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UmfrageSerie (7)

21.02.2015

Heimat ist, wo Familie und Freunde sind

Für Jugendliche im Landkreis ist das Zuhause dort, wo geliebte Personen sind. Aber viele würden die Region verlassen /

Laut Duden ist die Heimat der Landesteil oder Ort, in dem man aufgewachsen ist oder an dem man sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt. Für Doreen Wenger aus Nördlingen ist Heimat aber nicht unbedingt nur an einen einzelnen Platz gebunden. „Heimat ist für mich der Ort, wo die Personen sind, die ich liebe“, sagt die 14-Jährige. „Es können also auch zwei verschiedene Orte sein. Zum Beispiel lebt ein Großteil meiner Familie und meiner Freunde hier, doch ein paar Freunde und Familienmitglieder leben weiter weg.“

Die Personen, die sie mag, machen das Heimatgefühl für sie also aus. Ganz ähnlich sehen das auch die übrigen jungen Menschen im Landkreis. Bei einer Umfrage unserer Zeitung, bei der insgesamt 222 Menschen zwischen 14 und 25 Jahren befragt wurden, waren diese sich am einigsten darüber, dass sowohl die Familie, als auch die Freunde die Heimat ausmachen. Die Zeitung und den Verein hingegen verbinden zwar einige stark mit der Heimat, viele aber auch wiederum überhaupt nicht. Besondere Gebäude und bestimmte Feste sind für die Jugendlichen auch ein Zeichen von Heimat – aber eben nicht ganz so stark wie Familie und Freunde.

Jede Region hat ihre ganz eigenen Sitten und Bräuche, auch der Donau-Ries-Kreis. Auf die Frage, welche die Jugendlichen mit ihrer Heimat verbinden, nannten sie das Maibaumfest, Bierfeste, Fasching, Nördlinger Mess, Reichsstraßenfest und den typischen Dialekt. Ein Teilnehmer schrieb: „In unserer Region haben sich meiner Meinung nach nur wenige Bräuche erhalten, wichtig finde ich zum Beispiel das Maibaumstellen, die Speisenweihe an Ostern oder das Sternsingen am Dreikönigstag.“ Ein anderer hingegen findet die familiären Traditionen wichtiger: „Ein schönes Frühstück am Samstag, gutes Essen am Sonntagmittag oder -abend, Sekt bei der Heimkunft vom Studium. Und das Bierchen mit Freunden in regelmäßigen Abständen.“

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Trotz der engen Verbundenheit mit Familie und Freunden, können sich 62 Prozent der Befragten vorstellen, für Arbeit, Ausbildung oder Studium die Region zu verlassen. Sie begründen dies damit, dass der beruflichen Karriere nichts im Wege stehen sollte, aber auch, dass es woanders teilweise bessere (Studiums-)Möglichkeiten gebe.

Wiederum andere schreiben, sie wollen mehr vom Land sehen, neue Erfahrungen machen: „Leben bedeutet für mich, etwas von der Welt zu sehen und etwas zu erleben und nicht immer am gleichen Ort festzusitzen.“ Einer schreibt aber auch: „Für eine begrenzte Zeit würde ich schon weggehen, um Erfahrungen zu sammeln. Für immer aber nicht.“

Auch von Großstädten fühlen sich manche angezogen. Dass durch einen Umzug Familie und Freunde auf der Strecke bleiben, davor haben die Jugendlichen keine Angst: „Das Weiterkommen ist mir wichtig. Familie und Freunde kann man besuchen auch sonst viel Kontakt halten durch Telefonieren, SMS, WhatsApp, Internet, ...“

Ähnlich sieht das auch Doreen Wenger: „Für meine Ausbildung oder mein Studium will ich sehr gerne wegziehen.“ Am liebsten würde sie jeweils ein oder zwei Jahre in Köln, Berlin und einer kleineren Stadt in Japan leben, um zu sehen, wo es ihr am besten gefällt.

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