker, Ärzte und Apotheker. Weiter die gesamte Naturheilkunde, denn ein Konzept zur Lebensrhythmus-Therapie ist absolut neu. Da mein Werk kosmologisch ist, ist es auch für Naturphilosophen, Chronobiolgen, Religionswissenschaftler, Anthroposohien, Astronomen, Astrologen und Paracelsisten interessant, aber auch für Menschen, die sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens machen wollen.

Können Sie den Inhalt der Bücher (es sind ja mehrere) zusammenfassen?

Proeller: So wie die Natur bestimmten Rhythmen folgt, ist auch unser Leben von Rhythmen geprägt. Gerät dieser Rhythmus aus dem Takt oder geht er gar verloren, wirkt sich das negativ auf unseren Körper und Geist und damit auf unsere Gesundheit aus. Burn-out ist das Ergebnis einer kranken Lebensrhythmik.

Welche Rolle spielten dabei die Planetenprinzipien und die Tierkreiszeichen?

Proeller: Meine Rhythmik-Lehre, die Soluna-Spagyrik, geht auf die Tradition zurück, die die Zeichen der sieben, mit den bloßen Augen sichtbaren Planeten entwickelt hat. Beispielsweise haben Vormittag und Frühjahr viel miteinander gemeinsam: Sie entsprechen der marsischen Zeitqualität. Die Lehre basiert auf Naturbeobachtung. Auch die Tierkreiszeichen versinnbildlichen ursprünglich die natürlichen Zeitqualitäten.

Können Sie ein Beispiel geben? Wie beeinflussen die Planeten unsere Wochenrhythmik?

Proeller: Der Wochenrhythmus ist ein Spezialfall: Der Mensch hat ihn ganz bewusst zwischen Tages- und Jahresrhythmus gesetzt. Sein Leben richtet er sich heute primär nach Tages- und Wochenrhythmus ein. Der Sieben-Tage-Rhythmus findet sich im Menschen als unbewusst ablaufender, reaktiver Heilprozess zum Beispiel bei Infektionskrankheiten. Schon Hippokrates wusste, dass nach dem Ausbruch einer Infektionskrankheit die Sterblichkeit am siebten und weiter am 14. Tag am höchsten ist. Diesem Sachverhalt wird heute mit der umgehenden Gabe von Antibiotika entgegengewirkt. Unser gesamter Lebensrhythmus wird nachvollziehbar von Sonne und Mond beeinflusst, damit auch die Wochenrhythmik. Heute leben nahezu alle Berufstätigen die Woche wie eine eher schlecht funktionierende Maschine: jeder Arbeitstag möglichst gleich, monoton. Wir sind aber nun mal keine Maschinen.

In Ihrem Werk schreiben Sie von Rhythmushygiene. Was darf man darunter verstehen?

Proeller: Gerade in der Woche leiden viele an Rhythmusverlust. Insbesondere in ihr müssen sie wieder für mehr Rhythmushygiene sorgen. Beispielsweise indem sie das Wochenende tatsächlich wieder zur Entspannung und wortwörtlichen Besinnung nutzen – und weniger zum Aufbau von Freizeitstress. Oder sie können bereits am Sonntag die kommende Arbeitswoche durchdenken, um sich so mental auf diese und ihren Stress vorzubereiten. Um gesund zu bleiben, leben wir im besten Fall im Rhythmus und nicht gegen ihn.

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